Drei Fragen an Axel Ohm

"Unser Konzept ist voll aufgegangen"

Axel Ohm auf dem Heilbronn Hospitality Symposium.
Richard Krzok
Axel Ohm auf dem Heilbronn Hospitality Symposium.

Axel Ohm betreibt zusammen mit Patrick Rüther die Überquell Brauwerkstätten. Die Micro-Brauerei mit angeschlossener Gastronomie in Hamburg St. Pauli direkt an der Elbe sorgt seit Sommer 2017 für hopfige Erfrischung bei leckerer Pizza. FOOD SERVICE stand er für ein Gespräch zur Verfügung.



Wie lief das Jahr 2018 für Überquell?
Wir haben erst im Juni 2017 geöffnet, daher war 2018 unser erstes volles Jahr. Das Thema handwerkliche Produkte – Bier, Pizza, Bowls – in Kombination mit einer Gastro mit großer Außenterasse und einem genialen Sommer ist voll aufgegangen für uns. Wir haben sehr diverse Gäste von jung bis alt. Das wollten wir immer erreichen. Und wir haben es geschafft, die Nachbarschaft zu integrieren. Das ist für einen Standort wie unseren, direkt an der Elbe, besonders wichtig.

Was ist für 2019 in Planung?
Der Fokus liegt auf weiteren Optimierungen. Wir sind gerade in einer zwei- bis dreijährigen Eröffnungsphase. Highlights sind Schulungsprogramme für Mitarbeiter und Verständnis für unsere Produkte zu vermitteln. Wir haben weitere Kunstprojekte vor. Natürlich werden wir die Brauerei und den Außendienst weiterentwickeln. Schließlich wollen wir neben dem Großraum Hamburg nach Nordhein-Westfalen. Wir wollen mit unserer Biermarke – dank einem innovativen Netzwerk aus fünf weiteren Brauereien – dorthin, wo wir reingehören: Gastronomie, aber auch Einzelhandel. Zudem arbeiten wir an einem alkoholfreien Bier.

Quick Facts Überquell
Inhaber Patrick Rüther, Axel Ohm 
Betriebstyp Craft-Bier-Brauerei + Brewpub + Pizzeria + Biergarten 
Sitzplätze 170 indoor, 120 Biergarten 
Umsatz (netto) 1,5 Mio. € (nur Gastronomie) 
Tagesfrequenz im Schnitt 280 wochentags, 300-350 Do/Fr/Sa 
Frequenzspitze 1.000 (bei Top-Biergarten-Wetter) 
F:B-Relation 30:70 
Durchschnittsbon Pizzeria 14,90 €, Brewpub 8 €, Biergarten 8 € 
Zahl der Mitarbeiter 28 (Gastronomie+Brauerei) 
Quelle: foodservice 03/2018

Was sind die größten Herausforderungen und Chancen?
Die größte Herausforderung ist, dass es die Craft-Beer-Szene bislang nicht geschafft hat, größere Zielgruppen anzusprechen. Wir müssen neue Wege gehen, um auch den ganz normalen Biertrinker anzusprechen. Da haben wir jede Menge Ideen. Die größte Chance ist, dass Bier immer weiter zum Thema wird. Wir sind eine Biertrinker-Nation und die Menschen verstehen immer besser, dass ein handwerklich gemachtes Bier auch anders schmecken kann. 

Übrigens: Eine ausführliche Fallstudie der Überquell-Brauerei und -Gastronomie lesen Abonnenten in der foodservice 03/2018.

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