Pink Cube

Studie Food Zoom zeigt Top Trends

Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress, und Trendforscherin Karin Tischer bei der Vorstellung der Trend-Untersuchung Food Zoom.
Hamburg Messe und Congress GmbH
Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress, und Trendforscherin Karin Tischer bei der Vorstellung der Trend-Untersuchung Food Zoom.

Mobiles Streetfood wandert ins Restaurant und Dinnertime Stories erobern die Welt: Die von der Internorga in Zusammenarbeit mit der Trendforscherin Karin Tischer erstellte Untersuchung Food Zoom liefert einen spannenden Überblick über internationale Food & Beverage-Trends. Die Studie und weitere Vorträge erleben Messe-Besucher im Trendforum Pink Cube.

Karin Tischer präsentiert im Pink Cube wegweisende Konzepte und Impressionen aus der internationalen Gastronomie durch Vorträge, eine Fotogalerie und Expertengespräche. Der Pink Cube ist im Übergang Halle B1 zu B2.EG, Stand 217.

Jeden Tag gibt es Vorträge. Diese sind kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht nötig. Die Themen:

  • 11:30 Uhr und 14:30 Uhr: Internationales Trendscouting – Impulse aus aller Welt (u.a. mit Street Food Transfer & Spot on Asia)
  • 13:00 und 16:00 Uhr: Plantarismus # NoSex Food # Future Aspects (u.a. mit der veränderten Ernährung der Plantarier & NoSex Food)

Ergebnisse der Food-Zoom-Studie

Insgesamt fünf Trends hat Karin Tischer, Food-Trendforscherin und Inhaberin vom Forschungs- und Entwicklungsinstitut Food & More in Kaarst, genauer unter die Lupe genommen und mit Beispielen rund um den Globus untermauert.

Trend 1: Street Food Transfer

Garküche deluxe: Der Megatrend Snacking verändert den Markt und erfordert von Gastronomen neue Konzepte, um den aktuellen Bedürfnissen der Gäste gerecht zu werden. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung am Beispiel des Street Food. Bisher serviert aus hippen Foodtrucks und Marktständen oder auf Festivals, erobern die trendigen Speisen jetzt auch die Restaurants. Sogar Sterneköche interpretieren die ursprünglich aus Garküchen und Märkten stammenden Gerichte Südostasiens als neue Gourmet-Kreationen mit hochwertigen Zutaten. Dem Gastronomen eröffnet dieser Trend neue Umsatzpotenziale sowie eine Profilierung in einem intensiven Wettbewerbsumfeld. Gleichzeitig bedient er den Wunsch vieler Gäste, exotische Gerichte aus aller Welt im heimischen Restaurant probieren und erleben zu können.

Trend 2: Food (-service) 4.0

Im Zeitalter von „Industrie 4.0“ durchdringt die Digitalisierung in rasantem Tempo den Außer-Haus-Markt und erfordert ein Umdenken sowie neue Geschäftsmodelle für den langfristigen Erfolg. Im wachsenden Delivery-Markt erwarten Verbraucher ihr Essen schnell, zu jeder Zeit, an jedem Ort und nutzen dafür verstärkt Online-Services von Restaurants. Der Status der Online-Bestellung sowie der Lieferung kann bei einigen Food-Delivery-Anbietern bereits live vom Kunden getrackt werden, sodass er weiß, wann das Essen bei ihm eintreffen wird. Betriebe können mittels moderner Technologien zur smarten Überwachung und Steuerung interner Prozesse wie Energieversorgung und Kühlkette ihre Effizienz steigern und somit die Chancen auf ihren nachhaltigen Erfolg erhöhen.

Weiteres wichtiges Kriterium für die Gästezufriedenheit ist die „instagramable“ Zubereitung der servierten Speisen. Das Social Web ist voll mit Fotos von in Szene gesetzten Speisen und Getränken. Um sich vom Wettbewerb abzuheben, bieten einige Restaurants bereits heute Gerichte an, die speziell auf die Tauglichkeit für Instagram und Co. zubereitet werden, wie etwa blau gefärbte Pasta-Kreationen oder Einhorn-Freakshakes. Hinzu kommen neue Formen der Eventisierung des Restaurantbesuchs: Digitale Inszenierungen und Projektionen auf den Tischen, sogenannte Virtual Tables, vereinen Technik und Kulinarik auf faszinierende Weise und schaffen einen Mehrwert für den Gast. „Dinnertime Stories“ via wechselnder Tischprojektionen heißt das Motto.

Trend 3: Back2Nature

Bitte zurück zur Natur: In Zeiten der Globalisierung und des rasanten digitalen Fortschritts sehnt sich der Gast mehr und mehr nach echten, natürlichen Geschmackserlebnissen mit einem dazu passenden Ambiente. Der Trend Back2Nature nimmt in Deutschland an Fahrt auf und ermöglicht Gastronomen die Integration regionaler und frischer Produkte mit transparenter Lieferkette in ihr eigenes Konzept. Neben einem Interior-Design im natürlichen Look, zum Beispiel in Form von großflächigen, auffallenden Wandbegrünungen, züchten immer mehr Gastronomen Kräuter, Salate und Co im eigenen Restaurant und nutzen hierfür Vitrinen und Beete, die der Gast beim Besuch sieht und begutachten kann. Gute Beispiele hierzulande für „Indoor-Vertical-Farming“ sind Farmers Cut in Hamburg und Good Bank in Berlin.

Trend 4: Green & Healthy

Bei 71 Prozent der Deutschen kommen Obst und Gemüse täglich auf den Tisch – so das Ergebnis des Ernährungsreport 2019 des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. An zweiter Stelle folgen Milchprodukte mit 64 Prozent. Lediglich 28 Prozent essen täglich Fleisch. Zwar bezeichnen sich nur sechs Prozent als Vegetarier, das Interesse an vegetarischen Lebensmitteln wächst jedoch. Auch laut Internorga-Food-Zoom durchdringt der Green & Healthy-Trend den Markt. Verbraucher und Gäste sind heute sensibel im Umgang mit dem, was sie essen bzw. was sie serviert bekommen und informieren sich verstärkt über die Nahrung, die sie zu sich nehmen.

An Bedeutung zugenommen haben vegane und vegetarische Ernährungsweisen, ebenso wie der Wunsch nach qualitativ hochwertigem Fleisch. Pflanzenbasierte, zucker- und fettreduzierte oder „free from“-Produkte, die frei von bestimmten Inhaltsstoffen wie Laktose oder Gluten sind, passen zum neuen und aufgeklärten Gesundheitsbewusstsein. Laut Trendforscherin Karin Tischer ist eine grüne und gesunde Ernährung der neue Lifestyle. Der Begriff „Plantarismus“ vereine sämtliche Ernährungsweisen mit einem starken Fokus auf pflanzenorientierte Kost, so Tischer. Ob warme Smoothies als schnelle Vitaminlieferanten an kalten Tagen oder eine nahrhafte „Soup to go“ – für den Gast müssen die Speisen schnell zubereitet, gesund, schmackhaft und wohltuend sein. Durch ein attraktives und abwechslungsreiches Angebot mit pflanzenreicher und bedarfsgerechter Kost können Gastronomen von den neuesten Entwicklungen profitieren und die Wünsche der Gäste erfüllen.

Tipp
Die vollständigen Ergebnisse des FoodZoom 2019 stehen kostenfrei auf der Internorga-Website zum Download bereit. Weitere spannende Trends können Interessierte vom 15. bis 19. März 2019 auf der Internorga im Trendforum Pink Cube im Übergang zwischen Halle B1 und B2 (Erdgeschoss) erleben.

Trend 5: Fermentation, Speiseeis und Tee

Auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen liefert laut Internorga-FoodZoom die wiederentdeckte Zubereitungsmethode der Fermentation Gastronomen die Chancen auf die Schärfung des eigenen Profils. Gefragt ist laut Tischer künftig auch der Mut zu ausgefallenen Speiseeiskreationen: Durch neue, exotische Zubereitungsmethoden und -zutaten wachse die Chance auf lukratives Zusatzgeschäft und sorge für ein neues Genuss-Erlebnis bei den Gästen. Gute Chancen rechnet die Trendforscherin zudem Tee zu, der dank seiner Vielseitigkeit dem Kaffee zunehmend Konkurrenz macht. Tee als Gewürz oder Zutat sorge für eine große internationale Aromenvielfalt in den Speisen, die Gastronomen für ihr Angebot nutzen sollten.
Über die Internorga
Die Internorga ist die Leitmesse für Hotellerie, Gastronomie, Bäckereien und Konditoreien. Mehr als 1.300 nationale und internationale Aussteller präsentieren über 95.000 Fachbesuchern ihre Produkte, Trends, Innovationen sowie digitalen Lösungen für den gesamten Außer-Haus-Markt. Begleitet wird die Fachmesse durch international besetzte Kongresse, ein umfassendes Rahmenprogramm und innovative Branchenwettbewerbe.


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