Dehoga Bayern

Lage des bayerischen Gastgewerbes weiter prekär

Face Shield statt Mund- und Nasenbedeckungen erlauben, fordert der Dehoga Bayern auch für Gäste in der Gastronomie.
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Face Shield statt Mund- und Nasenbedeckungen erlauben, fordert der Dehoga Bayern auch für Gäste in der Gastronomie.

Anlässlich der Verkündung des Konjunkturprogramms der Bundesregierung zieht der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga Bayern) für die Gastronomie und Hotellerie des Bundeslandes eine Zwischenbilanz. Ergebnis: Auch nach der Eröffnung verzeichnet die Branche massive Umsatzeinbußen. Zudem schade die vorangeschrittene Öffnung Österreichs der eigenen Wettbewerbsfähigkeit.

 
Zwar werde in der bayerischen Gastronomie nach dem Lockdown das Geschäft schrittweise wieder hochgefahren, doch könnte der Großteil der Betriebe aufgrund der coronabedingten Beschränkungen und Auflagen kein ausreichendes Umsatzniveau generieren. Vor allem das Abstandsgebot macht der Dehoga Bayern für die massiven Kapazitätseinbußen in der Gastronomie verantwortlich. Ein Problem sei auch das nach wie vor geltende Verbot von Großveranstaltungen, unter das auch Hochzeiten und Beerdigungen fallen. Zudem zeigten sich die Gäste bisher eher zögerlich und würden auf einen Besuch der Gastronomie-Innenräume lieber verzichten – und das sowohl in der Stadt als auf dem Land.
Ein ähnliches Bild ergbit sich laut dem Verband auch für die Hotellerie. Viele 4- und 5-Sterne Hotels dürfen ihre Wellness- und Spabereiche mit Saunen und Indoorpools noch nicht wieder öffnen. Da dies Betrieben in Österreich jedoch bereits erlaubt ist, weichen Urlaubsgäste auf Angebote im Nachbarland aus. Die Folge: die bayerische Hotellerie verzeichnet aktuell viele StornierungenAuch Tagungen sind nur äußerst eingeschränkt möglich, Veranstaltungen sowie Messen und Kongresse sind sogar verboten, was in besonderem Maße die Stadthotellerie zu spüren bekommt.

Angesichts dieser Umstände begrüßt der Dehoga Bayern das angekündigte Konjunkturpaket der Bundesregierung, bemängelt jedoch, dass die Überbrückungshilfen größer hätten ausfallen können. Zudem fordert der Verband, dass letztere den Gastronomen und Hoteliers schnell und unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden. Für besonders betroffene Betriebe wie Clubs oder Diskotheken bedarf es darüber hinaus ergänzender Programme auf bayerischer Ebene in Form von weiteren Finanzhilfen oder Konjunkturimpulsen, so der Dehoga Bayern. Zudem fordert der Verband von der Landesregierung eine Kampagne "Urlaub in Bayern", die den Tourismus wieder ankurbeln soll.

Mit Besorgnis schaut der Landesverband zudem ins Nachbarland Österreich, wo der Re-Start der Gastronomie und Hotellerie schon deutlich weiter vorangeschritten ist. "Wir befürworten ein vorsichtigeres Vorgehen und sind teilweise überrascht von dem Tempo Österreichs", erklärt Angela Inselkammer, Präsidentin des Dehoga Bayern. "Doch wenn unsere bayerische Bevölkerung nach Österreich und in andere Bundesländer reisen kann und dort mit geringsten Auflagen konfrontiert ist, dann ergeben unsere Beschränkungen wenig Sinn und schaden im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit. Zudem macht es die Maßnahmen unglaubwürdig."



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