Coronakrise / Italien

Gastronomie darf ein wenig öffnen

Neben Delivery ist in Italien nun auch Take-away-Business erlaubt.
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Neben Delivery ist in Italien nun auch Take-away-Business erlaubt.

Seit dem 12. März waren in Italien Restaurants, Bars und Cafés landesweit für die Öffentlichkeit geschlossen und konnten ihre Küchen nur noch für das Liefergeschäft nutzen. Ab heute, dem 4. Mai, dürfen sie ihre Speisen und Getränke auch in Form von Take-away anbieten. Allerdings darf jeweils nur ein Kunde das Lokal betreten.

Nach jüngsten Ankündigungen der italienischen Regierung, die noch gesetzlich bestätigt werden müssen, wird es wahrscheinlich noch bis zum 1. Juni dauern, bis sich Gäste auch wieder in ein Restaurant, eine Bar oder ein Café setzen dürfen. Ebenso wurden bisher noch keine Einzelheiten über Abstandsregelungen für eine sichere Wiedereröffnung bekannt gegeben.
Es herrscht jedoch die Meinung, dass die Sitzplatzkapazitäten stark reduziert, in einigen Fällen sogar mehr als halbiert werden müssen, um einen Abstand von mindestens einem Meter zwischen den Tischen zu gewährleisten, was zu Einnahme- und Arbeitsplatzverlusten führen würde. Der Einsatz von Bestellcountern wird wahrscheinlich verboten werden, um eine Überfüllung zu vermeiden. Das Servicepersonal wird Masken und Handschuhe tragen müssen, und die Räumlichkeiten müssen alle paar Stunden desinfiziert werden.

Regional unterschiedliche Lockerungen

Einige der Regionen, die lokal weniger von der Pandemie betroffen sind, lockerten die Beschränkungen noch vor dem jüngsten Regierungserlass und erlaubten bereits in der letzten Aprilwoche das To-go-Geschäft. Die Region Kalabrien ging noch einen Schritt weiter und erlaubte ab dem 30. April Bars, Restaurants und Eisdielen, Gäste zu empfangen – sofern nur im Freien sitzende Personen bedient wurden oder To-go-Kunden. Doch nur wenige Betreiber haben von der Möglichkeit der Eröffnung Gebrauch gemacht und lieber auf landesweite Sicherheitsprotokolle gewartet.

In der Zwischenzeit fordern einige F&B-Handelsverbände eine Lockerung der Öffnungsbeschränkungen bereits ab dem 18. Mai mit der Begründung: Je länger die Sperre dauert, umso mehr Unternehmen laufen Gefahr, in Konkurs zu gehen.

Fipe, der größte italienische Verband der Gastronomie-Branche, der einen Sektor mit 300.000 Unternehmen und 1 Mio. Beschäftigten vertritt, schätzt, dass mehr als 50.000 Unternehmen nicht wiedereröffnen, was einen Verlust von 350.000 Arbeitsplätzen bedeutet. Laut Fipe wird die italienische Foodservice-Industrie im Jahr 2020 einen Verlust von 34 Mrd. Euro verzeichnen.


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