Heimathafen Köln

Lokschuppen eröffnet nach Verzögerungen

Julia Komp und Team vor dem historischen Lokschuppen.
Hamza Chater
Julia Komp und Team vor dem historischen Lokschuppen.

Erst Corona-Lockdown, dann eine fehlende behördliche Unterschrift unter der bereits vor einem Jahr beantragten Betriebsgenehmigung - eigentlich hätte der Lokschuppen im Köln-Mühlheimer Hafen Mitte März öffnen sollen. Nach ausführlicher Neuorganisation kann das Team um Julia Komp (30 Jahre, 1 Michelin Stern) in der historischen Location an den Start gehen.

Die Gäste erwartet im loftigen Ambiente des Industriedenkmals eine Mischung aus Retro und Moderne mit Stahl, Rotklinker und hellem Holz. Imposant sind die bis zu fünf Meter hohen Decken und der Panoramablick auf den Kölner Dom. Eine sehr persönliche Note gibt Julia Komp dem Ambiente mit Sesseln aus grauem Samt und einem grünen Sofa, kombiniert mit langen Holztischen und bunten Porzellan.

Lokschuppen, Köln: Ganztageskonzept in historischer Location



Die Karte ist eine Mischung aus Fine Dining und Lieblingsgerichten für jeden Tag, sie spiegelt die französische Cuisine und raffinierte Versionen von Klassikern aus aller Welt. Einfluss finden viele Eindrücke, Aromen und Gerichte, die die Komp auf ihrer 14-monatigen Weltreise an vielen Orten gesammelt hat.


Die Küchenchefin und ihr Team starten mit Open Blue Cobia aus Panama, einem besonders nachhaltigen und gesunden Weißfisch mit Kokosreis, Staudensellerie und Granny Smith, Massamam Curry mit nach einem Rezept von Komp gemischten Gewürzen mit Lotuswurzel, Süßkartoffel und Jakobsmuschel. Ein weiteres Highlight ist die Lachsforelle von Torsten Pistol mit grünem Spargel, Dim Sum und Olive.

Chef's Table und Hafenbar

Eine besondere Kostprobe ihrer Sterneküche zeigt Julia Komp immer am Wochenende beim Chef's Table, ein Gourmetmenü für bis zu zehn Personen. Damit gibt die junge Küchenchefin auch einen Vorgeschmack auf ihr Gourmetrestaurant Sahila, das zukünftig neben dem Lokschuppen auf dem Lindgens-Areal entstehen soll.

Abgerundet wird der Ganztagesansatz mit dem Anker 7 als Hafenbar mit selbstgemachtem Eis aus Bio-Zutaten, einer ständig wechselnden Karte mit Gerichten „to stay“ oder „to go“ und DJ-Sounds.

Hohe Qualität der Produkte

Besonderen Wert legt Julia Komp auf die Qualität und Herkunft der Produkte: "Ich achte sehr darauf, dass die Produkte nachhaltig und fair hergestellt werden, Tierwohl und Natur müssen im Einklang mit der Qualität stehen.“ So kommen etwa die Eier vom Bauernhof Becher in Komps Heimatort Overath. Die Metzgerei Friedrichs stellt für Julia eigens eine besondere Currywurst mit Fleisch von Bauer Korte her. Kartoffeln, Erdbeeren und Weihnachtsbäume bezieht sie vom Kahnshof, dem Bauernhof der befreundeten Patissière Anne Kratz.

Manche Produkte haben eine weit längere Reise so wie der Tee von Dilmah, einem nachhaltigen Familienunternehmen aus Sri Lanka, bei dem Komp eine Ausbildung zum Tea Master absolviert hat. Ganz besonderen Wert legt sie auf die Qualität und Herkunft des Fleisches. Das Lammfleisch für eines ihrer besonders prägnanten Gerichte, der Tajine, stammt aus Freilandhaltung auf walisischen Wiesen. Wegen seines mild-aromatischen Geschmacks gilt es als eines der besten der Welt.

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