Interview

"Bis maximal Ostern halten viele Gastronomen noch durch."

Stephan von Bülow, Vorsitzender der Geschäftsführung, Block Gruppe kritisiert die akuellen Corona-Hilfen der Bundesregierung.
Block Gruppe
Stephan von Bülow, Vorsitzender der Geschäftsführung, Block Gruppe kritisiert die akuellen Corona-Hilfen der Bundesregierung.

Der Geschäftsführer der Block House-Gruppe, Stephan von Bülow, greift im Interview mit dem Hamburger Abendblatt die staatliche Unterstützung in der Corona-Krise an. Zwar sieht er in den gerade beschlossenen Neuerungen für den Mittelstand einen Lichtblick, aber in der Regel seinen die Hilfen für Gastronomen unzureichend und müssten von diesen größtenteils selber organisiert werden. 

Das Problem: Viele kleinere Gastronomen stehen akutell bereits bei null und können noch maximal bis Ostern durchhalten. Sollte das Geschäft nicht spätestens zum Mai wieder anlaufen, drohe ein Gastronomiesterben nicht nur in Hamburg, prophezeit von Bülow. Die Block House-Gruppe selber, so attestiert der Geschäftsführer, könne noch ein paar Monate überleben bevor es kritisch wird. Insgeheim hofft das Unternehmen aber auf eine Lockerung des Shutdowns nach Ostern.
So oder so, Gewinne erwartet die Block Gruppe für das laufende Geschäftsjahr nicht mehr. "Wir werden erhebliche Verluste machen", sagte Stephan von Bülow im Interview. Aktuell sind die Gewinne des Unternehmens, zu der neben den Block House Restaurants auch die Burger-Kette Jim Block, das Fünf-Sterne plus Hotel Grand Elysée sowie die Produktionssparte Block Menü gehören, fast in allen Segmenten zu 100 Prozent eingebrochen. "Weder die entgangenen Gewinne noch das bereits vernichtete Eigenkapital bekommen wir ersetzt", kritisiert er. "Das ist quasi eine Enteignung, die ich hier gerade erlebe."

Mit dem Ausbau eines Online-Shops, dem Angebot eines Business-Lunch, der nach Hause geliefert wird, sowie einem Abholservice in aktuell drei, demnächst sechs Block House Restaurants, versucht das Unternehmen seinen Gästen zumindest in seiner Heimatstadt Hamburg weiterhin ihre Lieblingsgerichte zu offerieren.

Sollten der Shutdown nach Ostern gelockert werden, hat sich die Block Gruppe zudem bereits verschiedene Maßnahmen überlegt, mit denen Mitarbeiter und Gäste geschützt werden. Neben einem Tischabstand von 1,5 Metern und einer reduzierten Anzahl von zwei Personen pro Tisch (Ausnahme sind Familien), fordert Stephan von Bülow zudem Öffnungszeiten bis 22 Uhr um das umsatzstarke Abendgeschäft mitzunehmen sowie das Recht, die Terassen und Außenbereiche wieder zu öffnen. Damit, so erklärte er, könne die Gastronomie einen großen Beitrag für das öffentliche Leben leisten.

Über Block House
Mit mehr als 6 Mio Gästen jährlich und einem Umsatz von 177 Mio. Euro (2019) gehört Block House zu den Spitzenreitern in der Marken-Gastronomie. Seit Eugen Block das Unternehmen 1968 nach dem Vorbild amerikanischer Steakrestaurants in Hamburg gegründet hat, steht Block House für Fleisch-Kompetenz mit streng kontrollierten Steaks aus dem Meisterbetrieb der hauseigenen Block House Fleischerei, sowie täglich frisch geschnittenen Salaten, schonend gegarten Baked Potatoes und original Block House Brot. Alles wird punktgenau in erstklassiger Qualität zubereitet. Und überall erwartet den Gast das typische Block House Ambiente, das Essen, Erlebnis und Kommunikation miteinander verbindet.





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