Dehoga Branchenbericht

Gute Laune trotz hoher Herausforderungen

Dehoga-Präsident Guido Zöllick stellte die aktuellen Zahlen aus dem Branchenbericht vor.
Dehoga Bundesverband
Dehoga-Präsident Guido Zöllick stellte die aktuellen Zahlen aus dem Branchenbericht vor.

Als überwiegend positiv für gastgewerbliche Unternehmen bewertet der Branchenbericht Frühjahr 2019 des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) das zurückliegende Winterhalbjahr. Sorgen bereiten allerdings der anhaltende Fachkräftemangel sowie steigende Betriebs- und Personalkosten.

Für den Branchenbericht befragte der Dehoga knapp 2.700 Gastronomen und Hoteliers in ganz Deutschland zu ihren Geschäftszahlen im Zeitraum Oktober 2018 bis März 2019, sowie zu ihrer Prognose für die kommenden Sommermonate. Besonders die Gastronomen blicken in diesem Jahr deutlich positiver auf das Winterhalbjahr zurück als noch vor einem Jahr.

Gastronomie

Immerhin 41,4 Prozent von ihnen konnten im Untersuchungszeitraum ihre Umsätze ausbauen. Dies entspricht einem Plus von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Gegensatz dazu mussten 22,9 Prozent der befragten Gastronomen Umsatzeinbußen hinnehmen. Etwas geschrumpft ist die Zahl der Gastronomen, die mit Ertragsrückgängen kämpfen. Waren es im Vorjahr noch 46,8 Prozent, so lag der Anteil diesmal bei 37,9 Prozent. Als Hauptgründe für die Rückgänge gaben die Befragten hohe Betriebskosten und starken Preisdruck an.

Hotellerie

Wenig Veränderungen gab es im Vergleich dazu in der Hotellerie. Über ein Drittel (37,3 %) der Betriebe verbuchten im Winterhalbjahr ein Umsatzplus (Vj. 39,9 %), 30,9 Prozent müssen ein Umsatzminus (Vj. 30,3 %) hinnehmen. Fast 40 Prozent der befragten Hoteliers vermelden zudem Ertragsrückgänge. Verantwortlich hierfür sind der weiterhin starke Verdrängungswettbewerb auf dem Hotelmarkt sowie hoher Kostendruck.

Dennoch erwarten die befragten Gastronomen und Hoteliers ein gutes Sommergeschäft. Mehr als die Hälfte der Befragten rechnet im Vergleich zur Vorjahressaison mit einem besseren Geschäft. Dank des positiven Konsumklimas und der anhaltenden Reiselust steuert die Branche auf das zehnte Wachstumsjahr in Folge zu.

Politik ist gefragt

Um diese positive Entwicklung weiter zu fördern, fordert Dehoga-Präsident Guido Zöllick von der Politik Entlastungen für die Branche. "Mit Blick auf die wachsenden Belastungen erwartet die Branche konsequenten Bürokratieabbau, eine Reform des lebensfremden Arbeitszeitgesetzes, fairen Wettbewerb durch gleiche Steuern für Essen sowie effiziente flankierende politische Maßnahmen zur Fachkräftesicherung", sagte er.

Insbesondere der Fachkräftemangel bereitet der Branche nach wie vor Kopfschmerzen. Im Sorgen-Barometer der Dehoga-Erhebung nimmt das Thema erneut den Spitzenplatz ein. Auf dem zweiten und dritten Platz stehen die gestiegenen Betriebs- und Personalkosten. Erstmals schafften es auch die verschärften Datenschutzanforderungen in die Liste.

Über den Dehoga-Branchenbericht

Der Dehoga-Branchenbericht Frühjahr 2019 basiert auf den Ergebnissen einer halbjährlich stattfindenden Konjunkturumfrage, an der sich deutschlandweit 2.700 Hoteliers und Gastronomen beteiligt haben. Die Beurteilung der Konjunkturentwicklung bezieht sich auf die Geschäftslage im Zeitraum Oktober 2018 bis März 2019 sowie die Geschäftserwartungen für die Monate April bis September 2019. Der ausführliche Branchenbericht steht unter www.dehoga.de kostenlos zum Download zur Verfügung.



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