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Gastro-Kurzarbeit auf Höchststand

In der Gastro-Branche steigt die Zahl der Kurzarbeiter im Januar deutlich an.
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In der Gastro-Branche steigt die Zahl der Kurzarbeiter im Januar deutlich an.

Ob Restaurants, Cafés oder Bars – sie sind von der Corona-Krise nach wie vor besonders hart getroffen. So kletterte die Zahl der Mitarbeiter in Kurzarbeit im Januar im Vergleich zu anderen Branchen im Gastgewerbe besonders stark: Fast ein Viertel der dort Beschäftigten (23 %) ist derzeit in Kurzarbeit, schätzt das Münchner Ifo Institut auf Basis seiner Umfragen und der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. In Berlin liegt die Quote laut Dehoga-Landesverband sogar bei 36 Prozent.

In absoluten Zahlen sind bundesweit im Gastgewerbe laut Ifo Institut 240.000 Menschen in Kurzarbeit, nach 90.000 im Dezember. Im Einzelhandel stieg die Zahl um 45.000 auf 120.000 Beschäftigte oder 4,9 Prozent. In der Industrie sank hingegen die Zahl von 285.000 auf 218.000 (3,1 %), darunter in der Autoindustrie von 117.000 auf 86.000 (9,1 %).

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Bundesweit 900.000 Menschen kurzfristig daheim

Insgesamt befinden sich deutschlandweit derzeit 900.000 Menschen in Kurzarbeit. Dies sind 2,7 Prozent mehr im Vergleich zum Dezember. Die stark steigenden Covid-19-Ansteckungen hätten die Kurzarbeit besonders im Gastgewerbe, im Einzelhandel und bei den sonstigen Dienstleistungen nach oben getrieben, sagt ifo-Experte Stefan Sauer. "Ein Lichtblick kam dagegen aus der Industrie: Die Kurzarbeit sank, weil wieder mehr Vorprodukte verfügbar waren."

Berliner Betriebe schlagen Alarm

Nach einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands Dehoga unter rund 200 Mitgliedsunternehmen in Berlin lagen die Umsatzrückgänge im Januar in der Gastronomie bei rund 50, in der Hotellerie bei 60 Prozent im Vergleich zum gleichen Monat 2019 vor der Corona-Pandemie. Fast zwei Drittel (63,3 %) der Unternehmen schätzten ihre Situation als existenzbedrohend ein, so der Hauptgeschäftsführer des Dehoga Berlin, Thomas Lengfelder, am Donnerstag.

Ein Drittel Kurzarbeiter

Insgesamt mehr als ein Drittel (36 %) der Beschäftigten in der Gastronomie und Hotellerie in der Bundeshauptstadt ist der Umfrage zufolge noch in Kurzarbeit. Mehr als drei Viertel (78,3 Prozent) der Unternehmen gaben an, antragsberechtigt für die Überbrückungshilfe des Bundes zu sein.

Kurzarbeit vor Corona

Vor Corona hatte die Zahl der Kurzarbeitenden im Februar 2020 bei 134.000 gelegen, im März war sie auf 2,6 Millionen gesprungen und im April 2020 hatte sie den Rekordwert von 6 Millionen erreicht. Das hatte es nicht einmal in der Finanzkrise 2008 gegeben, so das ifo-Institut.
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