DEHOGA Hessen

Schwere Einbußen und Insolvenzen im Herbst befürchtet

Anlässlich der Sommerpressekonferenz hat der Branchenverband Dehoga Hessen aktuelle Zahlen zur wirtschaftlichen Lage im hessischen Gastgewerbe veröffentlicht. Hier zu sehen: Der Vorstand mit Masken.
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Anlässlich der Sommerpressekonferenz hat der Branchenverband Dehoga Hessen aktuelle Zahlen zur wirtschaftlichen Lage im hessischen Gastgewerbe veröffentlicht. Hier zu sehen: Der Vorstand mit Masken.

Der Dehoga Hessen erwartet für das letzte Quartal des Jahres bei bis zu einem Fünftel der gastgewerblichen Betriebe Geschäftsaufgaben. „Uns steht eine Insolvenzwelle im Herbst dieses Jahres bevor“, prognostiziert Julius Wagner, Hauptgeschäftsführer des Dehoga Hessen, auf der Sommerpressekonferenz in Wiesbaden, insbesondere für Clubs, Diskotheken und Hotellerie.

Bei über der Hälfte der hessischen Betriebe in Hotellerie und Gastronomie bricht der Umsatz in den aktuellen Sommermonaten um über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein. Bei einem weiteren Drittel der Betriebe liegt der Umsatzeinbruch zwischen 20 und 40 Prozent. Ein Viertel verzeichnet sogar Umsatzeinbußen von über 70 Prozent. Die Schätzungen bis Ende August sind mit diesen validierten Umsatzzahlen nahezu identisch. 

Besonders betroffen sind Clubs, Discotheken und die von Geschäftsreisenden und dem Tagungsgeschäft abhängige Stadthotellerie. In einer Umfrage gibt rund ein Viertel der Hotellerie in Hessen an, bis zum Jahresende Insolvenz anmelden zu müssen. Die städtischen Hotels sind überproportional hart betroffen. Bei Restaurants, Cafés oder Bistros ist eine wirtschaftliche Überlebensperspektive nur aufgrund der Möglichkeiten der Kurzarbeit, teilweisen Stundungen von Dauerverbindlichkeiten oder durch staatliche Förderprogramme und Kredite gegeben. Der hessische Verband befürchtet bis zu 1.500 Betriebsaufgaben.

Alarmierende Signale

Insgesamt würden die neuesten Erkenntnisse den seit Monaten mahnenden Verband nicht überraschen, so dessen Präsident Gerald Kink, doch in konkreten Zahlen seien die Szenarien umso alarmierender. „Das Schlimmste steht uns noch bevor. Der Druck auf der Branche bleibt immens.“, so Kink.

Laut der jüngsten Branchenbefragung des Verbandes (rund 1.000 Befragte) halten 70 Prozent der Betriebe die Maßnahmen der Landesregierung nach wie vor für richtig und setzen alle Auflagen um. Vom verbleibenden Drittel der Unternehmen sehen lediglich 16 Prozent diese als überzogen an, die übrigen 14 Prozent sind verunsichert, befolgen die Regeln, haben jedoch keine eigene Einschätzung dazu. Der Verband sei der verantwortlichen Politik in Bund und Land dankbar für ihr schnelles Handeln. Doch nun dürfe nicht der Fehler begangen werden, zu glauben, die Krise sei überstanden, warnt Gerald Kink.



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