Insolvenz überwunden

Restliche Vapianos gehen an Ex-Vorstand

Zusammen mit einem Team von Investoren sichert sich Ex-Vorstand Mario C. Bauer nun auch Marke und restliche Restaurants von Vapiano.
Vapiano
Zusammen mit einem Team von Investoren sichert sich Ex-Vorstand Mario C. Bauer nun auch Marke und restliche Restaurants von Vapiano.

Ex-Vapiano-Vorstand Mario C. Bauer sichert sich zusammen mit einem Investorenteam nach dem Kauf von 29 Vapianos in Frankreich und Luxemburg für weitere 15 Mio. Euro nun auch die Marke und zahlreiche deutsche Restaurants.

"Einmal Vapianist, immer Vapianist", titelte FOOD SERVICE bei seiner letzten Übernahme: Mario C. Bauer hatte vergangene Woche mit Investoren alle Restaurants in Frankreich und Luxemburg gekauft.

Nun will er die angeschlagene Marke Vapiano gemeinsam mit den gleichen Partnern und Investoren wieder in die Erfolgsspur bringen. Mit ihnen zusammen gründete er die "Love & Food Restaurant Holding". Ihr Gebot für das börsennotierte Unternehmen erhielt jetzt den Zuschlag.

Die neuen Eigentümer gehen eine Partnerschaft mit dem Leipziger Familienunternehmer Falk Johne sowie dem Immobilienentwickler Bernd Ehret (Skyland Group) ein - sie werden die neuen Masterlizenznehmer für Deutschland sein. Gemeinsam werden sie in ein Joint Venture mit der "Love & Food Restaurant Holding" eintreten.

Das Joint Venture wird etwa 20 der deutschen Vapiano-Restaurants in Eigenregie betreiben und als Franchisegeber gegenüber den deutschen Lizenznehmern der Marke auftreten. Geplant ist außerdem, weitere 15 Standorte an erfolgreiche Franchisepartner in der jeweiligen Region abzugeben.

An Bauers Seite stehen beim Neustart für Vapiano namhafte Vertreter der europäischen Gastronomie-Branche: Die Familie Van der Valk gehört in den Niederlanden zu den großen Hospitality-Dynastien und war einer der ersten internationalen Franchisepartner von Vapiano. Henry McGovern, Gründer und 26 Jahre lang Chef von AmRest, Europas größtem Multi-Konzept-Restaurantbetreiber. Sinclair Beecham, Gründer von Pret A Manger, der die britische Fast Casual- und Sandwich-Szene revolutionierte. Ebenfalls mit im Boot ist mit Gregor Gerlach, einer der Gründer von Vapiano.
Über Mario C. Bauer
Mario C. Bauer war bei Vapiano eine Dekade lang verantwortlich für die nationale und internationale Expansion. Gemeinsam mit seinem Team eröffnete er 200 Restaurants in 33 Ländern. Nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand gründete er mit Partnern die Bio-Ketchup Marke Curtice Brothers, die er auch weiterhin als Geschäftsführer mit seinem Team führt.

Der ehemalige Vapiano-Vorstand Bauer zeichnete über ein Jahrzehnt lang für die Expansion des „Deutschen Italieners“ mitverantwortlich. Er will das einstige Unternehmensmotto „All we do we do with love“ wiederbeleben: „Wir werden Vapiano zurück zu seinen Werten und seiner emotional-partnerschaftlichen Unternehmenskultur führen“, sagt er.

Am 1. April dieses Jahres war vorerst Schluss mit Vapiano - es wurde Insolvenz beantragt. Am Schluss fehlten fast 40 Mio. Euro an Kapital. Kurz nach der Pleite in Köln gingen auch die Vapiano-Töchter in Dänemark, England und Österreich in die Knie. Zumindest in Österreich wurde aber ein Käufer gefunden.

Seitdem suchten die Anwälte und Verwalter weitere Käufer für die Auslandsgesellschaften und die insgesamt 49 deutschen Restaurants in Eigenregie. Allein hier arbeiten rund 2000 Mitarbeiter. Die Franchise-Restaurants in Deutschland blieben jedoch außen vor. Im Gegenteil - die 17 Franchisenehmer von Vapiano legten sogar ein Angebot vor - zusammen mit einem der beiden anderen Alteigentümer.

Doch sie konnten gegen Mario C. Bauer und sein Investorenteam nicht punkten.




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