Gosch / Re-Start

"Wir sind optimistisch"

Die Fischgastronomie-Marke Gosch schöpft nach erfolgreichem Re-Start Hoffnung: "Ich bin sicher, dass wir in den nächsten Wochen zusätzliche Einnahmen generieren können", sagt Prokurist Michael Lorenzen.
imago images / Gerhard Leber
Die Fischgastronomie-Marke Gosch schöpft nach erfolgreichem Re-Start Hoffnung: "Ich bin sicher, dass wir in den nächsten Wochen zusätzliche Einnahmen generieren können", sagt Prokurist Michael Lorenzen.

Etwa 15 Prozent des Jahresumsatzes hat Gosch durch den zweimonatigen Lockdown verloren, schätzt Prokurist Michael Lorenzen. Am Sylter Hafenplatz, wo  mittlerweile fast ganzjährig die Touristen flanieren, trafen die Einheimischen im April auf Rehe. Der Re-Start auf der beliebten Nordsee-Insel und Heimat der Fischgastronomie-Marke Gosch aber gibt Hoffnung.

Ohne Touristen, kein Gastro-Geschäft - diese Regel gilt für die Mehrheit der 45 Gosch-Standorte. Etwa 70 Prozent der Gosch-Units befinden sich in Schleswig-Holstein, allein 9 Restaurants sind auf Sylt angesiedelt. Hinzukommen Einheiten an beliebten Badeorten der Ostsee wie Timmendorfer Strand, Scharbeutz oder Warnemünde. "Die Gastronomie lebt hier zu 90 Prozent von den Touristen. Ohne sie macht der Betrieb keinen Sinn, auch für das Take-away-Segment nicht", erklärt Michael Lorenzen, Prokurist bei Gosch. Und sie blieben die Küstenstandorte für den kompletten Lockdown geschlossen. Den Ausfall beziffert Lorenzen auf etwa 15 Prozent des erwarteten Jahresumsatzes.

Dennoch gibt sich der gebürtige Sylter zuversichtlich. "Die ersten Tage nach Wiedereröffnung sind gut gelaufen. Die Gäste kommen in Scharen zurück." Über Pfingsten seien die Unterkünfte auf Sylt bereits nahezu vollständig ausgebucht gewesen - in Schleswig-Holstein ist die Vollauslastung gestattet, während die Beherbergungsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern ihre Kapazitäten noch beschränken müssen. Ein Wermutstropfen auch für die Gastronomen. 

"Aufgrund der eingeschränkten Sitzplatzanzahl konnten wir trotz der hohen Übernachtungszahlen nur zwischen 60 und 70 Prozent des regulär machbaren Umsatzes - je nach Standort - einfahren", berichtet Lorenzen. Viele der Gosch-Restaurants bieten 100 bis 200 Plätze im Gastraum, doch aktuell ist nur eine Belegung mit bis zu 50 Gästen - unabhängig von der Größe des Restaurants - in Schleswig-Holstein erlaubt. "Hinzu kommt, dass der Aufwand, den wir betreiben, um diesen Umsatzanteil zu erzielen ungleich höher ist als bei Vollauslastung zu Vor-Coronazeiten." Registrierung von Gäste, Vergabe von Sitzplätzen und -zeiten sowie die erhöhten Hygieneauflagen kosten Zeit und Geld.

"Wir sehen den Start trotzdem positiv. Wir hatten uns das Arbeiten unter den neuen Bedingungen viel dramatischer vorgestellt. Tatsächlich hat aber alles sehr gut funktioniert: Die Gäste waren entspannt und verständnisvoll, auch wenn sie auf ihre Sitzplätze warten mussten", so Lorenzen. "Und natürlich hat das Wetter einen riesengroßen Teil zur guten Stimmung beigetragen. Viele haben so auch einfach Speisen oder eine Flasche Wein zur Mitnahme bestellt und sich am Strand verteilt."

Guter Sommer für die deutsche Küste

Insbesondere für die Badeorte erwartet Lorenzen für den Sommer eine gute Entwicklung: "Ich bin sicher, dass wir in den nächsten Wochen zusätzliche Einnahmen generieren können - wenn auch bei höherem Aufwand. Viele Leute werden ausgefallene Urlaube nachholen und sich dabei auf deutsche Reiseziele umorientieren." Schon jetzt, nach Pfingsten, stelle er fest, dass noch mehr Familien auf Sylt geblieben sind als sonst. 

Stärker eingeschränkt ist das Gosch-Geschäft hingegen aktuell noch an den Bahnhofsstandorten der Marke. "Diese Units liegen derzeit bei 30 bis 40 Prozent des Vorjahresumsatzes. Der Berufsverkehr ist noch immer stark reduziert. Und ein touristischer Bahnverkehr findet noch fast gar nicht statt", so Lorenzen. Auch nach die Anreise der Gäste nach Sylt habe fast ausschließlich mit dem Pkw stattgefunden. 

Über Gosch
Gestartet ist Gosch 1967 als mobiler Ein-Mann-Bauchladen auf Sylt, 1972 eröffnete der gelernte Maurer Jürgen Gosch das erste stationäre Outlet. Heute zählt die Fischgastronomie-Marke 45 Betriebe, 35 davon sind Franchise-Filialen. Im vergangenen Jahr setzte Gosch laut foodservice Top 100 Ranking 87,5 Mio. Euro um (2018: 83,5 Mio. Euro, Schätzung) und befindet sich damit auf Platz 43 in der Liste der umsatzstärksten Gastro-Player in Deutschland.





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