Coronavirus

Internorga – Was sagen die Behörden?

Um das Risiko der Übertragung des Cioronavirus zu verringern empfiehlt das Bundesministerium für Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Krisenstab ein Portfolio adäquater Maßnahmen bei Großveranstaltungen.
Imago/Ulmer Pressebildagentur
Um das Risiko der Übertragung des Cioronavirus zu verringern empfiehlt das Bundesministerium für Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Krisenstab ein Portfolio adäquater Maßnahmen bei Großveranstaltungen.

Die zunehmende Verbreitung des Coronavirus führte dazu, dass das Bundesgesundheits- und das Bundeswirtschaftsministerium sich dafür aussprachen, die ITB in Berlin abzusagen. Wie und wann greifen derzeit die Behörden ein, wenn es um die Infektionsgefahr mit Corona auf Messeveranstaltungen geht? Die Hamburg Messe hat bereits Maßnahmen zum Schutz der Internorga-Teilnehmer ergriffen. Mit welchen behördlichen Auflagen ist weiterhin zu rechnen?

Alle branchenrelevanten Informationen rund um die Ausbreitung des Coronavirus sammeln wir in diesem Artikel.

Im Falle der ITB hatte das zuständige Gesundheitsamt von Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin die Auflagen zur Durchführung der Veranstaltung stark erhöht und ordnete unter anderem an: Jeder Messeteilnehmer muss der Messe Berlin belegen, nicht aus den definierten Risikogebieten zu stammen oder Kontakt zu einer Person aus den Risikogebieten gehabt zu haben. Diese Auflagen insgesamt konnte die Messe Berlin nicht umsetzen, folglich die Absage.

Eingreifen der Hamburger Behörde?

Redaktion FOOD SERVICE fragte bei der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg nach, ob und mit welchem Eingreifen im Zusammenhang mit der Internorga zu rechnen sei. Der zuständige Pressesprecher Dennis Krämer betonte, dass es nach derzeitigem Stand drei bestätigte Fälle einer Coronavirus-Erkrankung in Hamburg gebe. Seine Behörde stehe in engem Austausch mit den Kultur- und Wirtschaftsbehörden und ebenso mit dem Robert Koch-Institut (RKI), Berlin, als Bundesbehörde. Solange es noch keine bundeseinheitliche Regelung der Lage gebe, sehe man von Seiten der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, Hamburg, noch keinen Handlungsbedarf große Veranstaltungen abzusagen.

Auf Rückfrage der Redaktion FOOD SERVICE im Robert Koch-Institut hieß es dazu, dass die Entscheidung über ein (Nicht-)Stattfinden von Messen in Zeiten von Corona auf Ebene der Bundesländer falle. Allerdings habe das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zusammen mit dem Krisenstab einen Handlungsleitfaden herausgegeben, sagt Claudia Paape, Pressestelle des RKI.

Dieser Leitfaden enthält wichtige Informationen für den Umgang mit Corona inklusive Prinzipien zur Risikobewertung von Großveranstaltungen. Zudem sollten sich die Veranstalter von Messen und Veranstaltungen mit den Behörden vor Ort in Verbindung setzen, ergänzt Paape.

Empfehlungen für Großveranstaltungen

In dem Leitfaden des BMG „Allgemeine Prinzipien der Risikoeinschätzung und Handlungsempfehlung für Großveranstaltungen“ heißt es unter anderem:
„Massenveranstaltungen können dazu beitragen, das Virus schneller zu verbreiten. Daher kann je nach Einzelfall das Absagen, Verschieben oder die Umorganisation von Massenveranstaltungen gerechtfertigt sein, um der vorrangigen Gesundheitssicherheit der Bevölkerung Rechnung zu tragen.“

Zuständigkeit lokaler Behörden

Zur Zuständigkeit und zu möglichen Maßnahmen wird folgendes gesagt: „Die Zuständigkeit zur Veranlassung von Maßnahmen für Veranstaltungen obliegt den Veranstaltern sowie den lokalen Behörden vor Ort. Grundsätzlich ist möglich, die Veranstaltung durchzuführen, unter Auflagen zu erlauben, das Format anzupassen, aber auch die Verschiebung oder Streichung der Veranstaltung sind möglich.“

Maßnahmen zur Risiko-Minimierung

Folgende weitere Maßnahmen können laut BMG getroffen werden, um das Risiko einer Übertragung und großer bzw. schwerer Folgeausbrüche zu verringern:
  • Eine dem Infektionsrisiko angemessene Belüftung des Veranstaltungsortes
  • Aktive Information der Teilnehmer und Teilnehmerinnen über allgemeine Maßnahmen des Infektionsschutzes wie Händehygiene, Abstand halten oder Husten- und Schnupfenhygiene
  • Teilnehmerzahl begrenzen bzw. reduzieren
  • Ausschluss von Personen mit akuten respiratorischen Symptomen
  • Eingangsscreening auf Risikoexposition und/oder Symptome
  • Auf enge Interaktion der Teilnehmenden verzichten
  • Veranstaltung verschieben oder je nach weiterer Entwicklung absagen.

Rückverfolgbarkeit von Corona-Infektionen

Auf Messen, Kongressen oder größeren Veranstaltungen sei die Möglichkeit der Rückverfolgbarkeit von Kontaktpersonen extrem schwierig. Unter ungünstigen Bedingungen könne es zu einer Übertragung auf viele Personen kommen. In die Abwägung sollte daher mit einbezogen werden, ob Schwierigkeiten der schnellen Kontaktpersonenermittlung im Falle eines Ausbruchs zu erwarten seien, heißt es auf der Seite des BMG.

Über das Robert Koch-Institut (RKI)
Auf Bundesseite steht das Robert Koch-Institut als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung. Dort ist eine Koordinierungsstelle eingerichtet, in der die aktuelle Situation engmaschig beobachtet wird. Auch die Koordinierung und Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden der Bundesländer findet am Robert Koch-Institut statt.



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