Gastgeberkreis

Warnung vor 2G-plus – das wäre ein neuer Lockdown

Laut Gastgeberkreis käme eine 2G-plus-Regel einem neuen Lockdown für die Gastronomie gleich.
IMAGO / Christian Ohde
Laut Gastgeberkreis käme eine 2G-plus-Regel einem neuen Lockdown für die Gastronomie gleich.

Der Gastgeberkreis, ein Zusammenschluss von über 170 Top-Gastronomen in Deutschland, meldet sich angesichts der aufkommenden Debatte um stärkere Beschränkungen für die Gastronomie zu Wort. Er fordert, von einer 2Gplus-Regel Abstand zu nehmen.

Eine derartige Vorschrift käme einem erneuten Lockdown gleich, heißt es. Mit einem offenen Brief mit 5 Punkten wendet sich der Gastgeberkreis an die politisch Verantwortlichen in Berlin und die Ministerpräsidenten der Länder.

2G kombiniert mit strengen Kontrollen

Der Gastgeberkreis begrüßt die bundesweite Einführung von 2G, da der Gastronomie-Genuss sicher sein muss. Wir haben ohnehin festgestellt, dass die Mehrheit unserer Gäste bereits unter den Status von 2G fällt, also geimpft oder genesen ist. Zudem stehen wir zu 100 Prozent hinter der Einhaltung der mit 2G einhergehenden Maßnahmen und sprechen uns explizit für strenge Kontrollen aus. Diese sollen von den Gastronomen:innen, die ihre Gäste vor dem Einlass kontrollieren, durchgesetzt und durch Behörden und Ämter auf die korrekte Einhaltung hin überprüft werden. Wer sich nicht an die Regeln hält, spielt mit der Gesundheit seiner Gäste und Mitarbeitenden und muss entsprechend sanktioniert werden.

Unterscheidung zwischen Bedien- bzw. sitzplatzbezogener Gastronomie und anderen Formen

Es muss deutlich zwischen der klassischen bzw. sitzplatzbezogenen Gastronomie mit festen Sitzplätzen und Bedienung am Tisch und anderen Formen der Gastronomie unterschieden werden. Erstgenannte Gastronomieform ist nicht Treiber der Pandemie, was bereits mehrere Studien belegen – u.a. die aktuelle Auswertung der Luca App. Die sitzplatzbezogene Gastronomie ist aufgrund etablierter Hygiene-Konzepte, der nötigen Abstandswahrung zu anderen Gästen, Lüftungssystemen und der Möglichkeit der Kontaktdatennachverfolgung ein sicherer Ort.

2G-plus ist keine Option und kommt einem Lockdown gleich

Bereits jetzt wird von einigen politischen Vertreter:innen eine Ausweitung der Regelungen auf 2G-plus (geimpft oder genesen und zusätzlich aktueller Testnachweis) gefordert. Dies würde eine erneute wirtschaftliche Katastrophe für die Gastronomie hervorrufen und einem Lockdown gleichkommen. Der Aufwand bzw. die Hürde, vor dem Restaurantbesuch noch einen Test machen zu müssen, ist vielen Geimpften und Genesenen zu hoch. Hinzu kommt die damit verbundene Verunsicherung der Gäste, die sich dann vielleicht doch lieber zu Hause mit Freunden oder Familie treffen. Und mit ausbleibenden Gästen steigt auch wieder die Verunsicherung unter den Mitarbeitenden.

Hilfszahlungen/-pakete müssen verlängert und optimiert werden

Aufgrund des aktuellen Geschehens in Verbindung mit dem bisherigen Verlauf der Pandemie, müssen die Hilfen für die Gastronomie als besonders belastete Branche weiterverlängert und optimiert werden. Die Hilfen dürfen nicht nur greifen, wenn die Restaurants auch tatsächlich im Rahmen eines angeordneten Lockdowns ganz oder teilweise geschlossen werden, sondern auch bei hoher finanzieller Belastung bzw. bei deutlichem Umsatzrückgang durch das Ausbleiben der Gäste.

Im Ernstfall müssen wieder direkt 80 % Kurzarbeitergeld gezahlt werden

Mit steigenden Zahlen und zunehmend negativer Berichterstattung trauen sich viele Menschen nicht mehr auszugehen, obwohl sie es dürften und es unter Einhaltung aller Auflagen auch sicher wäre. Nicht nur für uns als Gastronomen:innen wären weitere Verschärfungen (2G-plus oder Lockdown) existenzbedrohend, gleiches gilt auch für unsere Mitarbeitenden. Daher fordern wir, dass sichergestellt wird, dass seitens der Arbeitsagentur bei einer möglichen erneuten Kurzarbeit in den einzelnen Betrieben sofort 80 Prozent Kurzarbeitergeld gezahlt werden.

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