Dehoga Bayern / Coronakrise

„Wir brauchen eine Perspektive“

Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga-Präsident Bayern), fordert die Festlegung eines Datums für das Hochfahren der Gastronomie von der Bund-Länder-Konferenz am 6. Mai.
imago images / Jürgen Heinrich
Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga-Präsident Bayern), fordert die Festlegung eines Datums für das Hochfahren der Gastronomie von der Bund-Länder-Konferenz am 6. Mai.

Im Vorfeld der Beratungen der Bund-Länder-Konferenz am 6. Mai schlägt Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern, Alarm: „Die schockierenden Arbeitsmarktzahlen belegen die dramatische Situation unserer Branche.“

Die Zahl der Arbeitslosen im deutschen Gastgewerbe stieg im April um 208 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat - die höchste Steigerung aller Branchen der deutschen Wirtschaft. 
„Die Reduzierung der Umsatzsteuer war ein enorm wichtiger Schritt, die Überlebensfähigkeit der Branche zu sichern“, erläutert Inselkammer, „Hierfür sind wir sehr dankbar.“ Die Maßnahme wird aber erst zum Tragen kommen, wenn die Betriebe wieder Umsätze machen dürfen.  
 
„„Ohne Hotellerie und Gastronomie wird unser Leben ärmer, wir sind nicht nur systemrelevant sondern lebensrelevant.“ “
Angela Inselkammer, Präsidentin des Dehoga-Präsident

„Jetzt brauchen wir angesichts des bevorstehenden Wiederhochfahrens in Österreich sowie andiskutierten Öffnungen deutscher Bundesländer dringend eine Perspektive, wann unsere Betriebe wieder für ihre Gäste da sein dürfen. Hier darf es keine Benachteiligung Bayerns geben.“

Unter Berücksichtigung der Verantwortung für die Gesundheit von Gästen, Mitarbeitern und Unternehmerfamilien sei es geboten, am kommenden Mittwoch ein stufenweises „Wiederhochfahren“ der Branche zu beschließen. Insbesondere die in den Regierungen aktuell diskutierten Voraussetzungen der Öffnung von Restaurants bzw. Gaststätten mit Sitzplätzen, der Außengastronomie sowie touristischen Übernachtungsmöglichkeiten müssen angegangen werden. 
 

Kürzere Betriebszeiten sind kontraproduktiv

Alle Maßnahmen müssen gleichzeitig einen überlebensfähigen Umsatz garantieren. Inselkammer: „Gleiche Fragestellungen müssen einheitlich für alle Betriebstypen geregelt werden. Betriebe sollen öffnen dürfen, wenn und soweit sie die definierten Standards einhalten können, unabhängig von willkürlich gewählten Abgrenzungen wie Betriebsgrößen oder Öffnungszeiten.“ Insbesondere eine Eingrenzung der Öffnungszeiten wäre kontraproduktiv, da sie der wünschenswerten Entzerrung der Gästenachfrage entgegenstehen und zugleich die Zeit, in der Umsätze erarbeitet werden können, unnötig beschränken würde. 
 
Eine Öffnung wäre auch deshalb gerechtfertigt, da über den Arbeitsschutzstandard SARS-CoV-2 für viele Bereiche inzwischen verbindliche Vorgaben existieren, heißt es seitens des Dehoga Bayern. Diese wurden darüber hinaus für das Gastgewerbe nochmals durch die Berufsgenossenschaft BGN in entsprechende Branchenstandards für den Arbeitsschutz umgesetzt. 
 

„Gastgewerbe braucht direkte Finanzhilfen“ 

„Bis es aber losgeht und vor allem für die Betriebe, die aus Gesundheitsgründen unfreiwillig erst später öffnen dürfen, brauchen wir dringend und schnellstmöglich einen Hilfsfonds mit direkten Finanzhilfen für alle Betriebstypen“, erläutert Angela Inselkammer: „Unsere Branche hat nicht aufgrund individueller Fehler Umsatzeinbrüche zu verzeichnen, sondern die Betriebe wurden geschlossen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Da ist ein verzweifelter Hilfeschrei nach staatlichen Mitteln keine Bittstellerei, sondern die einzige Möglichkeit, eine ganze Branche zu retten.“  
 
Am Mittwoch müssen Entscheidungen hinsichtlich Eröffnungstermin und Rettungsfonds beschlossen werden“, fordert Inselkammer, „sonst werden wir ein massenhaftes und flächendeckendes Sterben von Hotellerie und Gastronomie erleben, was dauerhafte Auswirkungen auf unsere Wirtschaft und Kultur haben wird.“  
 
 
Gastgewerbe in Bayern
Hotellerie und Gastronomie in Bayern stehen für 447.000 Arbeitsplätze in über 40.000 Betrieben. Damit arbeitet jeder 17. Erwerbstätige des Freistaates im Gastgewerbe. Rechnet man die rund 150.000 direkt dem Gastgewerbe zuordenbaren Arbeitsplätze in anderen Bereichen hinzu, ist sogar jeder 13. im Gastgewerbe tätig. Zudem lernt beinahe jeder 10. Auszubildende Bayerns einen Ausbildungsberuf in Hotellerie und Gastronomie.

 
 
 




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