Foodservice im LEH / Coronakrise

„Die Nachfrage ist noch verhalten“

Himmel und Herd heißt das Gastro-Konzept des westpfälzischen Unternehmens Wasgau, das in ganz Deutschland 75 Super- und Verbrauchermärkte betreibt.
Wasgau
Himmel und Herd heißt das Gastro-Konzept des westpfälzischen Unternehmens Wasgau, das in ganz Deutschland 75 Super- und Verbrauchermärkte betreibt.

Nach dem wochenlangen Stillstand darf die Gastronomie nun wieder hochfahren. In Rheinland-Pfalz fiel der Startschuss am 13. Mai. Auch das Einzelhandels-Unternehmen Wasgau mit Sitz im westpfälzischen Pirmasens hat den gastronomischen Betrieb in den Märkten der Region wieder aufgenommen – mit einem reduzierten Angebot. FOOD SERVICE sprach mit Isolde Woll, Marketing Managerin bei Wasgau über die Wochen des Lockdowns und den Re-Start.

Wie ist die aktuelle Situation in den Gastro-Bereichen der Wasgau-Märkte in Rheinland-Pfalz? 
Wasgau hat zum 13. Mai 2020 Rheinland-Pfalz-weit seine Gastro-Bereiche „Himmel & Herd“ mit den Sitzmöglichkeiten zum Verzehr vor Ort geöffnet, die in den Bäckereien ausgewählter Frischemärkte integriert sind. Unter den behördlich vorgegebenen Auflagen und mit entsprechenden Hygienemaßnahmen halten wir ein allerdings noch eingeschränktes gastronomisches Angebot in Form von kleineren Gerichten, Kaffee und Tee bereit, die nach Bestellung an der Bäckereitheke an den  Platz gebracht werden.

Mit den stufenweisen Lockerungen der nächsten Zeit und zu gegebener Zeit werden wir aber wieder ein durchgängiges Angebot unter anderem mit regionalen Komponenten bereithalten, zu dem dann wechselnde Tages- und Wochenspezialitäten gehören, eine erweiterte Frühstückspalette und ein variantenreicher Mittagstisch.

Gerade jetzt in den ersten Tagen ist die Frequentierung des geöffneten Sitzbereichs mit Tischen an den verschiedenen Standorten allerdings noch sehr verhalten.

Was beobachten Sie beim Einkaufsverhalten Ihrer Kunden? 
Das Einkaufsverhalten hat sich doch recht deutlich verändert. Unsere Kunden besuchen die Frischemärkte zwar seltener, kaufen dafür aber umso mehr auf einmal ein. Dadurch ergeben sich höhere Durchschnittsbons. Auch die Personenanzahl der Einkaufenden hat sich verringert: Ging man vor Corona oft noch mit mehreren Familienmitgliedern durch die Gänge, sind es mittlerweile ein bis maximal zwei Personen, die den Wocheneinkauf zudem eher vorausschauend erledigen.

 

Wie hat sich Konsumverhalten über die Lockdown-Wochen hinweg verändert?
Zu Beginn
waren die Einkäufe stark geprägt durch Vorratskäufe bei haltbaren Lebensmitteln, Hefe, Mehl oder auch Drogerieartikel, insbesondere Toilettenpapier. Dieses anfängliche Verhalten hat sich inzwischen gewandelt und immer stärker werden nun frische Produkte wie Obst und Gemüse oder auch Wurst und Fleisch nachgefragt.

Über alle Medien hinweg wird der Gedanke in Richtung 'stärke deine Region' vermittelt. Genau das spiegelt sich in diesem Kaufverhalten wider, denn wir beziehen gerade Obst und Gemüse von den Landwirten aus dem Umland – dieser Vorsatz wird nun noch intensiver von unseren Kunden mitgetragen und gelebt.

Darüber hinaus ist auch der Konsum von Genussmitteln wie Wein, Sekt und Spirituosen gestiegen. Statt auswärts, genießt man nun die schönen Dinge des Lebens zuhause. Dank des sehr guten Wetters in den letzten Wochen wird auch häufiger der heimische Grill genutzt. Der Abverkauf unserer Grillwaren an der Metzgereitheke unterstreicht dieses Verhalten.

Außerdem stellen wir ganz generell fest: Unsere Kunden halten sich an die behördlich vorgegebenen Regeln, sie gehen achtsam mit sich und mit anderen Kunden um. Auch das Verhalten gegenüber unserer Mitarbeiterschaft ist durchweg verständnisvoll.


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