Forum Systemgastronomie

Nachwuchsprobleme werden größer

DEHOGA-Präsident Guido Zöllick nutzte das Forum, um zentrale Forderungen der Branche an die Politik zu unterstreichen.
DEHOGA / Svea Pietschmann
DEHOGA-Präsident Guido Zöllick nutzte das Forum, um zentrale Forderungen der Branche an die Politik zu unterstreichen.

Beim 28. Forum Systemgastronomie diskutiert die Branche über akuten Fachkräftemangel. Freude herrscht dank positiver wirtschaftlicher Entwicklung.

Deutschlands Gastronomen haben derzeit Grund zur Freude: „Die positive Konsumstimmung in Deutschland hat in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres dazu geführt, dass die Verbraucher über eine Mrd. Euro mehr für gastronomische Leistungen ausgegeben haben“, berichtete Jochen Pinsker von der npdgroup Deutschland beim 28. Forum Systemgastronomie im Tipi am Kanzleramt.

Zwar habe das Wachstum der Branche im gleichen Zeitraum des Vorjahres mit einem Plus von 3 Prozent etwas höher gelegen als 2018, dennoch stehe man mit einem aktuellen Umsatzplus von rund 2,5 Prozent sehr gut da: „52,5 Mrd. Euro hat die Gastronomie bis Ende August 2018 erwirtschaftet. Wenn dieses Tempo anhält, dann werden wir relativ locker die 80 Mrd. Euro am Ende des Jahres schaffen“, so Pinsker.

Mehr Besuche

Die Zahl der Besuche stieg um rund 2 Prozent an, der Durchschnittsbon um 0,4 Prozent auf 6,81 Euro. Der größte Anteil am Wachstum entfiel auf die Systemgastronomie, die den Außer-Haus-Markt vorantreibt. So freuen sich die Schnellgastronomen aktuell über ein Umsatzplus von 7,6 Prozent, während die Individualgastronomie lediglich ein Plus von 0,3 Prozent vorweisen kann. Als Treiber kennzeichnete Pinsker insbesondere die digitalen Bestellwege der Lieferdienste sowie Bäckereien, Supermärkte und Discounter, die ihren Anteil am Außer-Haus-Markt kontinuierlich ausbauen würden.

Dehoga: 28. Forum Systemgastronomie in Berlin




DEHOGA-Präsident Guido Zöllick nutzte das Forum, um zentrale Forderungen der Branche an die Politik zu unterstreichen. Er attestierte der aktuellen Regierung eine mangelnde Einstellung gegenüber dem Unternehmertum und forderte eine größere Wertschätzung ein. Zöllick machte sich für Bürokratieabbau und ein flexibleres Arbeitszeitgesetz stark. Er sagte: „Es geht uns doch nicht darum, die Arbeitszeit zu erhöhen – sondern darum, eine bessere Arbeitsverteilung vornehmen zu können.“ 

Sicherung von Fachkräften

Als eine der derzeit wichtigsten Aufgaben der Branche bezeichnete der DEHOGA-Präsident die Sicherung von Fachkräften: „Es wird für uns immer schwieriger, geeignete und motivierte Auszubildende zu finden.“ Schuld daran sei zum einen der demografische Wandel, aber auch die wachsende Neigung der jungen Menschen zum Studieren: „Es ist schon verrückt, dass tausende Lehrstellen in unserer Branche angeboten und unbesetzt bleiben, während die Abbruchquote der Bachelor-Studenten bereits im ersten Jahr bei 30 Prozent liegt.“

Eine detailliertere Berichterstattung über das 28. Forum Systemgastronomie lesen Sie in der foodservice-November-Ausgabe.

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