Frankfurt/Main

Stadtweites Mehrweg-Pfandsystem

Mehrwegbecher mit Pfandsystem für gesamt Frankfurt.
FES
Mehrwegbecher mit Pfandsystem für gesamt Frankfurt.

Die FES (Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH) hat in der Mainmetropole kürzlich einen Mehrwegbecher eingeführt – inklusive stadtweitem Pfandsystem. Der #MainBecher soll die Zahl von jährlich geschätzt 25 Millionen Einwegbechern in den öffentlichen Müllkörben der Stadt reduzieren und verhindern, dass die Behältnisse achtlos im öffentlichen Raum entsorgt werden. Das Unternehmen knüpft damit an ein Pilotprojekt der gemeinnützigen Initiative Cup2gether an.

Hergestellt wird der Becher zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen und natürlich vorkommenden Mineralien, meldet die FES. Hauptbestandteil sei Lignin (Baumharz), ein Stoff, der bei der Papierherstellung bisher keine Verwendung fand. Weitere Bestandteile seien Stärke, Glucose, pflanzliche Öle, Wachse und mineralische Füllstoffe. Mindestens 250 Spülgänge halte der Becher aus, danach leide zunächst der Druck. Bei gutem Umgang verlängere sich die Lebensdauer.

Bargeldlos

Der #MainBecher funktioniere im Gegensatz zu anderen Systemen fast bargeldlos. Zum Start müssen die mobilen Kaffeetrinker für drei Euro eine Pfandmarke erwerben und erhalten eine Holzmünze. Diese kann bei den Systemteilnehmern gegen den #MainBecher ein- oder ausgelöst werden.

Drei Aral-Tankstellen, die Kantine der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen sowie diverse weitere Cafés und Kioske nehmen bislang Teil. Bis Ende sollen 150.000 Becher mit Hilfe von 200 Partnerbetrieben in Umlauf gebracht haben. Das System #MainBecher ist einer Medienmitteilung zufolge nicht auf Gewinn ausgelegt.


Angeboten wird der Becher zunächst in der Größe 0,4 Liter; eine kleinere Version 0,3 Liter sei ab November verfügbar. Ein Deckel in FES-blau für zwei Euro ist nicht Teil des Pfandsystems, kann aber ebenfalls in Kürze gekauft werden. Für das Projekt #MainBecher wurden zwei Mitarbeiter angestellt. Marketing-Kampagne und Akquise laufen seit Ende August.

Mehr als 1.000 Bürger

Wegbereiter für den #MainBecher war die Initiative Cup2gether, die im vergangenen Jahr zahlreiche in den Stadtteilen Bornheim, Nordend und Ostend sowie mehr als 1.000 Bürger für das Modell gewinnen konnte.



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