DANK

Werbeverbot für ungesunde Produkte gefordert

Jedes siebte Kind in Deutschland ist zu dick.
Kouchin
Jedes siebte Kind in Deutschland ist zu dick.

Kinder essen mehr, wenn sie Snack-Werbung gesehen haben. Dies zeigt eine aktuelle Studie aus Australien. Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) unterstützt die Forderung der Verbraucherschutzministerkonferenz, gegen an Kinder gerichtete Werbung für energiereiche Lebensmittel vorzugehen.

„Wissenschaftlich ist hinreichend erwiesen, wie schädlich Snack-Werbung für Kinder ist. Es ist deshalb nicht zu erklären, dass wir das als Gesellschaft immer noch zulassen“, sagt Prof. Dr. med. Hans Hauner, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Diabetes Stiftung. Die DANK fordert die Bundesregierung auf, Werbung für ungesunde Kinderprodukte generell zu verbieten.

Jedes siebte Kind in Deutschland ist zu dick: Über 15,4% der Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren sind übergewichtig, rund 5,9% sogar adipös, laut Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS).

160 Kinder im Test

In einem Experiment der Universitäten Sydney, Liverpool und Wollongong wurden 160 Kinder eines Feriencamps zufällig in vier Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 sah täglich einen 10-minütigen Film mit Werbeunterbrechungen für ungesunde Produkte wie Frühstücksflocken, ein Burger-Menü oder Schokoladencreme. Gruppe 2 spielte zusätzlich noch ein kurzes Computerspiel mit ähnlicher Werbung. Gruppe 3 und 4 erhielten dieselbe Intervention, sahen aber Werbung für andere Produkte (Non-Food).


Gemessen wurde dann, wie viel die Kinder bei Frühstück und Mittag sowie in einer Snackpause direkt nach dem Film/Spiel essen. Kinder, die Werbeunterbrechungen für ungesunde Produkte sahen, aßen durchschnittlich 46 kcal mehr als die Kinder der anderen Gruppen, so die Ergebnisse der Studie. Bereits übergewichtige Kinder nahmen 95 kcal mehr zu sich, obwohl nicht einmal beworbene Produkte angeboten wurden. Die Werbung verführte die Kinder offenbar generell dazu, mehr zu essen.

Danone geht mit guten Beispiel voran

Die Studien bestätigen die Befunde vieler anderer Untersuchungen mit Kindern, die ebenfalls einen erhöhten Nahrungsmittelkonsum nach Werbung feststellen. Verschiedenste Experten begrüßen das von Danone angekündigte Ampelsystem „Nutri-Score“. In der Nährwertampel werden bevorzugte Nährwertelemente und auch die zu vermeidenden Bestandteile und Eigenschaften in einem Punktesystem bewertet. Je nach erreichter Punktzahl erfolgt die Zuordnung zu den Buchstaben und Farben von „A“ (Gute Nährwertqualität – Grün) bis „E“ (schlechte Nährwertqualität – Rot). Die 5-stufige Ampel ermöglicht dem Verbraucher somit eine leicht verständliche und schnell zu erfassende Einordnung des Produkts.
DANK

Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) ist ein Zusammenschluss von 22 medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen, der sich für Maßnahmen zur Verhinderung von Krankheiten wie Adipositas, Diabetes, Krebs und Herz-Kreislaufkrankheiten einsetzt.



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