Delivery-only-Konzepte

Aus der Geisterküche

Rooboxen in Blackwall: Die ersten Deliveroo-Editions-Küchen waren in Containern untergebracht.
© Deliveroo/Michael Franke
Rooboxen in Blackwall: Die ersten Deliveroo-Editions-Küchen waren in Containern untergebracht.

Ghost Kitchens und virtuelle Marken schaffen ein Gastronomie-Angebot, das ohne Gastraum auskommt und nur für den Liefermarkt bestimmt ist. Trend der Zukunft oder vorübergehender Hype?

Dieser Text ist ein Exzerpt. Mehr zu aktuellen Delivery-Only-Konzepten in der  Titelgeschichte der foodservice  im August. Anmerkung: Der Deutschland-Rückzug Deliveroos war zum Drucktermin des Magazins nicht bekannt und wird deshalb in der Geschichte nicht berücksichtigt.

"Roobox" nannte der UK- Lieferdienstanbieter Deliveroo seine erste Version des Ghost-Kitchen-Konzepts Deliveroo Editions, die seit 2017 an Londoner Verkehrsknotenpunkten auftauchten. Die schwarzen Baucontainer mit der hochmodernen Küchenausstattung waren ein plakatives – und durchaus kontrovers diskutiertes – Beispiel für ein neues Geschäftsmodell, das sich ausschließlich am Food-Delivery-Markt ausrichtete. Doch bei Weitem nicht das einzige.

Die Grundidee hinter diesen Modellen ist ähnlich; egal, ob dahinter ein lokales Gastro-Start-up oder ein in mehreren Ländern agierender Lieferdienst steckt: Das gastronomische Angebot für den Verbraucher existiert in der Regel nur digital, in Form einer oder mehrerer Marken samt Speisekarte und Bestellmöglichkeit. Per Lieferung kommt das Essen zum Gast. Durch den Verzicht auf Gastraum und Personal soll sich die Profitabilität erhöhen. Doch so ähnlich die Idee, so unterschiedlich die Ausgestaltungen.

Dabei lassen sich grundsätzlich zwei Ansätze unterscheiden: zum einen der Betrieb von reinen Küchen ohne Gastraum, den sogenannten Ghost Kitchens, aus denen eine oder mehrere Liefermarken zum Verbraucher geschickt werden. Dagegen werden mit "virtuellen Marken" brachliegende Küchenkapazitäten in bereits existierenden Restaurants genutzt, die aber mitunter in eine ganz andere kulinarische Richtung gehen.

Egal, in welche Richtung sich das Geschäft mit den Ghost Kitchens und den virtuellen Marken entwickelt: Das Potenzial insbesondere des deutschen Liefermarkts bleibt gewaltig. Das belegen Zahlen der npdgroup aus Nürnberg. 3,8 Mrd. Euro Umsatz verzeichneten die Marktforscher im Jahr 2018, ein Wachstum von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Immer wichtiger sind dabei die digitalen Kanäle. 


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