Coronaregeln

Lauterbach ist für Maskenpflicht in Innenräumen

Bei Bedarf können die Bundesländer wieder eine Maskenpflicht in Innenräumen einführen.
IMAGO / Michael Gstettenbauer
Bei Bedarf können die Bundesländer wieder eine Maskenpflicht in Innenräumen einführen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die Länder aufgerufen, im Kampf gegen eine ansteigende Corona-Infektionswelle perspektivisch zur Maskenpflicht in Innenräumen zurückzukehren. Zugleich gibt es Unstimmigkeiten zwischen Lauterbach und dem Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in Bezug auf das gerade beendete Oktoberfest.

Was jetzt noch passieren müsse, sei, dass die Länder diese Möglichkeit im Infektionsschutzgesetz nutzten, sagte der SPD-Politiker im ARD-Morgenmagazin in Bezug auf die Maskenpflicht in Innenräumen. "Wenn die Länder sich jetzt einigen könnten, wann der optimale Zeitpunkt ist, wäre das natürlich toll."

Der Bund könne die Länder nicht zwingen. Lauterbach gab aber zu bedenken: "Die Welle, die sich aufbaut, die wird ja nicht alleine enden. Da muss man reagieren." Es gebe schon jetzt eine hohe Fallzahl mit einer hohen Dunkelziffer, einige Kliniken seien an der Belastungsgrenze. "Und leider steigt auch die Sterblichkeit." Insgesamt sei man aber gut vorbereitet. Es gebe angepasste Impfstoffe, "viel bessere Daten" und Arzneimittel, die die Sterblichkeit senkten.

Oktoberfest: Dissens zwischen Lauterbach und Reiter

Lauterbach reagierte auch auf die Kritik des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD), keine Rechtsgrundlage für eine Absage des Oktoberfestes gehabt zu haben. In der Tat habe es die nicht gegeben, räumte er ein. Es sei aber "dem Hausrecht folgend" jederzeit möglich gewesen, dass der Veranstalter die Gäste gebeten oder verpflichtet hätte, für die Innenräume Corona-Tests zu machen. Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz sei bei hohen Fallzahlen sogar eine Maskenpflicht für Außenveranstaltungen möglich.

Reiter hatte hingegen auch gesagt: "Herr Lauterbach hat auf meine explizite Nachfrage im April, ob es Zugangsbeschränkungen geben könnte, geantwortet, dass es dazu keine rechtlichen Möglichkeiten gibt und auch für Herbst keine zu erwarten sind." Damit sei es nicht möglich gewesen, wie von Reiter nach eigenen Worten präferiert, nur frisch Getestete auf das Festgelände zu lassen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am 13. Oktober mit 793,8 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an. Experten gehen aber von einer hohen Zahl nicht erfasster Fälle aus – vor allem weil viele Infizierten keinen PCR-Test mehr machen lassen und daher nicht erfasst werden.

stats