Freizeitpark in Rust

Vater des Europa-Parks Roland Mack 70 Jahre

Auch eine Herzensangelegenheit des 70-Jährigen: Roland Mack im Schulterschluss für deutsch-französische Visionen mit Präsident Emmanuel Macron.
Europa-Park
Auch eine Herzensangelegenheit des 70-Jährigen: Roland Mack im Schulterschluss für deutsch-französische Visionen mit Präsident Emmanuel Macron.

Seine Familie baute früher Zirkuswagen und Jahrmarktattraktionen. Roland Mack machte daraus einen Freizeitpark nach US-Vorbild. Er schuf so das Fundament einer ganzen Branche, sagen Experten. Jetzt wurde er 70.

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Roland Mack klemmt sich hinter das Steuer des bunten Rennautos, das seit dem Start des Europa-Parks vor 44 Jahren zu den Attraktionen zählt. „Das bin ich seit Ewigkeiten nicht mehr gefahren“, sagt der badische Unternehmer und tritt auf das Gaspedal. „Es sieht nicht aus wie Arbeit. Es ist aber Arbeit“, sagt der Chef von Deutschlands größtem Freizeitpark und von mehr als 4.150 Mitarbeitern. Gemeinsam mit Vater Franz hat Mack 1975 den Europa-Park in Rust bei Freiburg gegründet. Er steht bis heute an der Spitze des Vergnügungsunternehmens, das hierzulande einer ganzen Branche den Weg bereitet hat. Am Wochenende wurde  Mack 70 Jahre alt.

Der amerikanische Traum

Der in Freiburg geborene Maschinenbau-Ingenieur hat den Europa-Park nach US-amerikanischem Vorbild entworfen, als er 24 Jahre alt war. „Die ersten Skizzen entstanden auf einem Bierdeckel“, sagt Mack. Mit einigen Bleistiftzeichnungen abends in der Kneipe wurde die Idee geboren, Fahrgeschäfte nicht mehr nur zu entwickeln und zu bauen, sondern auch selbst zu betreiben. „Gedacht war der Park als lebendiges Schaufenster, als Ausstellungsraum für unsere Produkte.“

Mit diesem Konzept betrat Mack Neuland. Freizeitparks habe es in Deutschland und  Europa damals kaum gegeben, sagt Klaus-Michael Machens, Präsident des Verbandes Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen. Der Erfolg in Rust habe dann auch andernorts einen Boom ausgelöst. „Ohne Mack würde es die Freizeitparkbranche in der heutigen Form in Europa nicht geben“, sagt der Verbandspräsident.
Das Mutterunternehmen des Parks ist der Achterbahnhersteller Mack Rides im rund 40 Kilometer entfernten Waldkirch. Das 1780 gegründete Unternehmen ist wie der Europa-Park in Familienbesitz und nach eigenen Angaben der  fünftgrößte Achterbahnhersteller der Welt.

War der Vergnügungspark 1975 noch 12 Hektar groß, so sind es heute 95 Hektar - Tendenz steigend. Mehr als 120 Millionen Menschen haben das Freizeitareal laut Mack seit der Gründung besucht. Zuletzt kamen jährlich mehr als 5,6 Millionen Besucher. Der 4500-Einwohner-Ort nahe der deutsch-französischen Grenze hat sich mit dem Park zu einem der meistbesuchten Touristenziele Deutschlands entwickelt. Mit 5800 Hotelbetten sei Mack zugleich der größte private Hotelbetreiber Deutschlands, sagt Fritz Engelhardt, Vize-Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes. Er habe einen auf Tagesgäste ausgerichteten Vergnügungspark zu einem Kurzurlaubsziel ausgebaut.

Nächste Herausforderung

Seinen Geburtstag feiert Mack rund einen Monat vor der größten Erweiterung des Parks seit Bestehen: Neben dem Europa-Park entsteht für 180 Millionen Euro eine große Wasserwelt. Das Unternehmen hat Mack im Frühjahr in eine Stiftung überführt, deren Vorsitzender er ist. So soll der Übergang auf die achte Generation gesichert werden. Macks Söhne Michael (40) und Thomas (38) sowie Tochter Ann-Kathrin (29) sind schon an Bord. Denn der Park soll in Familienhand bleiben.                                          mit Hilfe von dpa


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