Hofmann Menü-Manufaktur

Nachhaltig avanciert zum Markenkern

Seit 1. Februar werden alle Menüs für die Betriebsverpflegung und ins Homeoffice in kompostierbaren Biopap-Schalen ausgeliefert. Mehrportionsschalen für Kitas und Schulen sind seit 2018 im Einsatz.
Hofmann Menü-Manufaktur
Seit 1. Februar werden alle Menüs für die Betriebsverpflegung und ins Homeoffice in kompostierbaren Biopap-Schalen ausgeliefert. Mehrportionsschalen für Kitas und Schulen sind seit 2018 im Einsatz.

Vollständig biologisch abbaubare Menüschalen, demeterzertifizierte Milchprodukte und Nose-to-Tail-Philosophie bei der Fleischverarbeitung. Mit diesen Attributen baut sich der Fertigmenü-Experte Hofmann Menü-Manufaktur aus Boxberg-Schweigern einen vorbildlichen Nachhaltigkeits-USP in seiner Branche auf.

Seine Biopap-Schalen eines italienischen Backpapierherstellers bestehen vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen und brachten Hofmann Menü einen Gold-Award in der Kategorie Nachhaltigkeit des Deutschen Verpackungspreises ein. Vor wenigen Tagen bestätigte eine Erhebung des Hofmann-Beratungspartners in Sachen Klimaschutz Myclimate: Die Menü-Verpackung aus Cellulose schneidet bezüglich ihres CO2-Fußabdrucks entlang des gesamten Lebenszyklus um knapp 32 Prozent besser ab als vergleichbare Verpackungen aus Aluminium

"Unsere Partnerschaft besteht bereits seit 2016. Gestartet sind wir im Schulcatering. Mehrportionsschalen sind seit 2018 im Biopap-Gewand. Doch wir überlegen, die Schalen eventuell selbst zu produzieren und so langfristig auch den Transport aus Italien einzusparen", erläutert Frank Hanses seine weiteren Pläne für einen geringeren CO2-Fußabdruck des Unternehmens. Seit 2018 ist er CEO der Menü-Manufaktur und hat der Bio-Linie noch eine Veggie-Linie zur Seite gestellt. "Einerseits folgen wir hier unserem eigenen Antrieb und der langjährigen Unternehmensphilosophie. Andererseits möchten wir uns auch neue, jüngere Zielgruppen erschließen", ergänzt er. "Natürlich wird der Anteil an Homeoffice in Unternehmen von dem hohen aktuellen Wert wieder etwas sinken. Dennoch werden Standorte mit Frischeküche vor Ort teilweise betriebswirtschaftlich nicht mehr zu halten sein. Dann greift unser Service mit individuellen, handgemachten Menüs, die täglich oder wochenweise geliefert werden." Bei einem Business-Kunden wurde bereits umgestellt von Küche vor Ort auf portionsweise Lieferung aus der Zentral-Manufaktur.

 

Neue Lebensgewohnheiten

Diverse neue Studien belegen: Der Trend zu klimabewusster Ernährung und Lebensweise wird zu einer neuen Normalität führen – nicht zuletzt sogar bestärkt durch die Coronakrise. Hier sieht sich Hanses mit dem Unternehmen auf einer guten Position: "Unsere Bio-Linie hat im sogenannten White Collar-Segment aktuell Zuwachsraten im zweistelligen Bereich." Anfang Februar wurde nach Education auch Business auf Biopap umgestellt. Möglich sind aus produktionstechnischen Gründen Einzelportionen und 1/2 GN. "Einzig beim Essen auf Rädern mit Lieferpartnern wie Caritas oder Paritätische müssen wir bei den Aluschalen bleiben. Die Lieferwege sind länger und die Temperatur muss entsprechend länger garantiert werden." Ansonsten sorgt die eigene Lieferflotte für optimierte Wegstrecken – und einen insgesamt CO2-neutralen Verpackungs- und Lieferservice.

Der in der Corona-Krise lancierte Homeoffice-Service über einen neuen Online-Shop ist gut angenommen worden. "Hier sind wir noch nicht zufrieden mit den aktuellen Möglichkeiten der Umverpackung", bemerkt Frank Hanses. "Die berüchtigte letzte Meile bleibt eine Herausforderung." Gefordert seien Partner wie Autohersteller und Verpackungsspezialisten. "In Österreich testen wir E- und Gas-Fahrzeuge. Wenn jedoch auch die Kühlung die Energie abzapft, sinkt die Liefer-Reichweite auf rund 100 Kilometer."

Auf bestem Weg, niemals am Ziel

Doch Ideen gibt es auch, was die Kühlung angeht, sagt Frank Hanses und erwähnt etwa Kaltgetränke, die Teil der Lieferung sind und gleichzeitig die Speisen quasi als Umverpackung isolieren. Das Unternehmen mit vier Produktionsstandorten streckt die Fühler aus, um bei höchstem Qualitätsanspruch auch der Umwelt immer besser gerecht zu werden. Gespräche werden geführt mit Automatenbetreibern, mit Amazon Now oder dem Getränkelieferdienst Flaschenpost.

Die Hofmann Menü-Manufaktur bezieht ihr Schweinefleisch in langjähriger Kooperation mit der Landesanstalt für Schweinezucht (LSZ) in Boxberg. In der eigenen Metzgerei werden die ganzen Tiere verarbeitet, die ohne Lebendtransport im Zuchtbetrieb selbst geschlachtet werden. Auch Rindfleisch kommt aus Deutschland und wird nach der Nose-to-Tail-Philosophie verarbeitet. Aus Knochen und Fleischresten werden Suppen und Soßen geköchelt. "Unser Foodwaste liegt unter 5 Prozent", bestätigt Marketing-Chefin Jennifer Chur. "Und diese gehen an Refood, werden zu Dünger oder in Energie umgewandelt." Milch und Milcherzeugnisse kommen seit Jahren von der Demeter-zertifizierten Molkerei Schrozberg in direkter Nachbarschaft zum Hauptsitz, Eier etwa für die 1 Millionen in der Pfanne gebackenen Pfannkuchen und den bis in Skihütten gelieferten ebenso in der Pfanne von Hand gefertigten Kaiserschmarrn aus Bodenhaltung. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen die Europäische Masthuhn-Initiative unterzeichnet. 75 Prozent der verwendeten Rohwaren stammen aus der Region. 

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