Frittenwerk

"Wir sind kein Restaurant voller Roboter"

Neueröffnung: Frittenwerk startet am Düsseldorfer Hauptbahnhof gemeinsam mit SSP. Es ist die Franchise-Premiere für den Familienbetrieb.
SSP
Neueröffnung: Frittenwerk startet am Düsseldorfer Hauptbahnhof gemeinsam mit SSP. Es ist die Franchise-Premiere für den Familienbetrieb.

Die Pommesmanufaktur Frittenwerk feiert dieser Tage fünften Geburtstag. Exklusiv für FOOD SERVICE blickt Gründerin My Skendo auf die acht wichtigsten Entwicklungsschritte des Düsseldorfer Familienunternehmens zurück und wagt zudem einen Ausblick in die Zukunft. Zudem feiert Frittenwerk dieser Tage eine Premiere.

 

Die Pommesmanufaktur Frittenwerk ist weiter auf Expansionskurs. Just eröffnete am Düsseldorfer Hauptbahnhof der insgesamt 15. Standort des Ende 2014 gestarteten Unternehmens. Es ist die Franchise-Premiere für den Familienbetrieb: Der Standort wird gemeinsam mit SSP – The Food Travel Experts realisiert. Das Restaurant hat 80 Sitzplätze und befindet sich am Aufgang zu den Gleisen 9 und 10.
Zum fünften Geburtstag blickt Gründerin My Skendo für FOOD SERVICE auf die Anfänge und größten Entwicklungsschritte des Unternehmens zurück. Sie beschreibt zudem, was es für eine Gründerin bedeutet, Verantwortung abzugeben und welche technischen Herausforderungen in Zukunft zu meistern sind.

teomedia

Das erste Frittenwerk (2014)

Dezember 2014, als andere mit einem Auge auf ein neues Auto oder eine Weltreise geschielt haben, haben wir von einer eigenen Pommesbude geträumt. Zuvor habe ich einige Zeit in Kanada gelebt und mich Hals über Kopf in das Nationalgericht Poutine verknallt. In Düsseldorf-Bilk habe ich mit meinem Mann und seinem Bruder die perfekte Location mit schöner Terrasse gefunden und die ganze Familie hat mit angepackt: Handbeschriebene Tafel, selbstgebaute Möbel und unser grünes Pflanzendach waren eine Herzensangelegenheit. Wir hatten zwar schon etwas Gastro-Erfahrung, aber dieser handgebaute Store direkt am S-Bahnhof hat uns dennoch alle umgehauen. Dass daraus etwas noch viel Größeres entstehen könnte, haben wir uns damals noch gar nicht vorgestellt.

Christian Schaffrin

Verzicht auf Plastik (seit Beginn an)

Was uns schon immer an der prototypischen Pommesbude gestört hat, sind die klassisch gewellten Plastikschalen. Wir haben uns von Beginn an dazu entschlossen, auf Plastik zu verzichten. Unsere Pappschalen, Tüten und Gabeln sind allesamt biologisch abbaubar. Getränke gibt’s ausschließlich aus Glasflaschen. Abgeschlossen ist unser Weg zum nachhaltigen Imbiss damit aber noch nicht, das ist ein andauernder Prozess.

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Schlange auf der Ehrenstraße (2016)

Das erste Frittenwerk in Düsseldorf-Bilk ist nach wie vor unser Baby, aber so richtig Fahrt aufgenommen hat die Entwicklung des Frittenwerks erst in Köln. Die Eröffnung 2016 hat uns gezeigt: Die Leute haben richtig Bock auf uns. Wir haben uns schon im Vorfeld gefreut, dass sich auf Facebook so viele Leute für unser Opening interessieren, aber als die Kölner dann tagelang bis auf die andere Straßenseite Schlange standen, hat uns das schon überwältigt. Die ersten Wochen haben wir sonntags extra geschlossen, damit wir mit der Organisation irgendwie hinterherkommen. Daran sind wir aber gewachsen, das war im Nachhinein eine sehr lehrreiche Zeit.
 
Kieper

"Wir wagen uns aus NRW heraus" (2017)

Nachdem Köln so gut ankam und sich auch das dritte Frittenwerk in Aachen schnell etabliert hat, hatten wir genug Mut geschöpft, um uns aus unserer Komfortzone herauszuwagen. Die Location im Frankfurter Bahnhofsviertel kam da genau richtig und war die Bestätigung, dass wir auch dort Begeisterung entfachen können, wo man uns überhaupt nicht kennt. Frankfurt war auf dem Weg zur bundesweiten Expansion ein riesiger Schritt.

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60 Prozent Veggie-Bestellungen (seit 2017)

Auch unsere Speisekarte wird immer grüner. Wir haben zum einen auf Gästefeedback gehört und uns zum anderen selbst hinterfragt: Was ist uns wichtig? Wofür wollen wir stehen? Mit der Zeit hat sich dementsprechend unser vegetarisches und zunehmend auch unser veganes Angebot kontinuierlich vergrößert. Inzwischen haben wir zwei vegane Hauptgerichte fest in die Speisekarte integriert, andere lassen sich ganz einfach "veganisieren". Die meisten Saucen sind ebenfalls vegan. Uns ist wichtig, dass wir nicht blind irgendwelchen kurzweiligen Trends folgen, sondern langfristig die Bedürfnisse unserer Gäste befriedigen. Und da zeigt die Entwicklung klar in Richtung Veggie! Momentan sind 60 Prozent unserer Bestellungen vegetarisch, Tendenz steigend.

Kieper

Streetfood gehört auf die Straße (2018)

Seit 2018 rollt unser Foodtruck über die Marktplätze und Festivalgelände des Landes. Man erkennt ihn gleich an der riesigen Pommesgabel auf dem Dach und dem knallroten Ahornblatt auf dem Blech. Das Schöne daran ist, dass wir so unsere Verbindung zur lebendigen und sehr freundschaftlich geprägten Streetfood-Kultur aufrechterhalten. Auf so einem Streetfood Festival gibt es kein Gegeneinander, nur ein Miteinander. Trotzdem hat uns der Truck gleich im ersten Jahr ins Finale der European Street Food Awards in Berlin geführt, wo wir im Besucher-Voting den zweiten Platz abgesahnt haben.

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Speisekarte 2.0 (2019)

Unsere Speisekarte war immer eher klein und übersichtlich, hin und wieder kommen lediglich noch saisonale Aktionen hinzu. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Nach etwa vier Jahren war es aber an der Zeit, der ursprünglichen Karte einmal eine Generalüberholung zu verpassen. Im Fokus stand dabei vor allem der Verzicht auf Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker, außerdem haben wir die Gelegenheit genutzt, um auch die Saucen und Snacks nochmal anzupassen. Die meisten Saucen sind inzwischen vegan, zwei Salatbowls ergänzen das Angebot. Und die Currywurst vom Hausmetzger – Pflicht in jeder Pommesbude – ist auch besser denn je, versprochen.

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Flagshipstore Hamburg (2019)

Frisch gebrühter Kaffee, Astra-Bier vom Fass, … klingt erstmal gar nicht nach Frittenwerk, ist aber im Herbst wahr geworden: In Hamburg haben wir unweit des Jungfernstiegs unser bisher größtes Restaurant auf zwei Etagen eröffnet und damit auch irgendwie ein neues Kapitel gestartet. Der Store ist grün, eine Oase in der Innenstadt. Bei der Einrichtung haben wir uns mehr als sonst getraut: In der oberen Etage findet sich eine Bar mit Lounge und ein Künstler hat uns Engelsflügel aus Fritten an die Wand gesprayt, die zusätzlich von Neonlichtern untermalt werden. Wer will, kann dort sein Foto direkt aus dem #Frittenhimmel knipsen.

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Erste Franchise-Partnerschaft

Bei 14 Restaurants standen wir bei jeder Neueröffnung selbst hinter der Theke, beim 15. war das erstmalig anders. Am 18. Februar eröffnete im Düsseldorfer Hauptbahnhof unser erstes Restaurant in Kooperation mit einem Franchise-Partner – es ist auch das Erste an einem Hauptbahnhof. Ein komisches Gefühl, erstmals so viel Verantwortung abzugeben, aber wir sind trotzdem ganz nah dran am Geschehen und haben uns in den vergangenen Jahren ausreichend vorbereitet.

Ausblick: Touch your poutine (2020)

Wir testen gerade die Usability von Self-Order-Terminals fürs Frittenwerk. In Zukunft kann man also vielleicht nicht nur an der Kasse bestellen, sondern auch direkt über ein Touchpad. Man sieht auf einen Klick alle Allergene, kann Zutaten abwählen oder hinzubuchen und hat die ganze Speisekarte in mehreren Sprachen vor sich. Nur der persönliche Kontakt zwischen Gästen und Mitarbeitern darf natürlich nicht verloren gehen, wir sind ja kein Restaurant voller Roboter.
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Über Frittenwerk
Frittenwerk-Filialen finden sich in Düsseldorf, Köln, Aachen, Frankfurt, Essen, Stuttgart, Wolfsburg, Dortmund, Braunschweig und Karlsruhe. Ein Foodtruck bringt Poutines zudem seit 2018 auf die zahlreichen Street Food Festivals des Landes. Das Familien-Unternehmen beschäftigt mehr als 250 Mitarbeiter. Statt auf TK-Produkte setzt das Frittenwerk auf frische Kartoffeln, Gemüse und Fleisch von regionalen Bauern und Händlern.




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