Insider-Tipps (55)

Lieblingsorte: Top 5 in München

Höchsten Respekt zollt der Münchner Gastronom Rudi Kull jenen Betreibern, die es geschafft haben, ihre Gäste über Jahrzehnte glücklich zu machen.
imago images / Peter Seyfferth
Höchsten Respekt zollt der Münchner Gastronom Rudi Kull jenen Betreibern, die es geschafft haben, ihre Gäste über Jahrzehnte glücklich zu machen.

In dieser Woche verrät der Münchner Erfolgs-Gastronom Rudi Kull seine Top 5 Lieblingsplätze in der bayerischen Landeshauptstadt. An renommierten Top-Adressen fehlt es in München freilich nicht. Besonders am Herzen jedoch liegen dem passionierten Gastronom jene Betriebe, die seine Wahlheimat seit Jahrzehnten bereichern. „Es ist nicht so schwer, ein Restaurant zu eröffnen. Hohen Respekt habe ich jedoch vor jenen Gastronomen, die es schaffen für drei oder vier Jahrzehnte einen erfolgreichen Betrieb zu führen“, so Kull. „Unter diesen Gesichtspunkten habe ich meine Empfehlungen ausgewählt.“

 

Schmalznudel - Café Frischhut

Seit Anfang der 70er Jahre werden im Café Frischhut ab den frühen Morgenstunden Schmalznudeln serviert.
Café Frischhut
Seit Anfang der 70er Jahre werden im Café Frischhut ab den frühen Morgenstunden Schmalznudeln serviert.
Eine offizielle Webseite hat das Café Frischhut nicht, bekannt ist es trotzdem. Weniger unter seinem Namen Frischhut, als vielmehr unter dem Schlagwort Schmalznudel. Seit Jahrzehnten lebt der Betrieb auf Basis eines Mono-Produkts. Es gehört zu an uralten und angestammten Traditionen der Händler am Viktualienmarkt, sich morgens dort ein warmes Hefegebäck zu holen. 
 

Dalmatiner Grill

Bereits in zweiter Generation kocht und serviert die Familie Kovacec Spezialitäten aus Dalmatien.
Dalmatiner Grill
Bereits in zweiter Generation kocht und serviert die Familie Kovacec Spezialitäten aus Dalmatien.
Seit mehr als 30 Jahren betreibt die kroatische Familie Kovacec – mittlerweile in zweiter Generation – ihr Restaurant Dalmatiner Grill in Bogenhausen. Heute würde man ihr Essen als Comfort Food bezeichnen. Tatsächlich kann man hier Gerichte essen, die genauso zubereitet werden wie vor 40 Jahren. Hier lässt sich die gute alte Zeit im besten Sinne erleben.
 

Fisch Witte

Leckere Fischgerichte und den Blick auf das Treiben am Viktualienmarkt verspricht ein Besuch von Fisch Witte.
Fisch Witte / Bernhard Kühmstedt
Leckere Fischgerichte und den Blick auf das Treiben am Viktualienmarkt verspricht ein Besuch von Fisch Witte.
Auch Fisch Witte ist ein Familienunternehmen. Das Betreiberehepaar hält den Betrieb Top in Schuss: Superqualität und bester Service. Außerdem kann man dort wunderbar draußen sitzen und das Treiben auf dem Viktualienmarkt verfolgen.
 

Trübenecker

Gemüse und einen frisch gepressten Saft zum Soforttrinken besorgt Rudi Kull sich bei Trübenecker auf dem Viktualienmarkt.
Trübenecker
Gemüse und einen frisch gepressten Saft zum Soforttrinken besorgt Rudi Kull sich bei Trübenecker auf dem Viktualienmarkt.
Trübenecker ist ein Obsthändler und Saftstand auf dem Viktualienmarkt, den ich morgens ansteuere, um mir einen frisch gepressten Gemüsesaft zu holen. All das, was jetzt unter gesundheitsbewussten Menschen en Vogue ist – wie frische Säfte beispielsweise mit Kurkuma – gibt es dort schon seit 30 Jahren. Und alles in Demeterqualität.
 

Bratwurst Glöckl

Bei Bratwurst Glöckl schätzt Rudi Kull nicht nur die Würste, sondern auch das frisch gezapfte Augustiner Bier.
Randlkofer Photographie / Stefan Randlkofer
Bei Bratwurst Glöckl schätzt Rudi Kull nicht nur die Würste, sondern auch das frisch gezapfte Augustiner Bier.
Bei Bratwurst-Glöckl am Dom gibt es Nürnberger Bratwürste vom Feinsten. Die frisch gegrillten Bratwürste sind eine Delikatesse. Mein Weg führt allerdings zum Steh-Ausschank am Hintereingang. Dort wird das beste Augustiner aus dem Fass ausgeschenkt.  
Rudi Kull
In München ist Rudi Kull gemeinsam mit seinem Partner Albert Weinzierl (Architekt) seit Mitte der 90er Jahre immer und immer wieder mit neuen Konzepten wegweisend. Ihr aktuelles Portfolio umfasst sieben gastronomische Einheiten sowie zwei Hotels. Die Betriebe generierten im vergangenen Jahr einen gemeinsamen Umsatz von 38 Mio. Euro.  
Branchenweit Riesenrespekt eroberte das Duo mit dem XXL-Restaurant 'brenner', das schon wenige Jahre nach der Eröffnung 2003 mit einem Italo-philen dreistufigen Konzept (Bar, Pasteria und Grill) einen zweistelligen Millionenumsatz erzielte.
Gebürtig in den Karpaten kam Rudi Kull als Kind nach Ingolstadt. Nach dem erfolgreichen Studienabschluss zum Restaurant-Fachmann an der UCLA in Los Angeles arbeitete er Jahre in Kalifornien und in New York City (auch bei David Bouley). Irgendwann war klar: "Wenn ich jetzt nicht gehe, schaffe ich nie mehr den Absprung. Und da bin ich nach München und habe drei Monate später das Buffet Kull eröffnet. Dann nahm der Weg seinen Lauf." Seine Frau Irina und er haben drei Kinder.




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