Gewerkschaft NGG

Mindestlohn sorgt für positive Entwicklung

Mindestlohn als Impuls für höhere Tariflöhne
IMAGO / Steinach
Mindestlohn als Impuls für höhere Tariflöhne

Bereits die Ankündigung der Erhöhung des Mindestlohns habe sich positiv auf das Lohngefüge ausgewirkt, so die Erfahrung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

"Tarifpolitisch haben wir das sehr gut nutzen können und oftmals ganze Lohntabellen kräftig nach oben gedrückt, zum Beispiel in der Milchindustrie Ost," sagt Johannes Specht, Leiter der Tarifabteilung der Gewerkschaft.

Bei der Molkerei Niesky im Landkreis Görlitz etwa handelte die NGG erstmal eine Eingruppierung auf tariflicher Grundlage aus, und damit Lohnsteigerungen für die Mitarbeiter von 27 bis 40 Prozent. Bei der Suhler Tiefkühkost wurden im Mai 2022 bereits 13 Euro für die unterste Lohngruppe vereinbart und damit Lohnerhöhungen von bis zu 30 Prozent erreicht.

In langlaufenden Tarifverträgen werde der Mindestlohn einige Entgeltgruppen "überholen", zum Beispiel beim Branchen-Mindestlohn Fleisch: Hier wird ab 1. Oktober der gesetzliche Mindestlohn gezahlt, ab 1. Dezember dann die tariflich vereinbarte nächste Stufe von 12,30 Euro. Ein Großteil der Unternehmen der Lebensmittelindustrie muss keine Anpassungen vornehmen, weil mehr als 12 Euro gezahlt werden, so Specht.

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