Inflation

Preise für Nahrungsmittel um 12,7 Prozent gestiegen

Insbesondere Nahrungsmittel werden vor dem Hintergrund der aktuellen Inflation zunehmend teurer.
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Insbesondere Nahrungsmittel werden vor dem Hintergrund der aktuellen Inflation zunehmend teurer.

Trotz des anhaltenden Anstiegs der Energie- und Lebensmittelpreise hat die Inflation in Deutschland im Juni etwas an Dynamik verloren. Die Verbraucherpreise legten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,6 Prozent zu. Im Mai hatte die Inflationsrate noch bei 7,9 Prozent gelegen.

Gedämpft wurde der Anstieg der Verbraucherpreise im Juni von dem zu Monatsbeginn eingeführten Tankrabatt und dem 9-Euro-Ticket. Die Bundesregierung versucht, die Menschen unter anderem mit diesen auf drei Monate befristeten Maßnahmen zu entlasten. "Hauptursachen für die hohe Inflation sind nach wie vor Preiserhöhungen bei den Energieprodukten. Leicht dämpfend wirkten sich im Juni 2022 das 9-Euro-Ticket und der Tankrabatt auf die Gesamtteuerung aus", sagt Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes.


Wegen der schwankenden Rohölpreise lassen sich dem Bundesamt zufolge die Auswirkung des Tankrabatts allerdings nicht exakt beziffern. Insgesamt kostete Energie im Juni 38,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Sprit verteuerte sich um 33,2 Prozent, der Preisauftrieb schwächte sich damit etwas ab. Im Mai waren die Kraftstoffpreise noch um 41,0 Prozent gestiegen. Leichtes Heizöl kostete mehr als doppelt so viel als ein Jahr zuvor (plus 108,5 Prozent). Auch Erdgas (plus 60,7 Prozent) und Strom (plus 22,0 Prozent) verteuerten sich deutlich.

Verstärkter Preisauftrieb bei Nahrungsmittel

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Juni 2022 für die privaten Haushalte um 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit hat sich der Preisauftrieb erneut verstärkt (Mai: +11,1 %, April 2022: +8,6 %). Bei allen Nahrungsmittelgruppen wurden im Juni 2022 Preiserhöhungen beobachtet. Erheblich teurer wurden Speisefette und Speiseöle (+43,1 %). Ebenso wurden für Fleisch und Fleischwaren (+18,9 %), Molkereiprodukte und Eier (+15,3 %) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (+12,5 %) Teuerungsraten im zweistelligen Bereich ermittelt.

Gegenüber Mai legten die Verbraucherpreise insgesamt im Juni um 0,1 Prozent zu. Auch hier bestätigte die Behörde eine erste Schätzung.

Inflationsraten auf dem derzeitigen Niveau gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. In den alten Bundesländern gab es ähnlich hohe Werte im Winter 1973/1974. Damals stiegen die Ölpreise infolge der ersten Ölkrise stark.

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