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Empfehlung zum Konsum von Zucker


Die Deutschen nehmen in ihrer Ernährung täglich viel zu viel Zucker auf.
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Die Deutschen nehmen in ihrer Ernährung täglich viel zu viel Zucker auf.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) haben kurz vor Weihnachten ein sogenanntes „Konsensuspapier“ zur maximalen Zufuhr freier Zucker in Deutschland veröffentlicht. In dem gemeinsam verfassten Statement schließen sich die drei Fachgesellschaften der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2015 an und sprechen sich für eine maximale Zufuhr freier Zucker von weniger als 10 Prozent der Gesamtenergiezufuhr aus.

Bei einer Gesamtenergiezufuhr von 2.000 kcal pro Tag entspricht diese Empfehlung einer maximalen Zufuhr von 50 Gramm freien Zuckern pro Tag. Dazu zählen Monosaccharide und Disaccharide, die Hersteller oder Verbraucher Lebensmitteln zusetzen sowie auch natürliche Zucker, die in Honig, Sirupen, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten vorkommen. Die quantitative Empfehlung der drei Fachgesellschaften ist nicht im Sinne einer empfohlenen Zufuhr zu verstehen, sondern als maximale Obergrenze, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung.

Zu viel Zucker führt zu Übergewicht

Zu viel Zucker fördert die Entstehung von Übergewicht und Adipositas sowie zahlreiche mit Übergewicht assoziierte Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 und kardiovaskuläre Erkrankungen und die Entstehung von Karies. Gesundheitsfördernd sei daher eine zuckerarme Ernährung.

Zuckerzufuhr in Deutschland

Daten aus Verzehrstudien zeigen, dass die Zufuhr freier Zucker in Deutschland besonders bei jüngeren Altersgruppen deutlich über der Empfehlung von unter 10 Energieprozent (En%) liegt. Während in der Altersgruppe zwischen 15 und 80 Jahren die Zufuhr bei Frauen rund 14 En% beträgt, liegt sie bei Männern bei 13 En%. Das entspricht einer Zufuhr an freien Zuckern bei Frauen von 61 Gramm pro Tag und bei Männern von 78 Gramm pro Tag. Kinder und Jugendliche konsumieren bis zu 17,5 En%. Um die Zufuhrempfehlung freier Zucker nicht zu überschreiten, müsste der aktuelle Konsum um mindestens ein Viertel gesenkt werden.

Süßwaren und Softgetränke im Fokus

Ein großer Anteil der Zufuhr freier Zucker stammt in Deutschland aus Süßwaren (36 %) und zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken wie Fruchtsäften und Nektaren (26 %) sowie Limonaden (12 %). Besonders der hohe Konsum zuckerhaltiger Getränke kann zu einer positiven Energiebilanz und in der Folge erhöhtem Körpergewicht sowie gesteigerten Krankheitsrisiken führen. Da zuckergesüßte Getränke keinen Sättigungseffekt haben, führt ihr Konsum leicht zu einer insgesamt zu hohen Energiezufuhr.

Weniger Zucker ist mehr

Kinder sollten sich erst gar nicht an eine hohe Zuckerzufuhr und den damit verbundenen Süßgeschmack gewöhnen. Speziell für Kinder beworbene Lebensmittel seien oft stark zuckerhaltig und deshalb überflüssig, teilen die Fachgesellschaften mit. Bisher haben Maßnahmen, die eine Verhaltensänderung der Konsumenten zum Ziel haben, nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Aus diesem Grund werden derzeit weltweit verschiedene ernährungspolitische Maßnahmen aus dem Gebiet der Verhältnisprävention ausprobiert, auch mit dem Ziel der bevölkerungsweiten Reduktion der Zuckerzufuhr. In Deutschland sollen auf freiwilliger Basis der Industrie ab 2019 bis 2025 die Zuckergehalte in Fertigprodukten reduziert werden.

Langfristig sei jedoch nur eine abgestimmte Kombination von Verhaltensprävention mit verschiedenen verbindlichen Maßnahmen der Verhältnisprävention sinnvoll, das heißt, ein ganzheitlicher Ansatz, Nur so könne man dem komplexen Problem von Übergewicht bzw. Adipositas sowie den assoziierten ernährungsmitbedingten Erkrankungen gerecht werden, sind die Autoren des Statements überzeugt.



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