Hans im Glück

Interview mit Peter Prislin

Chief Marketing Officer Peter Prislin.
Hans im Glück
Chief Marketing Officer Peter Prislin.

Das Better Burger-Konzept Hans im Glück hat seine Speisekarte überarbeitet. Zukünftig setzt die Marke auf ein noch attraktiveres veganes Angebot. Auch darüber hinaus setzt das Unternehmen weitere Nachhaltigkeits-Maßnahmen um, wie Chief Marketing Officer Peter Prislin im Interview verrät.

Seit kurzem gibt es eine neue Speisekarte. Was genau wurde hierfür am veganen Angebot verändert?

"Unsere Speisekarte ist deutlich klarer geworden, gleichzeitig hat sich der Anteil der vegetarischen und veganen Angebote gesteigert. Mit dem Sonnenkönig und dem Naturburschen haben wir zum Beispiel zwei neue pflanzliche Burger ins Sortiment genommen, die aufgrund ihres Mock-Meat-Patties auch für Flexitarier interessant sind.


Zudem haben wir mit unserem Korngesund eine völlig neue Produktkategorie für unsere Gäste im Angebot. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich ein Mix aus Gerste, Linsen, Kichererbsen, Quinoa und Edamame-Bohnen in einer Kräutersoße und mit Apfeldressing, den wir in drei verschiedenen Variationen als Bowl anbieten."

Warum haben Sie sich für das pflanzliche Patty von Moving Mountains entschieden?

"Das Patty von Moving Mountains, das wir auf unseren beiden Burger-Neuheiten Sonnenkönig und Naturbursche anbieten, haben wir nach intensiven Tests, bei denen wir verschiedene Produkte verschiedener Hersteller verkostet haben, ausgewählt weil es uns am meisten in Sachen, Geschmack, Textur und Optik überzeugt hat. Auch der logistische Aufwand ist für uns bei einem europäischen Anbieter wie Moving Mountains überschaubarer als beispielsweise bei US-amerikanischen Anbietern. So können Lieferwege verkürzt und unser Anspruch an Nachhaltigkeit eher gewährleistet werden."

Welche Zielgruppe will Hans im Glück mit dem veganen Angebot erreichen?

"Zu uns kommen Menschen, die auf ihre Ernährung achten und gutes Essen genießen. Ein Großteil unserer Gäste ist weiblich. Grob gesagt, richten wir uns an diejenigen, die leckeres Essen genießen wollen und auch offen für neue Trends und Ideen sind. Wir möchten mit unserem Angebot für jeden Gast etwas leckeres bieten, egal welche Präferenzen er hat."

Wie werden die veganen Burger von den Gästen angenommen?

"Generell kann man sagen, dass unser Angebot sehr gut angenommen wird. Knapp 20 Prozent unseres Absatzes werden inzwischen über die veganen und vegetarischen Produkte generiert. Aber die Deutschen sind Fleischliebhaber. Auch wenn wir feststellen, dass immer mehr Menschen bereit sind, fleischfreie Alternativen auszuprobieren."

In diesem Jahr hat in Deutschland auch Marktführer McDonald’s einen veganen Burger ins Sortiment aufgenommen. Ist das Thema damit in der Mitte Gesellschaft angekommen?
"

"Das ist es definitiv. Mich hat die Ankündigung von McDonald’s überrascht und ehrlich gesagt auch ein bisschen gefreut. Ich halte den Schritt für eine richtige und gute Entscheidung. Der Big Vegan TS richtet sich an die breite Masse, die McDonald’s mit seinem Menü ja auch bedienen will. Gleichzeitig sollte man aber nicht vergessen, dass das Unternehmen seit Jahren einen Veggie-Burger im Sortiment hatte. Ganz neu ist das Thema Fleischverzicht also auch bei McDonald’s nicht."

Was schätzen Sie, wo steht Deutschland beim Thema vegane Angebote im internationalen Vergleich?

"Ich würde sagen wir bewegen uns im unteren Mittelfeld. Die Nachfrage nach pflanzlichen (Ersatz-) Produkten ist zwar da, aber im Großen und Ganzen ist Deutschland immer noch ein Fleischland. Andere Länder in Europa sind da schon deutlich weiter. Auf einer Trendtour in den Niederlanden habe ich vor kurzem bereits veganen Lachs probiert. Vielleicht wird das bei uns in den nächsten Jahren auch ein Thema."

Hans im Glück verzichtet bereits auf Plastikstrohhalme. Haben Sie bereits weitere Nachhaltigkeits-Maßnahmen geplant?

"Tatsächlich weiten wir unsere Maßnahmen aktuell aus. Neben dem Speisenangebot haben wir auch unser Ladendesign unter die Lupe genommen und tauschen aktuell beispielsweise unsere Böden gegen Echtholzböden aus. Bereits umgestaltet ist unter anderem der Burgergrill in Frankfurt am Main. Weitere Änderungen, die wir vorgenommen haben betreffen unter anderem unsere To-go-Karte, die wir nun auf recyclebarem Graspapier drucken lassen. Und wir sind noch lange nicht fertig. Für die Zukunft haben wir neben unseren To-go-Materialien bereits weitere Maßnahmen geplant."



stats