Insider-Tipps (32)

Lieblingsorte: Top 5 in Heilbronn

Die 125.000-Einwohner-Stadt Heilbronn besticht sowohl durch ihre Lage am Neckar als auch durch einige gastronomische Kleinode.
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Die 125.000-Einwohner-Stadt Heilbronn besticht sowohl durch ihre Lage am Neckar als auch durch einige gastronomische Kleinode.

FOOD SERVICE befragt exklusiv die Profis der Gastronomie-Branche nach Empfehlungen für Lieblings-Locations in ihren (Wahl-)Heimatstädten. Heute verrät Thomas Aurich, IHK-Sachverständiger Gastronomie und Expert for the Restaurant-Business, seine Lieblingslokale in der baden-württembergischen Großstadt Heilbronn, deren Weindorf, das 49. in diesem September, zu den Lieblingsevents der Region zählt und die zudem Schauplatz der Bundesgartenschau 2019 ist.

Thomas Aurichs Tipp für Morgebstunden: "Wer hier war, kommt wieder. Und: Mittags wird auch warm gekocht."
S'Schümli
Thomas Aurichs Tipp für Morgebstunden: "Wer hier war, kommt wieder. Und: Mittags wird auch warm gekocht."
Mein Favorit für Morgens: das Cafés S'Schümli. Valon Dumoshi, der Inhaber, hat für jeden ein gutes Wort und es gibt hier den mit Abstand besten Kaffee der Stadt. Die große Terrasse inmitten der Fussgängerzone lebt schon seit 1990 vom Sehen und Gesehen werden. Das Gebäude ist die letzte Nachkriegsbaracke der Stadt Heilbronn, diese wurde im Dezember 1944 weitestgehend zerstört. Die Karte lebt von Kaffeespezialitäten. Die Backwaren kommen direkt vom kleinen Bäcker aus Paris. Die Frühstücksideen, frisch und lecker dekoriert, heißen auszugsweise 'Good morning Heilbronn' in Anlehnung an die amerikanischen Freunde, die hier stationiert waren oder 'Birkenstock', das Gesunde unter den zahlreichen Frühstücksabenteuern.

Das Charivari ist ein beliebter Treffpunkt der MitarbeiterInnen des Medienunternehmens der Nachbarschaft. Reservierungen seien nicht mehr möglich, der Andrang war kaum zu bewältigen, so Thomas Aurich.
Charivari
Das Charivari ist ein beliebter Treffpunkt der MitarbeiterInnen des Medienunternehmens der Nachbarschaft. Reservierungen seien nicht mehr möglich, der Andrang war kaum zu bewältigen, so Thomas Aurich.
Mein Mittags-Lieblingsplatz ist das Charivari. Eigentlich müsste es Armine heißen. Dort wird mittags und abends Liebe verkauft. Bitte nicht falsch verstehen. Food & Drink gibt's gratis dazu. Armine war es, die neben Partner & Inhaber Robert dem Lokal den i-Punkt via Emotion setzte. Gleich neben dem Verlagshaus der Heilbronner Stimme gelegen. Designeinrichtung von der Heilbronner Innenarchitektin Ulrike Carle, Terrasse vorne und im Hof. Säfte werde selbst gepresst. In der Quittenschorle tummeln sich Heidel- sowie Himbeeren. Auf der Tageskarte der italienischen Küche finden sich Gerichte wie 'Oh-ja-Salat' mit roter Beete, Nüssen und Heidelbeeren oder 'Cavo prese' , Avocado mit Mozzarella und Gojibeeren. Das Lokal verlässt man somit mit vitaminöser Vitalspritze und jeder kommt zur Auffrischung gerne wieder.

Zum Espresso gibt es in der Eismanufaktur Primafila ein angestecktes Minieis. "Achtung: lange Schlangen vor dem Straßenverkauf", warnt Thomas Aurich.
Primafila
Zum Espresso gibt es in der Eismanufaktur Primafila ein angestecktes Minieis. "Achtung: lange Schlangen vor dem Straßenverkauf", warnt Thomas Aurich.
Und einer meiner Tipps für zwischendurch, nach dem Motto "Merkt doch keiner", ist die Eismanufaktur Primafila im Marrahaus. Ein kleiner Laden in Ecklage am Neckar. Doch hier bewahrheitete sich der Spruch: "Das Bessere ist der Feind des Guten". Alessio Covato und Simon Schmidt kamen, sahen und schoben die Eis-Lokalmatadoren auf Platz 2.  Primafilas Fokus liegt eher auf Sorbets als auf Eis. Lavendelblüten, Mango, Chilli, Ananas und Ingwer, das sind einige Namen aus dem Repertoire der Ingredienzien - anders eben. 


"Suchtfaktor gegeben", sagt Thomas Aurich zum Ristorante il Melarancio, das Service-Leistung, Food- und Getränke-qualität nebst Preisen auf einen guten Nenner bringt.
Melarancio
"Suchtfaktor gegeben", sagt Thomas Aurich zum Ristorante il Melarancio, das Service-Leistung, Food- und Getränke-qualität nebst Preisen auf einen guten Nenner bringt.
Auch für abends kann ich einen Favoriten nennen: das Ristorante il Melarancio in Talheim. Giuseppina und Giuseppe (Pepe) Ruggiero betreiben seit 2011 dieses italienische Restaurant, eine ehemalige Schnitzelwirtschaft, in Talheim und etwas versteckt im ersten Stock gegenüber der Volksbank. Um die Terrasse zu finden bedarf es Pfandfinder-Genen. Das Gute: Pina, wie die Chefin von ihren Gästen genannt wird, managt den Service und lebt Gastfreundschaft, wie sie sein sollte; Pepe ist der Chefkoch. Das Fleisch für Bistecca Fiorentino & Co holt Pepe in Stuttgart, die Weine werden von einer Sommeliere ausgewählt. Ab Donnerstags gibt es frischen Fisch. Die Pasta sind zum Teil selbstgemacht. Spaghetti cinghiale zum Beispiel, Tagliatelle tartufo und mehr. Mein Lieblings-Menü vor Ort: ein Topf Miesmuscheln in der Tisch-Mitte. Nicht die Variante mit langweiliger Tomatensoße, sondern in Weissweinsahne mit Schalotten und Knofi, wie auf Korsika. Danach, je nach Gruppe, mehrere Pasta-Kreationen gleichsam in der Mitte. Man schöpft wieder wie bei Muttern. Danach Meeresplatte mit Gemüse: Calamaretti, Dorade und Wolfsbarsch.


Zum Chillen im Sommer ist die Hühnerfarm zu empfehlen, mit Garten und Außenplätzen sowie einem leckeren Jägerschnitzel.
Hühnerfarm
Zum Chillen im Sommer ist die Hühnerfarm zu empfehlen, mit Garten und Außenplätzen sowie einem leckeren Jägerschnitzel.
Zum Chillen im Sommer empfehle ich die Hühnerfarm am Ortsrand zwischen Sontheim und Flein: ein von Kleintierzüchtern vermietetes, ehemaliges Vereinsheim. Der Heilbronner Brieftaubenlandeplatz befindet sich gleich vis-a-vis und, damit man die Welt nicht vergisst, die IHK und eines der edelsten Heilbronner Gewerbegebiete sind auch gleich nebenan. Die Mama der letzten Inhaberin hinterließ aber der neuen Stuttgarter Pächterin das Rezept für ihre Jägerschnitzel. Kaum ein Heilbronner kennt das Kleinod. Samstag ist Ruhetag. Der Kellner ist gleichzeitig Bufettier und Koch. Aber, Chapeau, er bekommt es gehandelt. Auf den Punkt gebracht: Die Hühnerfarm ist klein, mit Garten und Bäumen, zum Aufatmen und die Stadt vergessen; will sagen: Man sollte hingehen, so etwas stirbt aus.

Muss noch bearbeitet werden!!!! Über Thomas Aurich
Im Alter von 25 Jahren wagte Thomas Aurich (63), gelernter Diplom Betriebswirt und Gastronomie-Sachverständiger, neben dem Studium den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete die Akrogast Gastrobetriebsstätten GmbH. Ein Jahr später, 1983, eröffnete Aurich das Szenegastro-Konzept Bierdorf in der Altstadt in Heilbronn. Es folgen diverse weitere Neueröffnungen bzw. Übernahmen, u.a. Uncle Sam, Bukowski, Schwarzer Kater und andere. Doch das reichte dem umtriebigen Vollblut-Gastronomen noch längst nicht, weitere Profilierungs-Steps folgten: die Wahl in den Landesvorstand des DEHOGA (1997), eine Fortbildung an der Cornell University, Ithaca, New York (1998), eine Weiterbildung an der University of Central Florida, Orlando (2000), die· Gründung der Gastrotreuhand GmbH & Co KG und die Bestellung zum IHK-Sachverständigen (2001) sowie eine weitere Fortbildung in Wien. Seitdem ist Thomas Aurich zudem durch die EU als Kaffee-Experte anerkannt (2002).
Diverse Gastronomie-Konzepte hat Aurich über die Jahre selbst und mitentwickelt, außerdem einige Feste und Aktivitäten mit aus der Taufe gehoben. Derzeit sind vier Gastro-Formeln unter der Regie des umtriebigen IHK-Sachverständigen für Gastronomie und Expert for the Restaurant-Business (IHK, German Chamber of Commerce, Heilbronn) am Start: Food Court,  Ranger, Schirm1 und Mangold, außerdem die verpachteten Betriebe Caipirinha und Himalayalodge.



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