Gastgewerbeumsatz

Gastronomie wächst 2019 leicht

Die Gastronomie lag 2019 im Plus – zum zehnten Mal in Folge.
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Die Gastronomie lag 2019 im Plus – zum zehnten Mal in Folge.

Der Umsatz des deutschen Gastgewerbes steigt im zehnten Jahr in Folge. Das geht aus den Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervor. Das preisbereinigte Plus fällt mit 0,6 Prozent allerdings geringer aus als noch im Vorjahr (1 %).

Restaurants, Hotels und andere Unternehmen der Gastgewerbe-Branche setzten 2019 nicht preisbereinigt (nominal) 3,0 Prozent mehr um als im Vorjahr (2018: 3,2 %). Preisbereinigt (real) bedeutet dies ein Plus von 0,6 Prozent. Damit verzeichnet die Branche zum zehnten Mal in Folge eine Umsatzsteigerung – und übertraf die Schätzungen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) im Februar 2019. Der Verband hatte damals ein nominales Wachstum von 1,5 Prozent prognostiziert.

Nach den Gastgewerbe-Zweigen getrennt wuchs die Gastronomie etwas stärker als die Beherbergung. 3,3 Prozent nominales Plus (real: 0,6 %) steht für die Gastronomie im Jahresvergleich zu Buche. Die Unterrubrik der Cateringunternehmen und sonstigen Verpflegungsdienstleistungen veranschlagt Destatis bei einem nominalen Plus von 4,0 Prozent (real: 1,9 %).

Beschäftigung auf Rekordhoch

"Das Gastgewerbe in Deutschland befindet sich auf solidem Wachstumskurs", erklärt Guido Zöllick, Präsident des Dehoga Bundesverbands. "Die heimischen Hotels und Restaurants überzeugen mit einem äußerst vielfältigen Angebot und einem im internationalen Vergleich sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis." Wichtigste Impulsgeber seien das gute Sommerwetter und die weiterhin starke Binnennachfrage gewesen. 

Der Jobmotor Gastgewerbe läuft auf Hochtouren. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe im September 2019 auf 1.122.100. Mit einem Plus von 2,5 Prozent bzw. 27.400 Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr ist dies ein neues Allzeithoch. Der Zuwachs in der Gesamtwirtschaft lag bei 1,6 Prozent. „Seit 2009 hat unsere Branche damit fast 300.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen“, verdeutlicht Zöllick.

Dehoga für 2020 zuversichtlich – mit Einschränkungen

Zöllick rechnet für das laufende Jahr mit einem nominalen Umsatzplus für die Gesamtbranche von 2,0 Prozent. Damit dürfte das Gastgewerbe seinen Nettoumsatz in 2020 auf rund 95 Milliarden Euro steigern. Zugleich verweist Zöllick auf die immensen Herausforderungen für die Branche. "Der Kostendruck wächst. Die Ertragslage der Betriebe ist und bleibt angespannt. Probleme bereiten vor allem die ausufernde Bürokratie, unfaire Wettbewerbsbedingungen und die Suche nach Mitarbeitern."

Gute Zahlen seien kein Selbstläufer. Neben einem konsequenten Bürokratieabbau gehören daher eine Reform des Arbeitszeitgesetzes und sieben Prozent Mehrwertsteuer für Essen, egal wo und wie zubereitet und verzehrt, zu den wichtigsten Forderungen des Dehoga an die Politik.

Gastgewerbeumsatz 2019 vs. 2018
real nominal
Gastgewerbe insgesamt 0,6 3,0
davon:
Beherbergung 0,5 2,5
Gastronomie 0,6 3,3
darunter:
Caterer und sonstige
Verpflegungsdienstleistungen          
1,9 4,0

Werte in Prozent. Berechnet aus den Ursprungswerten (ohne Kalender- und Saisonbereinigung)

Dezember 2019 im Minus

Betrachtet man nur die Umsatzzahlen des Dezembers, ging 2019 der preisbereinigte Umsatz des Gastgewerbes um 1,9 Prozent gegenüber dem Dezember 2018 zurück, nicht preisbereinigt stand ein Plus von 0,8 Prozent unter dem Strich. Der Umsatz in der Gastronomie fiel im Dezember 2019 preisbereinigt um 2,2 Prozent gegenüber dem Dezember 2018 (nicht preisbereinigt: +0,7 %). Innerhalb der Gastronomie lag der Umsatz der Caterer um 2,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats (nicht preisbereinigt: +0,0%).

Methodische Hinweise

Die Destatis-Erhebung erfasst Unternehmen des Gastgewerbes mit einem Umsatz von mindestens 150.000 Euro pro Jahr. Destatis berücksichtigt verspätete Mitteilungen der befragten Unternehmen und aktualisiert deshalb laufend die ersten nachgewiesenen Ergebnisse. Weitere Informationen zur Methodik sowie weitere detaillierte Statistiken finden sich auf der Website des Statistischen Bundesamts.


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