Filmcatering

Essen am Filmset? Catern für Fortgeschrittene

Ein beliebter Treffpunkt für die ganze Crew: der Foodtruck von Mama-Filmcatering.
Mama-Filmcatering
Ein beliebter Treffpunkt für die ganze Crew: der Foodtruck von Mama-Filmcatering.

Drehorte in Deutschland sind beliebt – bei Produzenten von Hollywood-Blockbustern mit Stars wie Kate Winslet und George Clooney ebenso wie für Kinderfilme oder Serien. Doch wer im Filmgeschäft das Catering übernehmen will, bewegt sich in einem hart umkämpften, schwierigen Markt.

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"Die ewigen Maultaschen wechselten sich im monotonen Rhythmus ab, mal gefüllt mit Käsebrei, am nächsten Tag mit einer Fleischpampe, dazu in einer bleischweren Tunke, die ihre toxischen Kapriolen im Magen vollführte." Diese Erfahrung am Filmset eines Tatort-Drehs in Ludwigshafen veranlassten "Kommissar" Andreas Hoppe alias Mario Kopper einst, sich nur noch frisch und möglichst regional zu ernähren. Seine Schilderungen im Buch "Allein unter Gurken" (Piper Verlag, München/Zürich) scheinen nicht aus der Luft gegriffen, denn die Recherchen zum Thema Filmcatering zogen sich ungewohnt in die Länge: Nur wenige in der Filmbranche aktive Caterer wollen aus dem Nähkästchen plaudern, geschweige denn die bei gv-praxis üblichen Fragen nach Zahlen und Fakten beantworten. Die Redaktion blieb trotzdem dran, um zu erfahren, wie Schauspieler und Crews versorgt werden, wenn nach einem Take die Klappe fällt.

Essen hält fit und fröhlich

Wenn es die Logistik erlaubt, reist die Catering-Crew täglich mit von einem Drehort zum nächsten.
Mama-Filmcatering
Wenn es die Logistik erlaubt, reist die Catering-Crew täglich mit von einem Drehort zum nächsten.
Unbestritten hat die Verpflegung an einem Filmset nicht wenig Einfluss auf die Stimmung der gesamten Crew. Die Websites der spezialisierten Caterer versprechen zum einen "köstliche Speisen" nach dem Motto "Qualität geht vor". Andere winken auf Anfrage müde ab. Sarah Wiener hat nach 1990 mit einem ehemaligen NVA-Truppen-Lkw zur Versorgung von Filmproduktionen ihr Unternehmen gestartet. Doch laut Michael Lammert vom Catering-Unternehmen Hoflieferanten, das zur Sarah Wiener Gruppe gehört, hat man sich schon vor Jahren vom Filmcatering zurückgezogen: "Für unsere Köche bedeutete das Geschäft oft Arbeitstage von 5 bis 22 Uhr, was personaltechnisch und arbeitszeitrechtlich schwer umzusetzen ist. Dazu kommt, dass die Filmcrews meist eine sehr persönliche Betreuung durch Sarah Wiener selbst wünschten. Wir haben unser Geschäft kontinuierlich ausgebaut, aber in diesem Segment einen klaren Schnitt gemacht."

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Knappes Budget, hohe Ansprüche

Auch ein ansonsten erfolgreicher Leipziger Caterer, lange in diesem Segment aktiv, hat das Geschäft "einschlafen lassen": Die Arbeitszeiten am Set sowie Motivation und Verantwortung bedürfen einer Spezialisierung. Zudem klaffte zwischen Preisdruck infolge der Budgetknappheit und den Kundenansprüchen ein großer Widerspruch. Letztendlich bringt es dann wenig, dass, wie inzwischen üblich, der Name des Caterers im Abspann eines Films genannt und auf der Leinwand gezeigt wird. Großes Kino sieht anders aus. Oft finden Drehs an verschiedenen Schauplätzen statt. Meist wandert die Catering-Crew dann mit. Dies ist meist abhängig von der Entfernung sowie vom Bundesland beziehungsweise dem Förderbereich für eine Produktion. Von Leipzig nach Dresden kommt ein Catering meistens mit, sollten aber noch ein bis zwei Drehtage in Stuttgart oder Köln folgen, wird eine andere Firma dort vor Ort angefragt und für den begrenzten Zeitraum engagiert.

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