Frea

Kein Müll, viel Aufmerksamkeit

Jedes Lebensmittel wird im Frea auf sienen ökologischen Fußabdruck überprüft.
Julia Schmidt Fotografie
Jedes Lebensmittel wird im Frea auf sienen ökologischen Fußabdruck überprüft.

Das Frea in Berlin ist ein veganes Zero Waste Restaurant. Mit dem ziemlich ungewöhnlichen wie zugespitzten Konzept sorgten die jungen Gastronomen schnell für Furore.

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Ohne Gersi ginge es nicht. Sie steht hinten rechts im Eck und verrichtet dort leise ihren Dienst. Wenn Gersi loslegt, sind sie im Frea an einem Endpunkt angelangt. Denn in die Kompostiermaschine neben dem Büro kommt alles, woraus man wirklich nichts mehr herstellen kann: „Schalen, Reste, alles, was nicht fermentiert, eingelegt oder eingekocht oder sonstwie weiterverarbeitet werden kann“, erklärt David Johannes Suchy (31), der das Frea mit seiner Freundin Jasmin Martin (28) gegründet hat: das erste vegane Zero Waste Restaurant. Sicher in Berlin, wahrscheinlich in Deutschland und wer weiß, vielleicht ja sogar weltweit.


Definitiv hat das Frea ein starkes Alleinstellungsmerkmal. In den ersten Monaten seit der Eröffnung im März dieses Jahres hat es eine enorme Medien-Karriere hingelegt. Mit ihrem innovativen Müll-Konzept sind die jungen Berliner Gastronomen von vielen Zeitungen und Filmteams besucht worden und wurden prompt bei den „Berliner Meisterköchen“ in der Kategorie „Szenerestaurant“ nominiert. In der veganen Community, die sich mit der Zero Waste Community zu guten Teilen überschneidet und längst eine Art Jugendkultur ist, machte das Konzept ohnehin schnell die Runde. Aber auch die Vogue, sonst allem Schönen und weniger der Nachhaltigkeit verpflichtet, hat das lichte Eck-Restaurant in der Torstraße zu den fünf Adressen gezählt, die man jetzt in Berlin besuchen müsse.

Das mag auch am gelungenen Look liegen. Die offene Küche, der lange Tresen, der Materialmix aus hellem Holz, die selbst gebauten Tische aus alten Eichenbalken und die vielen Pflanzen schaffen eine warme, einladende Atmosphäre. Sie trifft die Stilneigungen der Millennials und programmatisch ist sie obendrein: Das Interieur macht gleich auf das Konzept aufmerksam. „80 Prozent der Möbel haben wir über Ebay-Kleinanzeigen gefunden“, sagt Suchy. Der Rest ist Eigenbau. Die Lampen über dem Tresen sind aus Pilzen und Sägespänen. Gersi könnte sie sogar zu Humus verarbeiten, sollte man sich an ihnen mal sattgesehen haben. An der Wand hängt eine graugrüne Platte, die aus 15 Kilo Plastikverpackung gepresst wurde, die bei den Bauarbeiten anfielen. Weil ganz ohne Plastik geht so eine Renovierung eben auch nicht. Und vor dem Restaurant war hier ein Verleih von Filmequipment.

Was tun mit dem Müll? Das ist gerade ein Mega-Thema, sei es das Verbot von Plastikstrohalmen und Plastiktüten, die Debatte um Einwegbecher. Und in der Gastronomie bündeln sich die Probleme. „Ein Restaurant produziert an fünf Tagen so viel Müll wie eine Privatperson im ganzen Jahr“, das erzählt Suchy in dem Video, das sie für ihre Crowdfunding- Kampagne 2017 gedreht haben. Man sieht ihn am Strand von Brighton, wo er eine Weile im „Silo“ arbeitete. Das Restaurant von Douglas McMaster gilt als Vorreiter der Bewegung, das allerdings auch Fleisch und Fisch serviert. Seinen Satz „Waste is a lack of imagination“ haben sich seither viele insbesondere jüngere Küchenchefs zu Herzen genommen.


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