Fachsymposium | Klinikgastronomie

Vivantes Gastronomie setzt Maßstäbe

Tobias Grau stellte eindrucksvoll die Qualitäts-Offensive der Vivantes Gastronomie vor.
K&P
Tobias Grau stellte eindrucksvoll die Qualitäts-Offensive der Vivantes Gastronomie vor.

Zum Auftakt des zweiten Event-Tages in Düsseldorf präsentierte Tobias Grau auf dem Fachsymposium Systeme & Konzepte die erfolgreiche Qualitäts-Offensive des "Null-Küchenkonzepts" von Vivantes in Berlin. Dabei gab er Einblicke in die vielen Facetten der Gastronomie beim größten kommunalen Gesundheitskonzern der Republik.

Ob Mitarbeiter-Gastronomie, Patientenverpflegung oder der Big Point Digitalisierung – die Vivantes Gastronomie hat sich in den vergangenen Jahren komplett neu aufgestellt. Eindrucksvoll schilderte Tobias Grau, Geschäftsführer Vivantes Gastronomie die große Qualitätsoffensive. Die ehemaligen Kantinen in den Kliniken wurden in moderne Bistros mit einer eigenen Brand verwandelt, die Digitalisierung der Prozesse wurde vorangetrieben, bargeldloses Bezahlen eingeführt und an vielen weiteren Stellschrauben gedreht, um Abläufe zu optimieren und die Qualität nachhaltig zu steigern.

Mini-Max-Prinzip angewendet

Dabei wurde nicht die Geldkassette ausgeschüttet, wie man meinen könnte, so Grau. Viemehr hätte man sich nach dem Mini-Max-Prinzip gerichtet und versucht mit minimalen Mitteln den maximalen Erfolg zu erreichen. Und natürlich setzte man auch besondere Akzente wie beispielsweise mit neuen Kaffeevollautomaten in allen Häusern mit Bio-Kaffee aus fairem Handel.
„Wir haben versucht, mit minimalen Mitteln den maximalen Erfolg zu erreichen.“
Tobias Grau, Geschäftsführer Vivantes Gastronomie
Bereits 2018 hat die Vivantes Gastronomie etwa ein Mehrwegbechersystem aufgelegt. "Wir wollten weg von den vielen umherfliegenden Einweg-Bechern." Jeder Klinik-Standort habe nun seine eigenen designten Becher. Das Projekt wurde mit einer Künstlerin umgesetzt. 12.000 Becher seien bislang verkauft. Die Mitarbeiter bekommen mit diesem Becher 30 Cent Rabatt auf einen Kaffee, was einen Teil des Erfolgs erkläre.

Highlight neues Speisenverteilzentrum

Der Gesundheitsversorger der Hauptstadt glänzt zudem mit einem neuen, top-modernen Versorgungszentrum für Patienten, Bewohner und Mitarbeiter. Es löst nach 14 Jahren die erste Generation der Speisenverteil- und Spülzentren bei Vivantes ab. Tobias Grau gab hier als Geschäftsführer Einblick in das neue Versorungszentrum in Berlin Spandau. "Wir haben bei dem Neubau so viele Prozesse wie sinnvoll und möglich automatisiert und dabei alle Register gezogen", sagt der Verpflegungsmanager. Mitte nächster Woche geht es an den Start.

Der Weg zu all diesen Neuerungen?

"Wir haben uns vor vier Jahren mit dem gesamten Mitarbeiterteam zusammengesetzt und gemeinsam die Roadmap für die nächsten fünf, ja zehn Jahre entwickelt. "Wo wollen wir dann sein?", fragt der GV-Experte. Es sei extrem wichtig, alle mit ihren Ideen mitzunehmen. Tobias Grau selbst sieht sich als der "Möglichmacher der Ideen" im Hintergrund. So wurden etwa die Shops wieder ingesourct. Jetzt habe man sowohl coole Espressobars als auch einen hippen Urban-Späti im Portfolio für Patienten und Mitarbeiter.

Es wurde schlussendlich an vielen Stellschrauben gedreht und auch für die nahe Zukunft hat man sich viel vorgenommen – zum Beispiel eine eigene Patienten-App. Zudem gab der Verpflegungschef Einblicke in das Krisenmanagement während der Corona-Zeit mit Sonderschichten und Notfallplänen. Umso mehr freue man sich nun darüber, dass sich langsam die Lage wieder beruhigt, der Betriebe wieder in normaleren Bahnen läuft.

Meilensteine
  • Eröffnung Versorgungszentrum 1 in Berlin-Spandau (09/2021)
  • Sanierung Versorgungszentrum 2 in Berlin Neukölln (2021/22)
  • Vereinheitlichung und Re-Design aller 9 Bistros inklusive Relaunch Speisenangebot (2017-2021)
  • Relaunch Komponenten-Auswahl: regionaler, nachhaltiger und internationaler, plus Ausbau des vegetarisch-veganen Angebotes (2017-2021)
  • Einführung des Mehrwegsystems mit konzerneigenen Bechern im individuellen Standort-Design (2018-2021)
  • Umstellung aller Einweg- auf nachhaltige Materialien in der Gastronomie (2020)
  • Umstellung auf nachhaltige To-go-Becher (2021)
  • Zertifizierung nach ISO 9000:2015 (seit 1/2021)

Vivantes im Profil
Die Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH ist bundesweit der größte kommunale Krankenhauskonzern. Alleiniger Anteilseigner ist das Land Berlin. Das Unternehmen wurde zum 1. Januar 2001 gegründet und ist mit 17.800 Mitarbeitern der zweitgrößte Arbeitgeber der Hauptstadt. Zum Konzern gehören 9 Krankenhäuser mit 6.000 Betten, 17 Pflegeheime, 2 Seniorenwohnhäuser, eine ambulante Rehabilitation, Medizinische Versorgungszentren, eine ambulante Krankenpflege, ein Hospiz sowie Tochtergesellschaften für Catering, Reinigung und Wäsche. Derzeit wird jeder dritte Patient in Berlin in einem der Vivantes-Häuser behandelt.
Die Vivantes Gastronomie Speiseversorgung und -logistik GmbH ist eine 100-prozentige Tochter. Den Kernbereich der Vivantes Gastronomie bildet die gastronomische Versorgung der Mitarbeiter und Patienten in den Vivantes Kliniken sowie der Senioren der Vivantes Hauptstadtpflege. Die Verköstigung erfolgt über zwei Versorgungszentren in Berlin-Spandau und Berlin-Reinickendorf. Bistros werden in den Kliniken Friedrichshain, Spandau und Kaulsdorf betrieben sowie im Wenckebach-Klinikum.



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