Geflüchtete Ukrainer beschäftigen

"Unkomplizierten Einstieg möglich machen"

Sandra Mühlhause ist Vorstand Personal bei McDonald's Deutschland.
McDonald’s
Sandra Mühlhause ist Vorstand Personal bei McDonald's Deutschland.

Mit 2.000 Stellen, kostenlosen Deutschkursen und Job-Paten bemüht sich McDonald's Deutschland um Arbeitskräfte aus der Ukraine. Sandra Mühlhause, Vorstand Personal bei McDonald's Deutschland, erzählt, wie das Programm funktioniert.

Frau Mülhause, McDonald‘s gehört zu den ersten Arbeitgebern, die angekündigt haben, eine große Zahl ukrainischer Geflüchteter beschäftigen zu wollen. Um was für Jobs geht es?

Unser Stellenangebot soll einen schnellen und unkomplizierten Einstieg in das Berufsleben in Deutschland ermöglichen. Es gibt Möglichkeiten in unseren Restaurants – von Crew-Mitarbeitenden im Service oder in der Küche über Lieferfahrerinnen und Lieferfahrer bis hin zum Restaurant-Management.

Wie nehmen Sie Kontakt auf?
Neben den generellen Stellenausschreibungen auf unserer McDonald’s-Karriereseite oder bei der Bundesagentur für Arbeit sind viele Stellen auf externen Jobportalen gelistet, die speziell für geflüchtete Menschen aus der Ukraine ins Leben gerufen wurden. Darüber hinaus arbeitet McDonald’s mit Partnern an einer Website, die den Bewerbungsprozess für ukrainische Geflüchtete vereinfachen soll. Für unsere Mitarbeitenden aus der Ukraine versuchen wir gemeinsam die Hilfe zu organisieren, die sie und ihre Familien gerade benötigen. Dazu gehört auch eine Weiterbeschäftigung in Deutschland.

McDonald‘s bietet Zugang zu einer Sprachlernplattform an, Job-Paten und Hilfe bei der Wohnungssuche. Wer übernimmt diese Unterstützung im Alltag? Filialmitarbeiter?
Wir verstehen es als gemeinschaftliche Leistung, geflüchtete Menschen schnell zu integrieren und in unserer Mitte willkommen zu heißen. Dabei beeindruckt uns der Zusammenhalt und das Engagement unserer Franchise-Nehmer und Mitarbeitenden in den letzten Wochen: Sie haben sich in vielen lokalen Communities schnell organisiert, um den Geflüchteten bei ihrer Ankunft eine gute Erstversorgung sowie Unterkunft bieten zu können und darüber hinaus bei der Wohnungs- und Jobvermittlung oder bei Behördengängen zu helfen. Auch Beispiele von Mitarbeitenden, die ganz selbstlos ihr Zuhause geöffnet haben, gibt es. Für das Angebot der kostenlosen Deutschkurse arbeiten wir mit unserem langjährigen Sprachanbieter EF Education First zusammen.

Was ist die größte Herausforderung bei der Integration der jetzt Geflohenen? Gibt es Erfahrungen, die Sie nutzen können?
Ja, bereits Ende 2015 haben wir in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit einen Leitfaden entwickelt, der das Einstellen von geflüchteten Menschen in unseren Restaurants und die Abstimmung mit den Behörden erleichtern soll. Aktuell braucht aber jeder Geflüchtete individuelle Betreuung, weil die Behörden uneinheitlich agieren. Nehmen wir Berlin: Dort erfolgt die Vergabe eines Aufenthaltstitels in Verbindung mit Arbeitserlaubnis online. In anderen Bundesländern kann das sechs bis acht Wochen dauern. Die politisch sehr schnell ermöglichte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, die ich ausdrücklich loben möchte, hat in der Umsetzung noch Luft nach oben. Dennoch begreifen wir Zuwanderung als Chance für die Gesellschaft und unser Unternehmen – egal, woher die geflüchteten Menschen kommen.


Dieser Text erschien zuerst auf www.lebensmittelzeitung.net.

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