Hanni Rützlers Food Report 2019

Kantine avanciert zu Genusstempel

Hanni Rützler analysiert Trends für den Food Report 2019
Nicole Heiling
Hanni Rützler analysiert Trends für den Food Report 2019

Das Betriebsrestaurant wandelt sich zum emotionalen Schaufenster der Unternehmenskultur und zieht gleichauf mit der Gastronomie. Doch das ist nur ein Trend, den die renommierte Ernährungsforscherin Hanni Rützler im Food Report 2019 präsentiert. Gemeinsam herausgegeben von Zukunftsinstitut und der Lebensmittel Zeitung zeigt die 6. Ausgabe des Reports die rasanten Veränderungen der hiesigen Esskultur.

Renaissance der französischen Küche

Die französische Küche erlebt derzeit ein Comeback. Lange Zeit war sie geprägt gewesen von einem Entweder-Oder: Entweder Haute Cuisine oder Bistroküche. Erst seit der Jahrtausendwende begann in Frankreich ein Umdenken, angetrieben von meist jungen wilden Köchen, die ihr Handwerk eben nicht auf französischen Boden erworben haben. „Die einst so starre französische Küche erlebt dadurch eine Symbiose und Mixtur mit anderen Koch- und Esskulturen", so Rützler. Der Food Report zeigt Treiber dieser Bewegung und präsentiert ein Bündel an praktischen Beispielen.

Nouvelle Cantine – die neue Kantinenkultur

Die „alten Kantinen“ wandeln sich von Essstationen zu Genusstempeln, die zunehmend auch Gäste außerhalb der Unternehmen offen stehen. Rützler: „Die Betriebsrestaurants haben kräftig aufgeholt, die Grenzen zur Gastronomie sind mittlerweile fließend“, erläutert Rützler. Dieser Wandel sei einmal mehr Ausdruck der veränderten Arbeitswelten. Die Betriebsgastronomie avanciert vor diesem Hintergrund zum emotionalen Schaufenster der Unternehmenskultur.
„ Die Betriebsrestaurants sind heute emotionale Schaufenster der Unternehmenskultur.“
Trendforscherin Hanni Rützler
Der neue kulinarische Mittelpunkt diene heute der Vernetzung und dem kreativen Austausch. Gleichzeitig ist die Kantine heute Dreh- und Angelpunkt des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Allerdings sei im Vergleich zu früher gesund und wohlschmeckend kein Widerspruch mehr. Im Food Report 2019 sind darüber hinaus drei weitere Trends hinzugekommen:

  • Healthy Hedonism – Ende der Askese
    Mit dem Trend „Healthy Hedonism“ wird nicht weniger als das Ende der Askese eingeläutet. Eine gute Ernährung kann sowohl gesund als auch genussvoll sein. Der Abschied von einem rein funktionalen Gesundheitsverständnis ist im vollen Gange. Doch das ist nur einer von zwei weiteren Mega-Trends, die Rützler im Report nachgeht.
  • Plant Based Food – der neue Splin bei Ersatzprodukten.
    Nicht nur Gemüse erlebt eine kulinarische Aufwertung, sondern Pflanzen finden als Basisprodukte für neue Nahrungsmittel immer mehr Interesse. Vor allem proteinreiche Zutaten machen als gesunde Alternative zu tierischen Produkten Karriere wie etwa Kichererbsen und Samen.

  • Transparency – Das wachsende Bedürfnis nach mehr Information
    Konsumenten wollen genauer wissen, was sie essen und wo die Produkte herkommen. Hierbei kann der Einsatz von neuen Technologien wie der Blockchain helfen.

Trend Map zeigt Esskultur ab 1960

Wertvolle Informationen liefert zudem die erstmals im Food Report enthaltene Trend Map. Sie spiegelt eindrucksvoll die Food- und Branchentrends, Moden und Meilensteine unserer Esskultur ab 1960 bis heute wider, bildet Entwicklungsschritte und Dynamik ab. Rützler: „Wir haben uns damit erstmals der Evolution von Foodtrends gewidmet.“
Food Report 2019
Herausgeber: Zukunftsinstitut GmbH & Lebensmittel Zeitung (dfv Mediengruppe)
Autoren: Hanni Rützler, Wolfgang Reiter
ISBN: 978-3-945647-50-9
Preis: 125€ zzgl. MWSt und Versand
Bestellung: www.lebensmittelzeitung.net/foodreport2019


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