Coronavirus

Betriebsgastronomen ergreifen Maßnahmen

COVID-19 fegt Straßen, Läden und Stadien leer: Verwaiste Esstische könnten auch immer mehr Betriebsrestaurants ereilen.
imago images/Marco Stepaniak
COVID-19 fegt Straßen, Läden und Stadien leer: Verwaiste Esstische könnten auch immer mehr Betriebsrestaurants ereilen.

Die Betriebsgastronomie steht vor großen Herausforderungen im täglichen Stress und Kampf, um die Covid-19-Pandemie einzudämmen. Gut möglich, dass es zu weiteren Verschärfungen bis zu Schließungen in den nächsten Wochen kommt. Die Branche ist vorbereitet.

Momentan läuft in den meisten Betriebsrestaurants der Republik nichts mehr in gewohnten Bahnen. Erstes Merkmal an den Eingängen, dass die Zeiten sich ändern: der Handdesinfektionsspender. In den meisten Buffetzonen sind SB-Theken geschlossen, Salat wird nur in Einzelportionen offeriert. Bei einem Münchner Unternehmen verteilen Mitarbeiter der Gastronomie Besteck und Servietten. In vielen Einrichtungen sind die Besteckkästen vor der Kasse oder von den Tischen verschwunden. Auch Salz- und Pfeffersteuer fehlen. Eine weitere Maßnahme, um das Ansteckungsrisiko zu senken: weniger Sitzplätze mit größeren Abständen zu Nachbartischen.

Weniger Angebot

SB-Theken für Salat oder Frühstück werden gesperrt. Ein Leiter der Betriebsgastronomie: "Wir sind schon gut auf die nächsten Phasen vorbereitet." In Phase 2 könnte es nur noch Brotzeitboxen geben: zwei belegte Semmeln, Obst, Getränk, Joghurt, Müsliriegel, Serviette. Sie könnten an öffentlichen Ausgabestellen abgeholt werden. Der Gastraum bliebe dann geschlossen. Delivery wäre Phase 3: Die Speisen würden in die Abteilungen geliefert – mit eingeschränktem Angebot. Weiter: "Wir überlegen auch schon Konsequenzen, die eine komplette Betriebsschließung hätte." Das wäre dann Phase 4.

Ab ins Home Office

Bei dem Wiesbadener Versicherungskonzern R+V nutzen bereits sehr viele Mitarbeiter das Angebot des Home-Office. Veranstaltungen mit Beteiligung von mehr als 15 Personen wurden abgesagt. Zudem werden in allen neun bundesweiten gastronomischen Einrichtungen Abläufe verändert: Zum Beispiel Sitzplätze reduziert und Öffnungszeiten erweitert, damit die Menschen weniger dicht nebeneinander sitzen, Selbstbedienungsbereiche werden geschlossen. Gastronomie-Chef Thomas Walter: „Insgesamt werden bereits 500 bis 700 Essen weniger in unserem größten Restaurant verkauft als im Normalfall.“ Bei Umsetzung der Phase 2 des Maßnahmenplans werden Kaffeebars geschlossen.
Beim Konkurrenten Allianz in München wurden die Öffnungszeiten verlängert, um die Frequenzen zu entzerren. Auch werden Lunchtüten angeboten – als Alternative zum warmen Essen. Gleiches gibt es auch bei Henkel in Düsseldorf. Christian Poncin, Head of Gastronomy: "Wir tun alles, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, alle Mitarbeiter zu schützen und ein guter Gastgeber zu sein. Für uns ist diese Situation beherrschbar." Ein schönes Schlusswort.

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