"Handeln, bevor es zu spät ist"

Brandbrief der Getränkewirtschaft

Bei den deutschen Getränkeherstellern ist das Glas halb leer - und die Angst vor den kommenden Krisen groß.
IMAGO / Panthermedia
Bei den deutschen Getränkeherstellern ist das Glas halb leer - und die Angst vor den kommenden Krisen groß.

Durch die Folgen der Corona-Krise sei die Kapitaldecke bei vielen Unternehmen der Getränkewirtschaft sehr dünn geworden, warnen fünf Getränkeverbände in einer gemeinsamen Erklärung. Die Unternehmen seien nicht in der Lage, die wesentlich bedrohlichere, akute Situation zusätzlich noch zu bewältigen.

"Seit Beginn der Corona-Krise haben die Unternehmen der Getränkewirtschaft – auch als engste Partner der Gastronomie – erhebliche finanzielle Nachteile erleiden müssen", schreiben die Getränke-Hersteller. "Obwohl die monatelange Schließung der Gastronomie und die Absage vieler tausend Veranstaltungen unmittelbar zu massiven Einbußen auf Seiten der Hersteller und des Fachgroßhandels geführt haben, war es nur einem geringen Teil der Betriebe möglich, Überbrückungshilfen des Staates in Anspruch zu nehmen."

Die Verbände fordern Hilfe der Bundesregierung. Das Anfang September vorgestellte Entlastungspaket reiche bei weitem nicht aus, um betroffene Betriebe substanziell und zeitnah zu entlasten.

Existenzbedrohendes Ausmaß

"Längst haben die Kostensteigerungen für die Unternehmen ein existenzbedrohendes Ausmaß erreicht", schreiben die Verbände. "Dies betrifft Handwerk und Mittelstand ebenso wie Industrie. Ob Gas, Strom oder Kraftstoffe, ob Agrarrohstoffe, Verpackungen oder Logistik – exzessive Kostensteigerungen, gepaart mit zunehmenden Störungen der Lieferkette und Lieferausfällen, übersteigen bei vielen Unternehmen der Getränkewirtschaft die Grenzen der Belastbarkeit."

Die fünf Kernforderungen der Verbände der deutschen Getränkewirtschaft lauten:
- Bezahlbare und sichere Versorgung mit Gas und Strom ermöglichen
- Versorgung mit Kohlendioxid sicherstellen
- Verlässliche Logistik und sichere Lieferketten schaffen
- Ernährungswirtschaft als kritische Infrastruktur anerkennen
- Ein Belastungsmoratorium statt mehr Bürokratie

Die fünf Verbände
  • Verband deutscher Mineralbrunnen e.V.
  • Deutscher Brauer-Bund e.V.
  • Private Brauereien Deutschland e.V.
  • Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie e.V.
  • Bundesverband des deutschen Getränkegroßfachhandels e.V.

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