Einwegplastik

EU-Rat beschließt Plastik-Verbot

Einweg-Plastikbecher sollen nach dem Willen der EU stark reduziert werden.
Pixabay
Einweg-Plastikbecher sollen nach dem Willen der EU stark reduziert werden.

Der Europäische Rat hat die seit längerem diskutierte Richtlinie verabschiedet, mit der die Herstellung und Benutzung von Einwegartikeln aus Plastik eingeschränkt wird. Das Gesetz sieht unter anderem ein Verbot bestimmter Einweg-Verpackungen ab 2021 vor. Die einzelnen EU-Staaten müssen die Richtlinie nun in den kommenden zwei Jahren in nationales Recht überführen.

Die Richtlinie über sogenannte Einwegkunststoffartikel legt für zehn Artikel und Verpackungen, die Europas Strände am meisten verschmutzen, strengere Vorschriften fest. Mit den neuen Regeln wird die Verwendung bestimmter Einwegprodukte aus Plastik nun verboten. Darüber hinaus werden konkrete Maßnahmen eingeleitet, um den Gebrauch jener Produkte zu reduzieren, die am häufigsten achtlos weggeworfen werden. 

Hauptzweck der Richtlinie ist es, das Plastikmüllaufkommen zu reduzieren. Auf Basis der neuen Vorschriften werden Plastikteller und -besteck, Strohhalme, Ballonhaltestangen und Wattestäbchen bis 2021 verboten.

Als Zielvorgaben für Plastikflaschen haben die Mitgliedstaaten vereinbart, bis 2029 eine Sammelquote von 90 Prozent und bis 2025 einen Recyclinganteil von 25 Prozent zu erreichen, der bis 2030 auf 30 Prozent gesteigert werden soll.
Definition Einwegkunststoffartikel
Als Einwegkunststoffartikel gelten Produkte, die ganz oder teilweise aus Kunststoff hergestellt werden und in der Regel nur für den einmaligen oder kurzzeitigen Gebrauch bestimmt sind. Für Nahrungsmittel sind dies laut Richtlinientext explizit (aber nicht ausschließlich) Fast-Food-Verpackungen und Boxen für Mahlzeiten, Sandwiches, Wraps und Salat mit kalten oder heißen Lebensmitteln sowie Lebensmittelbehälter für frische oder verarbeitete Lebensmittel, die keiner weiteren Verarbeitung bedürfen, wie Obst, Gemüse oder Desserts.

Weitere Details der Richtlinie

Verbot: Das Inverkehrbringen von Einwegplastikprodukten, für die es eine nachhaltigere Alternative gibt (ab Anfang 2021). Zu diesen Produkten gehören unter anderem:
  • Wattestäbchen
  • Plastikteller
  • Plastikbesteck
  • Strohhalme
  • Luftballonstäbe 
  • Lebensmittel-Verpackungen aus Polystyrol
  • Getränkebehälter und -Becher aus Polystyrol
Produktanforderungen: Getränkebehälter dürfen nur dann in Verkehr gebracht werden, wenn die Verschlüsse und Deckel am Behälter befestigt sind. Die Anforderung soll fünf Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie umgesetzt sein. Davon betroffen sind Getränkeflaschen aus Kunststoff.

Kennzeichnungspflichten: Bestimmte Produkte (mit einem gewissen Kunststoffgehalt) zum einmaligen Gebrauchen sollen gekennzeichnet werden und es muss auf negativen Umweltauswirkungen sowie sachgemäße Entsorgung hingewiesen werden. Davon betroffen sind unter anderem:
  • Hygieneeinlagen
  • Trinkbecher
  • Feuchttücher 
  • Getränkebecher


Erweiterte Herstellerverantwortung:
 Hersteller von Einweg-Kunststoffprodukten sollen künftig einen Beitrag zu den Kosten für die Sammlung und das Verwerten ihrer Produkte leisten. Auch Kosten für Reinigungsaktionen im Zusammenhang mit den Produkten der Hersteller sollen diese tragen. 


stats