EHI-Befragung

Gastronomie in Centern weiter mit Riesen-Potenzial


Die Eismanufaktur Cream & Sorbet ist eines der eröffneten Gastro-Konzepte im Shopping Center MyZeil.
Jutta Pfannschmidt-Wahl
Die Eismanufaktur Cream & Sorbet ist eines der eröffneten Gastro-Konzepte im Shopping Center MyZeil.

Die Gastronomie hat nach Einschätzung deutscher Shopping-Center-Betreiber ein sehr hohes Potenzial: Vier Fünftel von ihnen glauben, dass der Mietflächen-Anteil für Gastro-Angebote in den nächsten fünf Jahren steigen wird. Das ergibt eine Umfrage des EHI Retail Institutes (EHI).

81 Prozent der Befragten erwarten, dass die Gastronomie in den nächsten fünf Jahren ihren Anteil an Mietflächen in den Centern steigern wird – der höchste Wert der abgefragten Branchen. Auch der Anteil an Dienstleistern und Entertainmentangeboten wird mehr werden, prognostizieren 71 Prozent der Shopping-Center-Manager. Der Mietflächenanteil der Branche Hobby & Freizeit könnte ebenfalls um gut die Hälfte (54 Prozent) steigen.

Entwicklung der Mietflächen, Betreibereinschätzung. n=139 Manager deutscher Shopping-Center
EHI Retail Institute / German Council of Shopping Centres
Entwicklung der Mietflächen, Betreibereinschätzung. n=139 Manager deutscher Shopping-Center

Die klassischen Ankermieter der Center aus den Bereichen Schuhe & Accessoires, Bekleidung sowie Unterhaltungselektronik & Telekommunikation werden in Zukunft hingegen deutlich weniger Mietfläche einnehmen. Der Anteil der Bekleidungsbranche wird nach Meinung von 73 Prozent zurückgehen. Im Bereich Unterhaltungselektronik & Telekommunikation rechnen knapp zwei Drittel mit weniger Mietfläche in den Centern. Bei Schuhen & Accessoires erwartet jeder zweite einen Rückgang. Kaum einer der Befragten geht dagegen davon aus, dass der Flächenanteil der drei genannten Branchen in Zukunft wachsen wird. 

140 Shopping Center geben Auskunft

Für die Studie "Centermanagement im Fokus" befragten das EHI und das German Council of Shopping Centers 483 Shopping-Center in Deutschland, teilgenommen haben 140. Drei Viertel davon sind Betreiber von klassischen Shopping-Centern und Shopping-Quartieren, ein Fünftel betreiben Fachmarkt-Center. Darunter sind viele große Center – fast 40 Prozent haben eine Mietfläche von mehr als 30.000 Quadratmetern.

Besonders in den letzten Jahren haben sich viele Shopping-Center zu mischgenutzten Quartieren entwickelt. Deshalb finden auch handelsfremde Branchen hier häufig ihren Platz, allen voran Büroflächen und Arztpraxen. Klassische Mieter in Shopping-Centern aus den Bereichen Textil und Elektronik werden voraussichtlich zukünftig weniger Mietfläche belegen. Stattdessen wachsen die Mietflächen von Branchen wie Gastronomie oder Entertainment, weil sie den Erlebnischarakter der Center vorantreiben.

Mietermix: Shopping-Center teilen sich die Flächen

Der Handel teilt sich die Mietflächen in Shopping-Centern häufig mit anderen Branchen. So ist fast jedes zweite (46 Prozent) Shopping-Center auch Bürostandort. Mit 41 Prozent ist auch die Gesundheitsbranche oft vertreten. Ebenfalls beliebt sind Freizeitangebote wie Kinos, die die Centern immer mehr zu Treffpunkten mit Erlebnischarakter machen. Insgesamt sind Angebote aus der Freizeit und Entertainment-Branche inzwischen in gut einem Drittel (35 Prozent) der Center vertreten. Mischnutzungen mit Wohnungen (16 Prozent) und Hotels (6 Prozent) sind dagegen seltener.
Über das EHI
Das EHI Retail Institute ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit rund 80 Mitarbeitern. Sein internationales Netzwerk umfasst rund 800 Mitgliedsunternehmen aus Handel, Konsum- und Investitionsgüterindustrie sowie Dienstleister. Das EHI erhebt wichtige Kennzahlen für den stationären und den Onlinehandel, ermittelt Trends und erarbeitet Lösungen. Das Unternehmen wurde 1951 gegründet.


stats