Frankfurt

Indische Küche für das Bankenviertel

Barbara Schindler

'Aman' heißt das Hindi-Wort für Frieden und genau diese friedlich-entspannte Atmosphäre wollen Varinder Köhler und Nishant Kohli in ihrem neuen Restaurant mitten im Frankfurter Bankenviertel erzeugen. Kulinarisch geht es in die Heimat der beiden indisch-stämmigen Gastronomen: authentisch, vielseitig und hochwertig, jedoch zu allgemeinverträglichen Preisen - so lautet der Anspruch an die Küche. 

Köhler und Kohli sind in Frankfurts Gastro-Szene keine Unbekannten: Köhlers Restaurant Maharaja Palace in Bad Soden ist ein Pilgerort für Fans der indischen Küche aus dem Rhein-Main-Gebiet. Nishant Kohli, dessen Eltern aus Indien und Korea stammen, brachte Anfang 2016 das amerikanische Kult-Konzept Bareburger nach Deutschland, führt ein Restaurant der Marke im Stadtteil Sachsenhausen. 



Jetzt haben sie sich zusammen getan und eröffnen 'Aman' in der Frankfurter City. "Ich wollte schon immer ein Restaurant in der Innenstadt eröffnen", sagt Köhler. Anders als im folkloristisch dekorierten Maharaja Palace herrscht an der Mainzer Landstraße ein großstädtisch-modernes Ambiente mit sparsam eingesetztem indischen Lokalkolorit. Und so verrät auf den ersten Blick einzig ein großformatiges Graffiti an der Wand des modern mit gedeckten Farben und viel dunklem Holz eingerichteten Restaurants, dass in der Küche indisch gekocht wird. 

Dort stehen zwei große Tandoor-Öfen, in denen Gerichte aus den nordindischen Regionen zubereitet werden. Das Preisband für eine Hauptspeise reicht gerade einmal bis knapp 20 €. "Wir möchten ein breites Publikum  von Geschäftsleuten bis hin zu Familien ansprechen und keinesfalls elitär sein", erkärt Kohli. Ein Schwerpunkt liegt auf vegetarischen Gerichten, Fleisch gibt es nur vom Geflügel und Lamm. "Wer authentisch indisch kochen will, darf kein Rind servieren", merkt Kohli an. "Mit unseren vegetarischen und veganen Angeboten passen wir außerdem sehr gut zum aktuellen Trend."

Zugeständnisse an europäische Gaumen gibt es lediglich beim Schärfegrad. "Die Deutschen essen meistens lieber etwas milder. Aber wir können jedes Gericht ganz nach Wunsch würzen", so Köhler. Wer aus dem Indien-Urlaub oder einem Restaurant in New York oder London - hier stehen die Vorbilder für Aman - ein bestimmtes Lieblingsgericht kennt, das nicht auf der Speisekarte steht, für den bereiten es die vier indischen Köche gerne zu, sofern die Zutaten vorhanden sind. 

"Wir möchten das wahre Gesicht der indischen Küche zeigen, auf die wir sehr stolz sind", sagen die beiden Gastronomen. Gewürze beziehen sie direkt aus Indien, bei ihrer Verarbeitung lassen sie viel Sorgfalt walten, um die einzigartigen Aromen zu erhalten. 110 Gäste finden im Restaurant Platz, dazu etwa 70 auf der Terrasse im Hof. Ein weiterer Schwerpunkt des Konzepts liegt auf der bestens ausgestatteten Bar. "Beim Essen sind wir relativ günstig, aber an der Bar arbeiten wir ausschließlich mit Marken-Spirituosen", betont Kohli. 

Könnten sie sich Aman auch in anderen deutschen Städten vorstellen? "Zunächst ist keine Multiplikation geplant, aber auch nicht ausgeschlossen", sagt Kohli. "Frankfurt ist sehr offen, andere indische Konzepte wie EatDoori funktionieren gut. Mit Aman wollen wir diesem erfolgreichen Segment eine weitere Option für die Gäste hinzufügen."

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