Dysphagie-Kost

Bratwurst ohne kauen

Ein Stück Lebensqualität: Pürierte Kost zurück in Form gebracht.
Ramin Homayoumi
Ein Stück Lebensqualität: Pürierte Kost zurück in Form gebracht.

Kau- und Schluckbeschwerden führen oft zu Mangelernährung – appetitliche und ausgewogene pürierte Kost ist im Gesundheitswesen Seltenheit. In einer immer älter werdenden Gesellschaft kann Dysphagie-Kost jedoch ein Markt der Zukunft sein. Den kompletten Artikel lesen Sie in der Oktoberausgabe der gv-praxis.

Auf den ersten Blick scheint es ein Nischenthema zu sein: Dysphagie-Kost – pürierte Nahrung für all jene, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kauen oder schlucken können. Pürierte Kost, das sind in vielen Einrichtungen drei Häufchen grauer Brei, die lieblos in den Mixer geworfen wurden und sich auf dem Teller kaum noch voneinander unterscheiden lassen. Kein Wunder, dass bei den Patienten wenig Appetit aufkommt.

Das Marien Hospital in Herne hat das Problem erkannt und auf eigene Faust Lösungen gesucht. Seit Februar diesen Jahres essen Patienten mit Schluckbeschwerden dort wieder Bratwurst, Geflügelkeule, Möhren und Brokkoli – püriert, aber mit Hilfe eines Bindemittels und Silikonförmchen in die ursprüngliche Form des Lebensmittels zurückverwandelt. 


"Die Idee entstand durch den neuen Leiter der Geriatrie, Prof. Dr. Rainer Wirth. Es war ihm von Anfang an ein großes Anliegen, die Verpflegung der Patienten mit Kau- und Schluckstörungen zu verbessern", so Ramin Homayouni, Gesamtleiter des Verpflegungsmanagements der St. Elisabeth Gruppe, zu der das Marien Hospital Herne gehört.

Investieren musste das Krankenhaus rund 6.000 Euro, etwa in die Anschaffung von Formen, Geräten und Bindemitteln. Mittlerweile haben sich die Kosten amortisiert, sagt Homayouni. Der Aufwand hat sich gelohnt, von Patienten und Angehörigen gibt es reichlich gutes Feedback, die pürierte Kost wird viel stärker angenommen als früher. 




Mehr Details über das Programm sowie weitere Beispiele für gelungenen Umgang mit Dysphagie-Kost lesen Abonnenten in der gv-praxis 10/2018. Kein Abo? Hier geht es zum Probe-Abo.



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