Dehoga-Branchenbericht

Positive Stimmung trotz hoher Belastungen

Dehoga-Präsident Guido Zöllick
© DEHOGA Bundesverband/Svea Pietschmann
Dehoga-Präsident Guido Zöllick

Grundsätzlich beurteilen gastgewerbliche Unternehmen das Geschäft im zurückliegenden Winterhalbjahr positiv. Doch die Ertragssituation bleibt angespannt. Zu diesem Ergebnis kommt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga Bundesverband) in seinem „Branchenbericht Frühjahr 2018“, der am 6. Juni 2018 bei der Jahrespressekonferenz in Berlin präsentiert wurde.

Die Gastronomen und Hoteliers blicken auf das Geschäft von Oktober 2017 bis März 2018 ähnlich positiv zurück wie im Vorjahreszeitraum.

42,7 % der befragten Gastronomen berichten von guten und 40,1 % von befriedigenden Geschäften. 34,9 % geben für das zurückliegende Winterhalbjahr steigende Umsätze an, wohingegen 31,9 % mit Umsatzeinbußen zu kämpfen hatten. Auffällig ist, dass mit 46,8 % fast jeder zweite Gastronom über Ertragsrückgänge klagt (Vorjahr: 45,6 %).

Jeder zweite Hotelier mit guten Geschäften

In der Hotellerie berichten 48,5 % von einer guten und 37,8 % von einer befriedigenden Geschäftslage. 39,9 % der Hoteliers melden Umsatzzuwächse, 30,3 % beklagen Einbußen. Auch hier kämpfen 38,5 % der Betriebe mit sinkenden Erträgen.

Als Gründe für diese Ertragsrückgänge nennt der Verband die steigenden Belastungen der Gastronomen und Hotelliers. Hohe Betriebskosten, ausufernde Bürokratie und starre Arbeitszeiten hindern das Geschäft.

Guido Zöllick, Präsident des Dehoga Bundesverbandes, ruft deshalb die Politik auf, die Branche zu entlasten. Er fordert einen konsequenten Bürokratieabbau, eine Reform des lebensfremden Arbeitsgesetzes und gleiche Steuern für Speisen als Ausdruck von mehr Wertschätzung für das Gastgewerbe.

Nach wie vor zählt auch die Mitarbeitergewinnung zu den größten Herausforderungen der Branche. Zöllick betont die Wichtigkeit, für ein besseres Image der Branche zu werben. Zudem arbeite der Dehoga Branchenverband gemeinsam mit den Gewerkschaften daran, gastgewerbliche Ausbildungen zukunftsfähig und interessant zu gestalten. Ein essenzieller Bestandteil dessen seien Ausbildungsinhalte, die die Digitalisierung der Branche betreffen – eine weitere Herausforderung der Gastronomie und Hotellerie.

Erwartungen für 2018

Die Konjunkturumfrage zeigt, dass das Gastgewerbe für die laufende Sommersaison trotz der Belastungen und Herausforderungen zuversichtlich bleibt. „Deutschlands Gastronomen und Hoteliers profitieren von der robusten Konjunktur in Deutschland und der damit verbundenen guten Konsumstimmung sowie von der weltweiten Reisefreude“, erklärt Zöllick. So prognostiziert der Dehoga Bundesverband für die Gesamtbranche im Jahr 2018 ein nominales Umsatzwachstum von 2,0 %.

Über den DEHOGA-Branchenbericht

Der Dehoga-Branchenbericht Frühjahr 2018 basiert auf den Ergebnissen einer halbjährlich stattfindenden Konjunkturumfrage, an der sich deutschlandweit 2.400 Hoteliers und Gastronomen beteiligt haben. Die Beurteilung der Konjunkturentwicklung bezieht sich auf die Geschäftslage im Zeitraum Oktober 2017 bis März 2018 sowie die Geschäftserwartungen für die Monate April bis September 2018.

Der Dehoga Bundesverband stellt seine Beobachtungen des gastgewerblichen Marktes bereits zum 37. Mal vor.

Der ausführliche Branchenbericht steht unter www.dehoga.de kostenlos zum Download zur Verfügung.



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