Düsseldorf

Auf Hausmann’s folgt HeimWerk

Schnitzel in den unterschiedlichsten Varianten sind das Herzstück der Karte des Konzepts HeimWerk.
Heimwerk
Schnitzel in den unterschiedlichsten Varianten sind das Herzstück der Karte des Konzepts HeimWerk.

Im Januar dieses Jahres zogen Tim Mälzer und Patrick Rüther die Notbremse für ihren Hausmann’s-Standort in der Düsseldorfer Altstadt. Nach eigener Aussage haben sie dort "nicht an einem einzigen Tag Geld verdient". Das Münchner Team um Archibald von Keyserlingk will es mit dem Konzept HeimWerk jetzt besser machen.

"Wir freuen uns wahnsinnig auf den Start in Düsseldorf", so der geschäftsführende Gesellschafter von HeimWerk, Archibald Graf von Keyserlingk. "Für unsere Zwecke ist der Standort in der Düsseldorfer Altstadt geradezu ideal: ein tolles, ausgehfreudiges Publikum, das sich gern gut und bewusst ernährt, aber auch dem Bier zugetan ist, und eine großartige Lage nahe dem Carlsplatz."

2016 öffnete der Pilot des Konzepts Heimwerk in München Schwabing.
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2016 öffnete der Pilot des Konzepts Heimwerk in München Schwabing.
Für das 2016 in Schwabing gestartete Konzept HeimWerk ist es Standort Nummer drei und das erste Restaurant außerhalb der Heimat München. Gemäß dem selbst gesteckten Grundsatz des regionalen Einkaufs musste die Lieferkette für das Düsseldorfer Restaurant fast vollständig neu aufgesetzt werden. "Unser Einkaufsradius liegt im Schnitt bei etwa 150 Kilometern", erklärt Keyserlingk. "Das bedeutet beispielsweise, dass wir in Düsseldorf das Fleisch oder Mineralwasser aus anderen Quellen beziehen werden als in München."

Eine Ausnahme hingegen macht Keyserlingk bei der Auswahl der Biere. "Wir werden zwar auch Alt anbieten – das gehört sich in Düsseldorf natürlich –, aber auch nicht auf Münchner Biere verzichten. Bei der Speisekarte bleibe man ebenfalls dem bewährten Konzept treu: Schnitzel in unterschiedlichen Varianten und Kaiserschmarrn sind die Signature-Gerichte von HeimWerk. "Unsere Karte ist nicht spezifisch auf München zugeschnitten, die Gerichte sind in ganz Deutschland und darüber hinaus beliebt. Und bei den regionalen Spezialitäten Düsseldorfs müssen wir wohl sagen: Rheinischen Sauerbraten zum Beispiel können andere hier sicherlich besser."

Eröffnung für Oktober geplant

Im September beginnen die Umbauarbeiten, die Eröffnung soll nach Möglichkeit noch im Oktober stattfinden. Die Schlüsselpositionen sind laut Keyserlingk bereits besetzt. Die Eröffnungsphase wird der Unternehmer persönlich betreuen, zusätzlich werden Team-Mitglieder aus München die Düsseldorfer unterstützen. Die vormals drei Bereiche des Gastraums im Hausmann’s sollen eins werden. "Insgesamt wird die Atmosphäre locker und offen. Lange Tische und Bänke stehen bei HeimWerk für Geselligkeit und passen zu Bier und heimatlicher Küche."

Die Standorte sollen sich nicht wie Klone gleichen, sagt HeimWerk-Gründer Keyserlingk. Einzelne Design-Elemente werden jedoch wiederkehren.
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Die Standorte sollen sich nicht wie Klone gleichen, sagt HeimWerk-Gründer Keyserlingk. Einzelne Design-Elemente werden jedoch wiederkehren.
Für die Inneneinrichtung gäbe es kein Standardmuster. "Wir passen uns an das jeweilige Umfeld an. Aber natürlich kehren ein paar Design-Elemente wieder, die unsere Gäste bereits aus München kennen." Der Gastraum wird nach dem Umbau etwa 300 Quadratmeter groß sein und bis zu 190 Gästen Platz bieten. Weitere 100 Plätze soll es auf der Terrasse geben. "Damit sind wir in puncto Größe seit unserem Piloten in Schwabing kontinuierlich gewachsen und mit Düsseldorf dort angekommen, wo wir uns sehen", meint Keyserlingk.

Ob Düsseldorf nun den Startschuss für ein beschleunigtes Wachstum des Konzepts markiert? "Wir wollen nachhaltig wachsen. Schnelligkeit spielt dabei nicht die zentrale Rolle, zumal wir alle Standorte selbst betreiben", erklärt Keyserlingk. Der Ausgangspunkt Düsseldorf allerdings sei optimal, da die Lieferkette nun stehe. "Auch Köln und Essen sind interessante Standorte in Reichweite und selbst in Düsseldorf ist ein zweites Restaurant denkbar."

 

Über Heimwerk

"Wer XXL-Schnitzel sucht, ist bei uns verkehrt", erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Archibald Graf von Keyserlingk. Fünf Grundsätzen hat sich die Formel HeimWerk verpflichtet:

  • Weniger Posten auf der Karte, dafür höhere Qualität und weniger Abfall
  • Artgerechte Tierhaltung, nachhaltige Landwirtschaft, ohne Gentechnik, keine künstlichen Zusatz- und Konservierungsstoffe
  • Geringe Entfernung der Erzeugerbetriebe zum Restaurant
  • Täglich frisch und hausgemacht, keine Fertigprodukte
  • Faire Entlohnung von Erzeugern und Mitarbeitern, faire Preise für die Gäste

Gemeinsam mit fünf weiteren Gesellschaftern, darunter kein Geringerer als Peter Inselkammer (jun.), Hotelier, Sprecher der Wiesn-Wirte und Wirt des Armbrustschützen-Zelts, schickte Keyserlingk die Formel HeimWerk 2016 in Schwabing an den Start. Im Januar 2018 folgte Standort 2 im Münchner Glockenbachviertel. Von Beginn an ist die Multiplikation erklärtes Ziel des Projekts.

Der Durchschnittsbon liegt in München laut Keyserlingk bei 17 bis 18 Euro. In Düsseldorf könne man dies sogar übertreffen, so der Unternehmer, der selbst sechs Jahre in der Metropole am Rhein gelebt hat.



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