Deutsche Bahn | Post-Corona

Endlich wieder Service im Bahn-Bistro

Isabel Diez

Die Durststrecke war coronabedingt lang. Viele Monate mussten Reisende der Deutschen Bahn auf Service an den Plätzen in den Bordbistros verzichten. Das ändert sich heute.

Was für eine Überraschung am Morgen in der Deutschen Bahn. Seit heute gibt es in den Bord-Bistros und den -Restaurants wieder den vollen Service – also auch Getränke und Speisen offeriert am Platz. Ein weiterer Schritt in die Normalität – so fühlt es sich jedenfalls an. Einzige Voraussetzung: es gilt 3G (geimpft, genesen, getestet). Zudem müssen sich Reisende mit ihren Kontaktdaten auf einer Seite der Bahn via QR-Code registrieren.

3G und Registrieren kein Problem

Für ausnahmslos alle Reisenden während meiner Fahrt im Bahn-Restaurant Richtung Frankfurt heut früh ist das kein Problem. Alle registrieren sich nach dem freundlichen Hinweis der Servicekraft im Restaurant. Ihr ist es sichtlich unangenehm danach zu fragen – aber jeder anwesende Gast zeigt vollstes Verständnis und soweit ich das überblicken kann legen alle Gäste in meinem Umkreis ihr Impfzertifikat vor. Lediglich ein Gast hat den Nachweis nicht dabei. Aber er verlässt das Restaurant ohne Groll und murmelt der Servicekraft ein freundliches "ist absolut in Ordung – kein Problem" hinterher.

Was zu spüren ist, das ist die Freude. Endlich wieder ohne Maske im Restaurant der Bahn, aus Gläsern und Tassen trinken, von richtigen Tellern essen – adé Pappbecher! Und so bestelle ich mir voller Enthusiasmus einen großen Cappuccino für 3,70 Euro. Und was soll ich sagen – einfach lecker und ganz anders als in den To-go-Bechern, die obendrein für viel zu viel Müll sorgen. Eine 4er-Männergruppe schräg hinter mir ordert eine Runde Hefe hell – im Glas versteht sich. Gleich im Anschluss wird munter über das Impfthema diskutiert – und der Service mit einem großzügigen Trinkgeld bedacht.

Begrenzte Genuss-Zeit

Das Restaurant ist zu einem Drittel gefüllt, die Atmosphäre entspannt. Einzige zwei Wehrmutstropfen: Nach 45 Minuten soll der Platz für den nächsten Gast bereit stehen und die Maske darf nur während des aktiven Verzehrs abgelegt werden. Hier wäre es schön, wenn die gleichen Regeln wie in der Gastronomie generell gelten würden – nämlich, dass auf die Maske am Platz für die Dauer des Aufenthalts verzichtet werden kann. Bei 3G sollte das ja auch kein Problem sein.

Kurz vor Mannheim macht der engagierte Service noch eine Runde bei den Gästen, die noch bezahlen müssen. Für die Dame ist in Mannheim erst einmal Schluss. Mit jedem Gast hält sie noch ein kurzes Pläuschen. "Gute Fahrt noch liebe Gäste und bleiben Sie gesund in diesen verrückten Zeiten", ruft sie uns zum Abschied zu. Dann ist sie weg und das neue Service-Team übernimmt.

Fazit: Auch wenn ich mir noch ein bisschen Nachjustierung bei den Bedingungen wünsche – ein Bahn-Bord-Bistro mit vollem Service und einer netten Ansprache ist einfach schön, sorgt für zufriedene Gäste und eine angenehme Zugfahrt.
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