Dunkin' Donuts

Concept Store gibt Richtung vor

Ordentlicher Andrang bei der Eröffnung des neuen Dunkin' Donuts Concept Stores in Berlin.
Ruben Elstner Photography
Ordentlicher Andrang bei der Eröffnung des neuen Dunkin' Donuts Concept Stores in Berlin.

Sogar der amerikanische Botschafter Richard Grenell gab sich die Ehre, als Dunkin' Brands Executive Chairman Nigel Travis den neu gestalteten Dunkin' Donuts Concept Store am Brandenburger Tor in Berlin Ende Juli eröffnet hat. Das zeigt den Stellenwert der Marke in den USA, die nun auch in Deutschland zu neuen Höhenflügen ansetzen will.

Und tatsächlich ist im Store-Inneren vieles neu. Von der verspielten, grellbunten Optik - die sich laut Travis in den deutschen Stores seit dem Deutschland-Start 1999 nicht verändert hatte - ist nicht viel übrig. Statt dessen dominiert Holz, kombiniert mit dunken Stahlstreben sorgt es für eine edle Optik. Ein neues Lichtkonzept sorgt für Wohlfühlatmosphäre, die Menüboards sind nun digitalisiert, Stühle und Tische hochwertiger. Die Donuts werden nicht wie bisher hinter der Theke, sondern in Vitrinen direkt vor dem Kunden platziert. Am Thekenende zeigen die große Siebträgermaschine und der Zapfhahn für das in Deutschland neu im Sortiment befindliche Cold Brew, wohin die Reise geht.

Dunkin' Donuts: Neues Konzept setzt den Fokus auf Kaffee


Fokus auf Kaffee - Konkurrenz zu Bäckereien

"Das ist alles Teil unserer 360°-Coffee-Forward-Strategy", erklärt Travis. Denn im in den letzten Jahren schwächelnden deutschsprachigen Markt will man sich nun verstärkt als Kaffeeanbieter positionieren und so lukrativer werden. "In den USA stehen wir seit jeher für die Kombination Donuts und Kaffee, machen 60 Prozent des Umsatzes mit Getränken. Hier in Deutschland entfallen bislang 65 Prozent des Umsatzes auf Donuts", erläutert Travis. Laut Sven Wess, Regional International Business Manager von Dunkin' Brands Deutschland, trete man damit direkter in Konkurrenz zu internationalen und lokalen Kaffeeketten, vor allem aber auch zu Bäckereien.


In den vergangenen Jahren tat sich Dunkin' Donuts in Deutschland vergleichsweise schwer. Laut foodservice-Top-100-Ranking sank der jährliche Netto-Umsatz von 2015 bis 2017 in Deutschland um rund 4 Mio. Euro (teils Schätzwerte). Die Zahl der Units ging in diesem Zeitraum von 71 auf 57 zurück. 2017 meldeten zudem zwei der deutschen Franchisenehmer Insolvenz an. Doch mit der Übernahme der entsprechenden Restaurants durch die saudi-arabische Shahia Food Gruppe sieht man sich nicht nur für die Modernisierung der bestehenden Filialen gerüstet, sondern auch für Expansion in Deutschland. Noch 2018 sollen zehn neue Dunkin' Donuts öffnen, davon zwei in Berlin, drei in München.
Über Dunkin' Donuts
Dunkin' Donuts ist eine amerikanische Kaffee- und Donut-Kette, die 1948 gegründet wurde. Weltweit gibt es rund 11.000 Filialen der Kette, allein in den USA 9.200. Alle Filialen werden von Franchisenehmern betrieben. 2017 erwirtschaftete Dunkin' Donuts in den USA laut Fachmagazin Nation's Restaurant News Systemumsätze von 8,46 Mrd. US-Dollar, was die Kette zur achtgrößten des Landes macht. In Deutschland betreiben fünf Franchisenehmer 57 Restaurants mit einem 2017 von foodservice geschätzten Umsatz von 24 Mio. Euro.


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