Debatte über Mindestverzehr

Gast reagiert empört über Restaurant-Forderung


Ein Streit über Mindestverzehr in einem Münchner Lokal weitet sich im Internet aus.
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Ein Streit über Mindestverzehr in einem Münchner Lokal weitet sich im Internet aus.

Weil ein Münchner Restaurant bei Gästegruppen ab zehn Personen auf einen Mindestverzehr von 35 Euro pro Kopf besteht, eskalierte ein Streit zwischen den Gastronomen und den Gästen in der Öffentlichkeit. Ist ein Mindestverzehr überhaupt zulässig? Zuerst hatte die AHGZ über die Debatte berichtet.

Das Münchner Burger-Restaurant Drunken Cow Bar & Grill hat eine Kapazität von 34 Sitzplätzen, bietet größeren Gästegruppen dennoch die Möglichkeit einer Tischreservierung an. Allerdings verlangt das Restaurant bei einer Platzreservierung von mehr als zehn Personen einen Mindestbestellwert von 35 Euro pro Gast.

Ein Gast protestierte nun gegen die Konditionen des Lokals, reagierte mit einer wüsten Beschimpfung und drohte mit negativer Stimmungsmache in der Öffentlichkeit. Das Restaurant veröffentlichte den E-Mail-Verkehr anonymisiert kurzerhand auf seiner Facebook-Seite, woraufhin zahlreiche Kommentatoren den Schulterschluss mit dem Münchner Lokal suchten.   

"Notwendiges Übel"

Auf Anfrage der AHGZ sagte Annette Petersen vom Drunken Cow Bar & Grill: "Der Mindestumsatz von 35 Euro ab 10 Personen ist auch für uns ein leidiges, aber notwendiges Übel, da wir sehr beschränkte Sitzkapazitäten haben und leider schon oft die Erfahrung machen mussten, dass größere Gruppen den Platz zwar gerne beanspruchen, jedoch eher weniger das Getränke- und Speisenangebot."

Doch ist ein Mindestverzehr überhaupt zulässig? Jürgen Benad vom Dehoga klärt auf: "Es liegt in der Hand des Gastwirts, wie er sein Angebot gestaltet“, sagt er in einem Gespräch mit der AHGZ. Eine solche Forderung sei eine freie unternehmerische Entscheidung. Gleichwohl: „Der Unternehmer muss den Gast bei der Reservierung darüber informieren und sicherlich ist hier auch Fingerspitzengefühl nötig."

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