Delivery Hero | Foodpanda

Jäher Liefer-Stopp in Deutschland

Nach einem halben Jahr auf dem deutschen Markt hat sich Delivery Hero entschlossen, sich wieder zurückzuziehen.
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Nach einem halben Jahr auf dem deutschen Markt hat sich Delivery Hero entschlossen, sich wieder zurückzuziehen.

Schrumpfmodus beim Liefer-Helden. Der weltweit aktive Food-Lieferservice Delivery Hero will nur den Hub Berlin weiter betreiben mit Foodpanda Deutschland als Innovationszentrum. Der Fokus soll auf der Entwicklung neuer Logistik- und Technologielösungen für die Lieferindustrie liegen. Die japanische Tochterfirma Foodpanda soll veräußert werden.

Das Unternehmen sucht vor allem neue Wachstumsmöglichkeiten mit größerem Potenzial, äußert sich CEO und Mitgründer von Delivery Hero Niklas Östberg: "Die Entscheidung, unsere Aktivitäten in Deutschland zu reduzieren und die Veräußerung unseres japanischen Geschäfts zu planen, ist uns nicht leicht gefallen. Wir sehen uns jetzt mit einer ganz anderen Realität konfrontiert als bei unserem Eintritt in diese Märkte." Obwohl die beiden Länder-Teams von Foodpanda große Fortschritte gezeigt hätten, sei es immer schwieriger geworden, einen echten Mehrwert in Deutschland und Japan zu schaffen. "Ich möchte meine große Dankbarkeit und Bewunderung für die Leistungen beider Teams aussprechen und es macht mich wirklich stolz, wenn ich sehe, welch erstaunlichen Service sie aus dem Nichts aufgebaut haben. Wir werden alles tun, um unsere Heroes auf ihrem weiteren Weg zu unterstützen."

Deutschlandgeschäft wird Innovationshub

Foodpanda wurde in diesem Sommer in Deutschland gestartet, um den Mitarbeitern am Berliner Hauptsitz von Delivery Hero das eigene Produkt näher zu bringen. Nach einer erfolgreichen Pilotphase in Berlin wurde der Betrieb schnell auf weitere Städte ausgeweitet. Seit dem Start des Dienstes hat sich das Umfeld auf dem deutschen Markt jedoch erheblich verändert. Zahlreiche externe Faktoren, wie die wachsende Zahl von Anbietern und der Mangel an Fahrern, haben gegen Ende des Jahres zu dieser Entscheidung geführt.

Gleichzeitig haben sich viele weitere Wachstumschancen in anderen Märkten sowie im Segment Integrated Verticals, vor allem im Bereich Quick Commerce, ergeben. Delivery Hero hat daher die bewusste Entscheidung getroffen, den Geschäftsumfang von Foodpanda Deutschland zu reduzieren und den Betrieb in allen Städten, außer dem Zentrum Berlins, einzustellen.

Zukunfts-Technologien erkunden

Laut Unternehmens-Informationen will Foodpanda Deutschland ab dem ersten Quartal 2022 weiterhin sicherstellen, dass Delivery Hero-Mitarbeiter in der Berliner Zentrale das Produkt und die Technologien, die sie entwickeln, selbst erleben können. Das Team kann so wichtige Erkenntnisse über den Service des Unternehmens erlangen, neue Funktionen testen und Innovationen für die gesamte Lieferindustrie vorantreiben.

Alle betroffenen Mitarbeiter, Fahrer, Picker, Kunden und Partner wurden über die bevorstehende Veränderung informiert, so Delivery Hero. Das Unternehmen will Mitarbeitern von Foodpanda Deutschland Positionen innerhalb der Delivery-Hero-Gruppe oder bei Partnern aus dem Branchennetzwerk vermitteln. Mitarbeiter, die nicht innerhalb der Gruppe bleiben, erhalten eine Abfindung.

Ausstieg aus Japan

Eine sehr ähnliche Situation hat sich auf dem japanischen Markt gezeigt, in den Delivery Hero im September 2020 eingetreten ist. Um sich auf andere Wachstumsprioritäten innerhalb der Gruppe zu konzentrieren, plant Delivery Hero daher, sein Geschäft in Japan zu veräußern. Der entsprechende Prozess wird im ersten Quartal 2022 eingeleitet. "Während dieser bevorstehenden Übergangsphase hat es für Delivery Hero oberste Priorität, alle Mitarbeiter zu unterstützen und ihnen für ihr Engagement in den letzten anderthalb Jahren zu danken", versichert das Unternehmen.
Über Delivery Hero
Die Lieferplattform Delivery Hero bietet ihren Dienst in rund 50 Ländern in Asien, Europa, Lateinamerika, dem Nahen Osten und Nordafrika an. Das Unternehmen startete 2011 als Lieferdienst für Essen und betreibt heute seine eigene Logistik auf vier Kontinenten. Das Unternehmen arbeitet im Bereich des Quick-Commerce, mit dem Ziel, Lebensmittel und Haushaltswaren in weniger als einer Stunde – häufig in 10 bis 15 Minuten – zum Kunden zu bringen. Seit 2017 ist Delivery Hero an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.

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