Ausbildung

Dehoga fordert Neuordnung


Dehoga-Präsident Guido Zöllick.
DEHOGA / Svea Pietschmann
Dehoga-Präsident Guido Zöllick.

Wirtschaft und Gewerkschaft machen sich für eine neue Strukturierung der Ausbildung im Gastgewerbe stark. Verbände stellen nun Antrag auf Neuordnung der gastgewerblichen Ausbidungsberufe beim Bundeswirtschaftsministerium.

Wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga Bundesverband) mitteilt, haben das Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung (KWB) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) bereits am 6. März 2019 einen Antrag auf Neuordnung der gastgewerblichen Ausbildungsberufe beim Bundeswirtschaftsministerium gestellt.

Demnach haben sich die Interessensvertreter auf neue Eckwerte zur inhaltlichen Modernisierung und teilweisen Umstrukturierung der Ausbildung in Gastronomie und Hotellerie verständigt: "Wir wollen im Rahmen des bewährten dualen Ausbildungssystems eine zukunftsfähige Ausbildung für Deutschlands Gastgebernachwuchs", sagt etwa Guido Zöllick, Präsident des Dehoga Bundesverbandes. "Uns geht es darum, die Ausbildung für die jungen Menschen wie für die Betriebe noch reizvoller und interessanter, noch arbeitsmarktnäher und passgenauer zu gestalten." 

Veraltete Ordnung

Die bestehenden Ausbildungsordnungen seien von 1998, heißt es in einem Schreiben des Dehoga. Seitdem habe sich in der Branche und im Land vieles verändert. Auch gesellschaftliche Entwicklungen wie die fortschreitende digitale Vernetzung, sich wandelnde Ernährungsgewohnheiten und Gästeerwartungen sowie neue gesetzliche Vorgaben erforderten laut Dehoga eine Aktualisierung der Ausbildungsinhalte.

Im Restaurantfach gehe es darum, den Kompetenzen zu Produkten, zum Verkauf und zum Veranstaltungsmanagement eine höhere Gewichtung zu geben. "Der Fachmann/die Fachfrau für Systemgastronomie wird insbesondere mit Blick auf Digitalisierung und Interkulturalität modernisiert", lautet eine Forderung.

Kalkulation und Kostenkontrolle

Bei den Köchen sollten Kalkulation und Kostenkontrolle eine noch größere Rolle spielen ebenso wie moderne Küchentechnik, neue Anforderungen im Verbraucherschutz und sich wandelnde kulinarische Vorlieben der Gäste. Um die Vermittlung von Basiskenntnissen in diesem weiterhin handwerklich geprägten Beruf zu unterstützen, sollen Mindestinhalte insbesondere in den Bereichen Arbeitstechniken und Garverfahren detaillierter formuliert und konkretisiert werden.

"Digitalisierung und Kommunikation" und "Anleitung und Führung von Mitarbeitern" zählen ebenfalls zu den Dispziplinen, die in den Ausbildungen eine größere Rolle spielen sollen.

Über die Details der Ausbildungsordnungen beraten Sachverständige, die von den Sozialpartnern berufen werden. Gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) entwickeln sie die Texte und stimmen diese zwischen allen Beteiligten ab bis zum Erlass einer Rechtsverordnung.

August 2021

Üblicherweise beträgt die Dauer von Ordnungsverfahren ab der Weisung an das BIBB laut Dehoga etwa ein Jahr. "Ein realistischer Zeitpunkt für das Inkrafttreten der neuen Verordnungen könnte danach August 2021 sein", heißt es abschließend.

Ausbildung im Gastgewerbe



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