Ernährungsreport 2019

Verbraucher wollen weniger Zucker - und noch viel mehr


Der Ernährungsreport enthält viele spannende Ergebnisse.
BMEL
Der Ernährungsreport enthält viele spannende Ergebnisse.

Satte 84 Prozent der Verbraucher wünschen sich weniger Zucker in Fertigprodukten wie Joghurt, Ketchup und Schokoriegel, auch wenn die Produkte dann weniger süß schmecken. Doch dies ist nur ein Ergebnis des Ernährungsreports 2019, den Bundesernährungsministerin Julia Klöckner heute in Berlin vorgestellt hat.

Mit dieser jährlichen, repräsentativen Umfrage unter 1.000 Verbrauchern fragt das Bundesministerium  Vorlieben, Ess- und Einkaufsgewohnheiten hierzulande ab. Danach wünschen sich 68 Prozent der Befragten ebenso weniger ungesunde Transfette und 38 Prozent weniger Salz in den Lebensmitteln. Denn 91 Prozent der Verbraucher ist mittlerweile eine gesunde Ernährung wichtig. Dieses Kriterium wird lediglich vom Geschmack geschlagen (99 %).

Mehr Transparenz bei Tierwohl gefordert

81 Prozent der Befragten befürworten ein offizielles Siegel, das sicherstellt, dass Schwein, Rind und Huhn besser gehalten werden als gesetzlich vorgeschrieben. Deutlich gestiegen im Vergleich zum Vorjahr ist zudem die Zahl der Befragten, die es wichtig oder sehr wichtig finden, Nährwertangaben auf Lebensmittelverpackungen vorzufinden. Den Verbrauchern geht es laut Report um transparente und differenzierte Informationen und anscheinend nicht nur um eine grafische Vereinfachung. So sind 84 Prozent der Befragten Angaben zu Inhalts-, Zusatz- und Hilfsstoffen auf der Verpackung wichtig.

Kantinen immer beliebter

Knapp drei Viertel der Befragten geht mindestens einmal pro Monat in ein Restaurant, knapp jeder fünfte sogar einmal in der Woche. Doch auch das Betriebsrestaurant steigt in der Gunst der Verbraucher: Jeder fünfte Befragte pilgert mindestens einmal in der Woche in die Kantine, um seinen Hunger zu stillen. Fünf Prozent machen dies sogar täglich. Vor allem Männer zieht es dort hin: So geht jeder Vierte mindestens einmal wöchentlich in das firmeneigene Restaurant.

Lieferdienste im Kommen

Während die Älteren lieber auswärts essen gehen, ordert unter den 14- bis 29-Jährigen mittlerweile jeder Zehnte (11 %) mindestens einmal die Woche sein Gericht der Wahl über einen Lieferdienst.

Insekten? Warum nicht.

Knapp jeder dritte Verbraucher kann sich vorstellen, aus Insekten hergestellte Lebensmittel zu kaufen. Männer sind mit 40 Prozent deutlich aufgeschlossener für Heuschrecke, Made und Co als Frauen (22 %).

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Für 99 Prozent der Befragten kommt es beim Essen auf den Geschmack an.
  • 91 Prozent der Befragten ist gesundes Essen wichtig: 71 Prozent essen täglich Obst und Gemüse, 64 Prozent nehmen täglich Milchprodukte zu sich, Fleisch- und Wurstwaren kommen bei 28 Prozent jeden Tag auf den Tisch, 6 Prozent der Befragten ernähren sich vegan oder vegetarisch.
  • Wir essen und kaufen immer bewusster. Mehr als die Hälfte der Verbraucher achtet beim Einkauf auf Zuckermenge und Fettanteil.
  • 84 Prozent der Befragten sind daher dafür, Fertigprodukten weniger Zucker zuzusetzen – auch wenn sie dann nicht so süß schmecken.
  • Den Befragten ist es sehr wichtig, dass verarbeitete Lebensmittel wenig Zucker und wenig ungesunde Transfette enthalten. Das sagen 71 bzw. 68 Prozent der Befragten.
  • 86 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bei den freiwilligen Angaben auf Verpackungen die Angaben zur artgerechten Tierhaltung interessieren.
  • 81 Prozent der Befragten wünschen sich ein staatliches Tierwohlkennzeichen.
  • 84 Prozent der Befragten sehen die Verringerung der Lebensmittelverschwendung als eine geeignete Maßnahme, um eine ausreichende Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen.
  • 48 Prozent präferieren eine einfache Zubereitung, 36 Prozent achten auf die Kalorien, für 32 Prozent ist der Preis am wichtigsten.

Ernährungsreport

Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Oktober und November 2018 rund 1.000 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 14 Jahren zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt – die 4. Untersuchung seit 2015. Die wichtigsten Ergebnisse über Deutschland, wie es isst, sind im Ernährungsreport 2019 zusammengefasst.



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