Vending-Automatenwirtschaft

Verband fordert ermäßigte Mehrwertsteuer

Automaten sichern eine Grundversorung - auch in Krisenzeiten.
Koelnmesse
Automaten sichern eine Grundversorung - auch in Krisenzeiten.

Der Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft (BDV) fordert in einem Positionspapier die Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Heißgetränke aus dem Automaten auf einheitliche 7 Prozent. Automaten-Dienstleister, die von der Krise hart getroffen sind, bekämen so etwas Luft, um die drastischen wirtschaftlichen Verluste abzufangen.

Die Preisgestaltung am Automaten ist ohnehin seit Jahren diffizil. Während auf Snacks und Suppen 7 % Mehrwertsteuer fällig sind, wird auf Kaffee schwarz und die verschiedenen Kaffee-Milch-Mischgetränke und Kakao - je nach Milchanteil - jedoch 19 % erhoben. Bei der ohnehin preislich engen Kalkulation am Automaten bedeutet eine einheitliche, reduzierte Mehrwertsteuer von 7 % bei Heißgetränken – die einen Umsatzanteil von 70 Prozent ausmachen - eine deutliche Entlastung und Soforthilfe für die Branche.

Der Forderung der Dehoga zur Senkung des Mehrwertsteuersatzes für gastronomische Leistungen auf 7 Prozent schließt sich der BDV dabei im Wesentlichen an. Leider hat sich die Koalition bisher nur auf eine temporäre Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Speisen in der Gastronomie geeinigt. Der BDV drängt jetzt darauf, den Mehrwertsteuersatz für Heißgetränke einheitlich und auch für die Vending- Dienstleistung auf 7 Prozent zu senken.
BDV Geschäftsführer Dr. Aris Kaschefi
BDV
BDV Geschäftsführer Dr. Aris Kaschefi

„Wenn deutschlandweit Unternehmen für ihre Mitarbeiter Kurzarbeit anordnen, dann werden mit den Verpflegungsautomaten in den Betrieben keine Umsätze mehr gemacht“, erklärt BDV Geschäftsführer Dr. Aris Kaschefi. Auch die Schließungen in der Gastronomie und der reine Außer-Haus-Verzehr bei Bäckereien treffe die die Mitglieder des BDV hart. „Die haben dort vielfach Kaffeemaschinen im Einsatz, die derzeit ebenfalls keinen oder kaum Umsatz erwirtschaften“, so Kascherfi.

Liquide Mittel fehlen

Im Schnitt über 50 Prozent Umsatzrückgang verzeichnet die Branche laut einer aktuellen Konjunktur-Umfrage des Verbandes. Umsätze, die jetzt wegfallen, werden – ähnlich wie in der Gastronomie – nicht mehr nachgeholt. Durch die Umsatzeinbußen fehlen liquide Mittel, um die laufenden Kosten zu decken. „Wir können derzeit nicht absehen, wie lange gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen diese Situation durchhalten.
Die derzeitigen Soforthilfen reichen maximal für eine Überbrückung von vier bis acht Wochen“, so Kaschefi, der befürchtet, dass gerade kleinere Unternehmen diese Ausfälle nicht überstehen. Für die Betreiber von Heißgetränkeautomaten, die mit ihren Geräten die „kleine Gastronomie“ rund um die Uhr anbieten, stellt sich die gegenwärtige Situation damit ähnlich dramatisch dar, wie in der allgemeinen Gastronomie.

Die Senkung bringe wirtschaftliche Planungssicherheit, um Arbeitsplätze zu sichern. Sie wäre ein dringend benötigtes positives Zeichen für die überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen und ihre Mitarbeiter. „Wir fordern die Politik auf, die Automatendienstleister mit ihrem, insbesondere in der Betriebsversorgung wichtigen, Angebot der Zwischenversorgung nicht aus den Augen zu verlieren. Unterstützen Sie unsere Branche im gegenwärtigen Existenzkampf“, appelliert Kaschefi.

Über den BDV

Der Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft e.V. (BDV) ist die führende Wirtschaftsvereinigung der Hersteller von Getränke- und Verpflegungsautomaten und der in diesem Bereich tätigen Automaten-Dienstleister („Operator“) und Lebensmittelhersteller. Der BDV zählt rund 350 Mitglieder, ca. 200 davon sind selbständige Automaten-Dienstleister, meist regional tätige, mittelständische Unternehmen. Insgesamt machen die dem BDV angehörenden Automaten- Dienstleister etwa zwei Drittel des gesamten Marktes aus.




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